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Deutsche Nihilistische Gesellschaft - Nihilismus, Traditionalismus, Pan-Nationalismus

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Verstehen wir das Leben?

12 03 11 - 02:20

Verstehen wir das Leben? Wie ist es klein und oft ein Schimmer? Wie erscheint unser eigenes Tun uns oft bedrückend und wenig wichtig? Ist unser Tun überhaupt wichtig? Wieso wollen wir überhaupt leben? Was bringt uns die Kraft zu leben?
Und mag es auch viele Wege geben die obigen Fragen angemessen zu behandeln, so bleibt doch stets die Ungewissheit darüber, ob wir uns nicht irren und ob wir uns nicht letztendlich doch nur die Lösungsvariante, die Erklärungsmethode gewählt haben, die wir für „wirklich“ halten.

Der Mensch ist ein normatives Wesen, insofern er nur durch das Normative überhaupt einen festen Stand auf sicherem Boden im Leben finden kann. Ohne das Normative wäre die These nicht möglich, ohne die These keine Hypothese und ohne diese letztendlich wohl auch keine Erkenntnis. Somit muss der Mensch zwingend immer wählen. Aber er muss sich auch um diesen Umstand definitiv bewusst werden.

Wenn wir uns umschauen, so finden wir Mannigfaltiges, so finden wir Erstaunliches. Aber um alles dies schlingt das Leben seinen weiten Mantel. Daher ist neben dem Normativen auch der wache Blick und somit der Wille mehr als nur Normierung und mehr als nur Vermutung und selektive Wahrnehmung wichtig für unser Leben. Verstehen wir also das Leben? Haben wir die Möglichkeit es zu verstehen?

Das Leben ist mir mehr als nur ein biologischer Vorgang, das Leben ist mir auch mehr als die Summe von Teilen, die wir unsere Erfahrungen, unser Handeln nennen. Das Leben ist eine Kette, eine Kette aus Bedeutung. Der Erfahrungen, die wir machen, die Handlungen, die wir vollziehen sind nicht unabhängig von einander, sondern bedingen sich. Genau in dem Umfang, in dem wir unsere Erfahrungen, Erlebnisse, Träume, Emotionen und Handlungen für unser Leben aufnehmen und verarbeiten. Leben ist eben auch das „etwas daraus machen“, was uns geboten wird. Mit wachem Augen lassen sich kleinste Möglichkeiten packen und entschlossen nutzen, mit anderem Einstellungen sind diese in gleicher Situation nicht einmal sichtbar.

Das Leben ist also unsere Tradition, individuell und doch durch Geschichte und Zeit mit denen unserer Volksgenossen verbunden. Tradition fängt mir beim Einzelnen an, der sich in einer Reihe mit anderen sieht. Um zum Träger von Tradition zu werden muss der Mensch sich bewusst werden, dass er normativ verarbeitet nur dann versteht er das Leben. Die Tradition im Leben, die Herkunft und das Ziel sind überhaupt das, was Leben wirklich ausmacht. Das ist Sinngebung, das ist Motivation etwas zu tun und dass ist auch das Risiko zu scheitern und Trauer zu verspüren. Aber ist nicht gerade das etwas, wovon sich der Mensch, der sich seinem Leben in dieser Art stellt genau von dem unterscheidet, der womöglich auch Ziele hat, aber sich nie darüber bewusst geworden ist, wie sehr diese Ziele mit seiner eigenen Person verquickt sind?

Durch unser Leben erwerben wir Einstellungen, erwerben wir Werte. Diese entstehen nicht aus sich, diese entstehen auch nicht unbedingt dadurch, dass wir sie von anderen übernehmen. Diese entstehen aus einer normativen Auseinandersetzung mit unserer Lebenskette, unserer Tradition. Nur wer diese Tradition kennt, der weiß auch schlussendlich überhaupt wofür er steht. Wir Leben also zwingend um einen Sinn zu finden, denn diese Suche erscheint dem Menschen wohl gewinnbringender und weniger ungünstig als die frühe Entscheidung: „Ich trete nun ab“. Um das ganze ein wenig positiv zu gestalten könnte man auch sagen: Leben ist Sinnsuche, denn ohne diese Sinnsuche gäbe es für uns nichts, was uns an das Leben binden würde und damit gäbe es auch nichts, was wir anderen Menschen schenken könnten. Wir sind nicht alleine auf der Welt. Unsere Handlungen interagieren mit anderen Personen und nur durch diesen Kontakt finden wir überhaupt auch Kontakt zu uns.

