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Deutsche Nihilistische Gesellschaft - Nihilismus, Traditionalismus, Pan-Nationalismus

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Realität und Sentimentalität

20 11 11 - 09:55
Nur ein Kind pro Familie, das ist in China Gesetz. Wer dagegen verstößt, den bestraft die Volksrepublik drakonisch. Nun regt sich Widerstand: Ein Vater kämpft für seine zweite Tochter, selbst einheimische Medien feiern ihn - und eine Abtreibungsärztin spricht öffentlich über ihre grausame Arbeit.[...]Im Schnitt, sagt sie, habe sie zehn Abtreibungen pro Tag vorgenommen, damals Anfang der achtziger Jahre, als sie im Krankenhaus arbeitete. Manchmal kam sie auch auf 16 tote Föten am Tag. "Und das", sagt sie, "war ja nur, was ich selbst tat." Sie erzählt leise, ausdruckslos, wie sie die Auszeichnung bekam "Kein Unfall während 1000 Operationen" und den Bonus von 50 Yuan für ihre gute Arbeit. Wie die Frauen nach der Injektion ins Badezimmer liefen und erst zu spät merkten, dass das, was sie die Toilette hinuntergespült hatten, ihr eigenes Kind gewesen war. Wie diese kleinen Körper in der Abfallgrube hinter der Klinik landeten und Nachbarskinder mit Stöcken in der Grube stocherten. Vier, fünf, sechs, manchmal auch sieben Monate waren die Föten alt, die Wu tötete. Sie sagt: "Wir waren gleichgültig. Wir hatten keinen Respekt vor dem Leben." Auch die Frauen, die zu ihnen auf die Station gebracht wurden, seien so still gewesen, stumpf. "Wie eine Kuh, die darauf wartet, geschlachtet zu werden." Quelle
Die Wirklichkeit ist unbarmherzig. Sie nimmt keinerlei Rücksicht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, auf Lebenspläne, sie schert sich nicht um Sentimentalitäten oder Wünsche. Kühl vollzieht sie, was nach ihren Gesetzen vollzogen werden muss und zwingt uns, bereit und besonnen auf sie zu reagieren - oder unterzugehen. Wir werden genötigt, Realität zu erkennen, sie zu bewerten, unsere Reaktionen zu prüfen und abzuwägen. Jemand schlägt eine Strategie vor, wie auf die Realität am besten zu reagieren sei, doch ihr Diktum gefällt vielen nicht, impliziert es doch das Ertragen von Unannehmlichkeiten. In unserer Ignoranz verteufeln wir diejenigen, die sich in der Verantwortung fühlen, uns stets die Konsequenzen unseres Handelns vor Augen zu führen.

Der Beruf einer Abtreibungsärztin gehört wahrscheinlich zu den scheußlichsten Arbeiten, die ein Mensch verrichten muss und ist gerade damit ein plakatives Beispiel dafür, was passiert, wenn wir unbedacht und nachlässig handeln. Denn was macht die Existenz dieses Berufes überhaupt notwendig ? Ist der Grund seiner Existenz die Unmenschlichkeit eines riesigen bürokratischen Staatsapparates, seine berechnende und pragmatische Distanz, sein Wunsch, die Staatskosten aufzubessern ? Ist er es, der Frauen schwängert ? Oder sind es vielleicht Unkeuschheit, Nachlässigkeit, Unvorsichtigkeit, fehlende Triebbeherrschung derjenigen, deren Föten den Weg in die Kanalisation finden ? Lassen wir diese Frage spaßeshalber offen...

China ist mit rund 1,3 Mrd. Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde, und viele seiner Regionen gehören zu den am dichtesten besiedelten der Welt. In der Geschichte des Landes waren Überbevölkerung und die damit verbundenen Probleme bei der Ernährung der Menschen Ursache für tiefe politische und wirtschaftliche Krisen und Hungersnöte. Die Volksrepublik China geht deshalb in der Bevölkerungspolitik Wege, die weltweit einzigartig sind und im Inland wie Ausland Kontroversen auslösen.[...]

Bei der Gründung der Volksrepublik China galt China als das Land der Hungersnöte.[...]Bei allen Verbesserungen im Detail ist das Hauptproblem der chinesischen Bauern jedoch erst ansatzweise gelöst. Es gibt in China für das zur Verfügung stehende Land zu viele Bauern, und deshalb haben die meisten Bauern zu wenig Land zum Bewirtschaften. In Zentralchina hat eine Person im Durchschnitt nur 10 Ar (1000 Quadratmeter) Land zur Verfügung. Die Landbevölkerung Chinas beträgt ungefähr 800 Millionen Menschen, für die Bewirtschaftung des Landes werden aber, selbst beim Einsatz nur einfacher Mittel, nur 100 Millionen Menschen gebraucht. Solange nicht Industrie in Zentralchina aufgebaut wird, werden die Bauern arm bleiben.[...] Quelle

Wir alle wollen unser Glück finden. Doch alles Tun hat Konsequenzen, direkte oder indirekte, unmittelbar erkennbar oder von einer solchen Art, deren Entwicklungsprozess sich erst nach Jahren abzeichnet. Im Falle der eigenen, freien Handlung, die die Freiheit des anderen nicht beschneidet, handelt es sich um eine Mär, die wir nur allzugerne rezipieren. Wir hören sie so gerne, weil ihre wohlklingenden Versprechungen der Unbeschränktheit primär auf unmittelbar und direkte, gegenwärtige Verhältnisse bezogen sind, in der Meinung, damit planerischer Abwägung, Rücksicht und sozialer Verantwortung Genüge getan zu haben. Der Mensch ist ein bequemes Wesen, der sich mit auf diese Weise in selbstbetrügerischer Weise die Mühe erspart, auch noch den Felsen der indirekten Folgen unseres Handelns allzugründlich wälzen zu müssen.

Alles, was auf Erden geschieht unterliegt dem Ursache-Wirkung Prinzip. Eine in der Gesellschaftsgleichung nicht angemessen berücksichtige Handlung oder die Duldung eines Zustandes sickert durch die diversen Strukuren des sozialen Gefüges, schlägt sich als Wirkung in irgendeinem vernachlässigten, nicht bedachtem Winkel der gesellschaftlichen Ordnung nieder, versteckt, subtil und unscheinbar wirkt er in virulenter Manier nach außen hin, beeinflusst, zerrt, verschiebt und bricht.

Die Realität in China ist, dass mit 1,3 Milliarden Mäulern, die nicht bloß zu füttern, sondern auch mit Unterkunft, medizinischer Infrastruktur, (Alten-)Pflege und den redundanten Spielzeugen der Moderne zu versorgen sind, versorgt sein wollen, die Ein-Kind Politik eine bittere, aber notwendige Maßnahme ist, um nicht vollends die Kontrolle über das Ruder zu verlieren. Verständlich, der Wunsch des Mannes, seine zweite Tochter nicht verlieren zu wollen, verständlich, für sie die grundlegenden Rechte eines chinesischen Bürgers zu verlangen. Verständlich ebenfalls die Haltung der Regierung, ihm diese Wünsche zu verwehren, sich durch die Sentimentalitäten seines Einzelschicksals nicht den Blick auf die Weisungen der demographischen Situation des Landes trüben lassen zu wollen und Gefühle nicht als Argumente für eine Lockerung ihrer Politik anzusehen.

Unbeliebt sind stets jene, die unpopuläre Wahrheiten aussprechen und uns ihrer gemahnen...

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