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Deutsche Nihilistische Gesellschaft - Nihilismus, Traditionalismus, Pan-Nationalismus

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Wille zur Tat

11 05 11 - 08:31


Wir sehen uns heute in der diskursiven Auseinandersetzung mit der Integralen Tradition vermehrt mit einer intellektuellen Vergeistigung, die in einer Verklärung gewisser Autoren zu popkulturellen Ikonen gipfelt und u.a. daraus resultierend, mit einer Willenslosigkeit zur Tat konfrontiert. Diese drei Phänomene, das müssen wir in den ersten Zeilen dieses Beitrages ganz eindeutig klarstellen, sind aufs Schärfste abzulehnen und als untraditionale Irrwege zu klassifizieren.


I. Der Personenkult und die Popikonen

Wenn Frithjof Schuon in seinem Vorwort zu seinem Werk Den Islam verstehen davon spricht, dass in Wirklichkeit bereits alles gesagt wurde, es jedoch nicht von Jedermann verstanden wurde, dann kann die Aufgabe eines Autors der Philosophia Perennis bzw. der Integralen Tradition nur darin liegen einen „neugestalteten Schlüssel bereitzustellen – differenzierter und reflektierter als die alten, aber nicht besser“, um dem Menschen dabei zu helfen, die „Wahrheiten wiederzuentdecken, die dem Wesenskern des Geistes mit unvergänglichen Lettern eingeprägt sind“. Wir haben es bei Werken zur Integralen Tradition also mit nichts grundsätzlich und substanziell Neuem zu tun, sondern nur mit einer neueren, oder anderen Aufarbeitung, Zusammentragung und Kommunikation des Bestehendem.
Den Autoren gebührt für diese Arbeit der Ausarbeitung und Kommunikation Respekt und Würdigung, die Verklärung und Stilisierung einer solchen Person zur Ikone ist jedoch nicht angemessen, noch wird es ihnen gerecht, da dies eindeutig eine modernistische Ausprägung der herrschenden Popkultur ist und demnach zutiefst abgelehnt gehört. Was bei den Konservativen zurecht als erbärmlich krampfhaftes Suchen nach Ikonen, wie bspw. der peinliche, von der Jungen Freiheit gesteuerte, Hype um Stauffenberg, als „guter Deutscher“ nichts anderes war, kritisiert wurde; so muss selbiges bei den Traditionalisten gebrandmarkt werden. Das Festklammern an Evolas, Guenons, Schuons, Zieglers, Voegelins usw. usf. und deren Stilisierung zu Popikonen der traditionalistischen Bewegung ist modernistischer Unfug, der den kritische Blick auf das jeweilig vorliegende Werk und auch auf die Person dahinter (Evolas unrühmliches Nachkriegsdasein bspw.) vernebelt.


II. Intellektuelle Vergeistigung

Das Phänomen des Personenkultes und der Stilisierung zur Popikone finden wir vor allem bei jenen Traditionalisten, die der intellektuellen Vergeistigung unterlagen und damit nur der rein theoretischen Seite der Tradition zugewandt sind. Dabei wird mehr oder minder bewusst versucht einfache Sachverhalte mit möglichst vielen Fremd- und Fachwörtern, unter Zuhilfenahme eines wisssenschaftlich-umständlichen Duktus, möglichst umständlich unverständlich und schwierig darzulegen, auf dass ihn niemand verstehe und man sich rühmen kann nur für die "Besonderen" geschrieben zu haben. Unwichtige Detailfragen werden minutiös seziert, wie etwa die Frage, ob die Priester- oder Kriegerkaste am Höchsten stand – eine Frage, die abstrakt und fern unserer Realität ist und aus der demnach auch nichts weiter entspringen kann, denn weder jetzt, noch im nächsten Zeitalter werden wir es mit einem Kastensystem zu tun haben. In seiner extremen Ausprägung ist der vergeistigte Traditionalist ein Stubenhocker und Bücherwurm, der die notwendige Tat und Konsequenz ablehnt und dem es reicht, sich intellektuell mit gewisser Lektüre zu befassen und darüber reden zu können.