Es geht in den Medien ein Gespenst um in der Welt. Ein Gespenster der Rückbesinnung auf die Vergangenheit. Ein Gespenst des Nationalismus. Aber ist diese Umschreibung nicht nur die bewusste Irreführung von dem, was dort wirklich passiert? Ist es nicht eher so, dass wir uns in der Spirale der Moderne überdreht haben? Hat die Moderne nicht schon längst all die Bande und all die Ketten, die uns hielten gnadenlos unter Materialismus und bunten Neonreklamen zerrieben? Hat die missverstandene Ökonomie den Planeten nicht schon längst als Termingeschäft verkauft? Es mag nur noch kein Käufer gefunden worden sein. Es sind die Familie, der Nationalstaat und die traditionalen Kulturen verloren worden. All jene Institutionen, die unser Land, die Europa geformt haben und maßgeblich bestimmten. Die Rückbesinnung und gleichzeitig die Neuschaffung von Zukunft kennen wir aus dem langen Jahrhundert von 1450 bis 1640. Die Renaissance war auch nur im Schein die Rückbesinnung auf die Antike. Vielmehr fand man in den Typen der vergangenen Zeit den Typen, der auch in der neuen Zeit bestehen könnte. 1640, Mitten im 30jährigen Krieg. Die Welt scheint am Ende, die Menschheit dem Tode nah. Da kam es zur Wiedergeburt alter und doch neuer Gedanken. Einen ähnlichen Effekt können wir langsam auch beobachten und einen solchen Effekt werden wir in Zukunft deutlicher beobachten können. Die Moderne zerreibt sich und noch schlimm: Ihr einziger wirklicher Motor, das Öl, wird rar und ihr Fortschrittsglaube zerfällt. Die Maske der politischen Völkerverständigungen wir vom Gesicht rutschen, wenn es darum geht die wirklichen Interessen durchzusetzen. Da geht es nicht primär um Völker, sondern um die neue Machtverteilung einer neuen Zeit. Nennen wir sie hier: Post-Moderne.

Aber in den Freiräumen einer sich zersetzenden Welt wurde stets das Neue sichtbar. Unordnung erschreckt - und sie macht aber unbefangen und neugierig. Die Menschen waren nun gezwungen, sich selbst und die Welt neu anzusehen und sie werden es wieder sein. All dieses neu entstehende Weltwissen fand - damals - seine Aufarbeitung in den Staatsromanen der Renaissance, der Sonnenstadt Campanellas, dem Neuen Atlantis Bacons und der Insel Utopia des Thomas Morus. Technischer und pädagogischer Optimismus grundierte die Visionen von Gemeinwesen ohne Mangel, ohne Willkür und Ungleichheit. Wie Naturvölker durchaus zeigten: es gibt Gesellschaften, oder besser Gemeinschaften, ohne Geld und Gewalt. Aus den politischen Utopien erschufen die Aufklärer ihre Umbaupläne, die Philosophen die rationalen Normen des Naturrechts. Und ganz am Ende stand eine große Revolution: die Industrielle Revolution , die versprach, das Elend durch allgemeinen Wohlstand zu überwinden.

Die technischen Utopien sind Wirklichkeit geworden, von Leonardos Fluggerät bis Bacons künstlichen Pflanzen - und weit darüber hinaus. Die materiellen Voraussetzungen, Elend, Unwissenheit und Mangel auf der Erde abzuschaffen, sind in zwölf Generationen erarbeitet worden, wenn auch ein paar Jahrhunderte lang mit Raub und Ausbeutung in den anderen Teilen der Welt - die sich jetzt emanzipiert haben und auf dem Weltmarkt revanchieren. Und nun sind wir es die heulen und mit den Zähnen klappern.
Um das politische Programm steht es nicht ganz so gut. Das Missverständnis der Demokratie hat weder die Basis für einen dauerhaften Frieden gelegt, noch seine Verheißung von der ultimativen Freiheit des Individuums erfüllt. Hier ist eine weitere Revolution nötig, um dem Menschen Heimstatt und Wurzel zurückzugeben und manchen Auswuchs von Sozialromantik und One-world re-abzuwickeln.
Das Leben ist auch aus sich heraus mehr als Biologie: "Das Eisen in meinem Körper ist Staub erloschener Sterne. Das Erbe von Riesensternen, die plötzlich in sich stürzten und ihre Elemente weit ins tiefe Universums schleuderten wo sie mit kosmischer Materie neue Sterne zeugten - und auch die Erde.
Dank dieser weitgereisten Sternenasche verbrennt das Kraftwerk unserer Zellen die Nahrung und schenkt uns Energie. In uns glimmern Abermilliarden winziger Flammen - Abglanz längst verloschener Sternenfeuer aus den Weiten des Universums. In uns, den Gliedern einer kosmischen Kette, in der nicht nur für Sterne, sondern auch für uns jedes Ende ein Anfang ist."

