01. Februar 2008
Nicht verzweifeln, nur weil Karneval ist
Karneval
Von Wigr
Blenden wir einmal alle historischen und kultischen Seiten Karnevals/Faschings/Fastnachts aus, sie sind nämlich offenbar so zahlreich wie undurchschaubar und ausserdem für diesen Artikel nicht ausschlaggebend. Das hiesige Karneval hat wenig mit irgendeiner spirituellen Handlung oder Zelebration zu tun, unabhängig davon, wo die Ursprünge sein mögen: Es ist mehr Selbstzweck einer SpaßgesellschaftMenschen sehen darin ein Fest der überschwänglichen Lebensfreude, geht man jedoch psychologisch tiefer, erkennt man den morschen Grund dieser Mentalität. Jedes Jahr werden aussagelose und unkreative Plastikkostüme, die von irgendwelchen asiatischen Sklavenarbeitern unter jämmerlichen Bedingungen produziert wurden, gekauft und getragen. Sinn dabei ist es nicht mehr, irgendetwas mit der Verkleidung aussagen oder erreichen zu wollen, vielmehr ist sie ein bereits erwähnter Selbstzweck. Fügt man sich nicht, besteht die Gefahr, als Spielverderber zu gelten, was eine Art von Gehirnwäsche und Manipulation ist: "Was, wie kann man das nicht toll finden? Alle mögen es! Schau nur, wieviel Spaß es macht - und Spaß ist der kleinste gemeinsame Nenner von uns!"
Jedes Jahr werden die gleichen Lieder gesungen, zu den gleichen Liedern getanzt. "Ich ficke alles, was zwei Beine hat" - die moderne Doktrin von solchen Festen und gesellschaftliche Interpretation von einst würdevollen, erhabenen Ideen wie Freiheit und Ästhetik. Überzuckerter Alkohol geht gleich an die Zielgruppe unmündiger Bürger während der Rest an scheinbar genauso ausgereifte Wesen geht: "Trink Alkohol, dann hast du Spaß."
Wie entgehen vernünftige Menschen diesem profanen Bauernspektakel? Werdet der Sinnlosigkeit dessen gewahr. Ignoriert etwaige dekadente Auswüchse. Umgeht den Massenhype, spielt aber mit, indem ihr das Ganze nicht ernst nehmt und euch nicht dafür interessiert. Ignoriert den Kommerz und freut euch über freie Tage, die für etwas sinnvolles genutzt werden können.
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