III. Wille zur Tat

Der Wille zur Tat ist substanziell. Die Theorie ohne Anwendung, ohne Praxis ist wertlos. Die Praxis ohne Theorie gefährlich. Beide, Theorie, zur Formung eines ethisch-weltanschaulichen Grundfundamentes, und Praxis, in der diese Theorie dann verwirklicht wird, bedingen einander und gehen Hand in Hand. Ganzheitlich muss agiert und verinnerlicht werden. Es kommt nicht nur auf Teilgebiete des Seins, sondern auf das gesamte Sein an, auf die ganze Lebenshaltung und -ausrichtung, alles muss unter die eine Idee gestellt werden und diese Idee in alle Bereiche des Seins wirken und sich manifestieren. Demnach ist auch nichts falscher, als sich nur einem Teil, entweder nur der Theorie, oder nur der Praxis zu widmen und damit nur einseitig zu agieren.

Entgegen mancher Meinung reicht es demnach auch nicht aus, sich rein theoretisch mit der Integralen Tradition, Mystik usw. usf. auseinanderzusetzen, sondern muss auch und vor allem praktisch agieren. Das „Wissen sei Werkzeug, nicht Ziel“, wie es in der östlichen Weisheit heißt. Was bringt es, Bücher über praktisch-esoterische Lebensgestaltung zu lesen, aber keinen Funken Praxis kennengelernt zu haben. Nach einem „Ja“-Sagen sie wieder zurück ins Regal zu stellen. Wissen prüft sich im Sein und in der Anwendung, ist das Wissen nicht anwendbar, dann ist es unnütz. So kommt es darauf an, wie man mit dem Gelesenem umgeht und ob mehr daraus erwächst als nur eine intellektuelle Diskussion. Der Leitspruch, dem sich auch die Deutsche Nihilistische Gesellschaft verschrieben hat, trifft hier vollends zu:

"Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
Es ist nicht genug, zu wollen, man muß auch tun."
- J.W. Goethe
Gleichsam können wir derlei auch jenen Bereichen entnehmen, die gemeinhin als Bereiche aufgefasst werden, in denen nur gedacht, aber nicht getan wird, die Religion. Wahrer Glaube aber, ist pure Tat, denn Glaube und die Erkenntnis um das Wissen um das Wahre, Gerechte, Schöne und Gute schreien zwingend nach der Verwirklichung. Wer gerecht glaubt, aber ungerecht handelt, der ist nicht wahrhaftig, der handelt entgegen seiner Idee, derer er sich zu verschreiben hat.
14 Meine Brüder, was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten? 15 Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und ohne das tägliche Brot 16 und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen - was nützt das? 17 So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.18 Nun könnte einer sagen: Du hast Glauben und ich kann Werke vorweisen; zeig mir deinen Glauben ohne die Werke und ich zeige dir meinen Glauben aufgrund der Werke. 19 Du glaubst: Es gibt nur den einen Gott. Damit hast du Recht; das glauben auch die Dämonen und sie zittern. 20 Willst du also einsehen, du unvernünftiger Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist? 21 Wurde unser Vater Abraham nicht aufgrund seiner Werke als gerecht anerkannt? Denn er hat seinen Sohn Isaak als Opfer auf den Altar gelegt. 22 Du siehst, dass bei ihm der Glaube und die Werke zusammenwirkten und dass erst durch die Werke der Glaube vollendet wurde.
- Jakobus 2
Wir sitzen in einem Kellerloch, das verlassen werden muss. Welche Treppe man nimmt ist gleich, denn alle Wege führen nach draußen ans Licht. Wichtig ist nur, dass man eine Treppe nimmt. Wer sitzen bleibt, der wird zurückgelassen und wird nie das Licht erblicken können.

 Heros


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"Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug, zu wollen,
man muß auch tun."
- J.W. Goethe


"Das Vieh stirbt und Freunde sterben, endlich stirbt man selbst:
Doch nimmer mag ihm der Nachruhm sterben,
wer guten sich gewann."
- Havamal



"Wenn die Menschen über Gott sprechen, denkt ein Nihilist an Gestalt und Struktur eines Waldes."
- Vijay Prozak



"Die Weisheit besteht nur darin, weder das Nichts, das der Mensch ist,
noch die Schönheit,
die manchmal in seinen Händen entsteht, jemals zu vergessen."
- N.G. Dávila