Kein Poet des New Age redet hier, und keines dieser Worte des Biochemikers Gottfried Schatz ist Metapher, auch dann nicht wenn er beschreibt, wie die Hochzeit von zwei Bakterienarten vor anderthalb Milliarden Jahren die ersten atmenden Zellen bildete, deren direkte Erben unsere Lungenzellen sind. Oder wie Botenstoffe die Schwingungen unserer Zellen takten, exakt im Rhythmus der Erdumdrehung.
Wir tragen die Geschichte der Tradition und den Rhythmus der Erde in uns - das ist nicht Poesie, das ist "Fakt" - und es ist die Aufhebung der Grenze zwischen Poesie und Wissenschaft. Was verheißt uns das für unser eigenes Leben? Es verheißt zuförderst, dass wird uns nicht geistig und mental abkoppeln sollten von dem Leben, das wird doch prägen können und das uns mit der unendlichen Kette an Lebensreaktionen unweigerlich prägt. So schrieb ein anderer Biochemiker schon vor einiger Zeit, dass der Mensch die Erinnerung seiner Ahnen mit sich trägt und sie auch nicht abschütteln könnte. Er kann sie nur verdecken. Kommerzieller Konsum und eine schnelllebige Zeit scheinen dafür geeignet. Es wäre einfach zu behaupten, es wäre nur eine Willenssache sich davon zu befreien, doch weit gefehlt. Was uns diese Erkenntnisse nicht geben können und was uns unser Leben an sich nicht geben kann, dass sind die Antworten auf die letzten Fragen. Es bleibt stets der bittere Rest: Der Mensch muß sterben.

Hier trat eine neue Verheißung für die Individuen neben die alten Religionen, die in der westlichen Welt den Kontakt zum Menschen verloren haben: Du kannst dem Tod nicht entkommen, aber Du kannst nun - um ihn zu vergessen - so viel Welt wie möglich konsumieren Und Du kannst das Mittel akkumulieren, das Dir diesen Konsum ermöglicht: Geld. Hier muss man ansetzen, für sich und für sein eigenes Streben.
"Unsere Gegenwart", schrieb ein Betrachter langer Zeiträume, "ist eine zivilisierte, keine kultivierte Zeit. (…) Man kann das bedauern und dies Bedauern in eine pessimistische Philosophie und Lyrik kleiden, aber man wird es nicht ändern. (...) Wenn unter dem Eindruck (dieser Erkenntnis) sich Menschen der neuen Generation der Technik statt der Lyrik (...) der Politik statt der Erkenntniskritik zuwenden (...) kann man ihnen nichts besseres wünschen." Der Autor war Oswalt Spengler und leitet zurück auf unsere Frage vom Beginn: Verstehen wir das Leben? Ich sagte wir verstünden es, wenn wir uns bewusst werden, welche Ziele wir haben, wofür wir stehen und somit auch wer wir sind. Das ist auch der Appell, der hier verbleiben soll: Nur sich ihres Werdens bewusst gewordene Menschen können das Sein der Zukunft aktiv gestalten. Somit ist es womöglich auch nicht so wichtig uns sicher zu sein, dass wir das Leben verstehen. Aber wir sollten uns sicher sein, dass alles daran setzen es zu tun. So soll dieser Beitrag mit einem Auszug aus einem Gedicht beschließen, welches neben dem Tradition des Menschen auch den Entschluss zum Neuen in sich tragen soll und dies aus der Perspektive der Gegenwart tut.

So steh' ich in dem Heimatland
das mir des Lebens Wurzel ist
und mich so tief im Herzen rührt
„Leb' wohl, oh Du mein Vaterland
bis Dir ein Volk in Würde ist
und Dich aus Deinem Schlafe führt
Bis dies Geschlecht empor Dich hebt
schlaf' nur fest in stillster Ruh'
so das nicht dringt der Wahn
vom Ich, das auf die lebt
und Dich bedrängt im nu
in Dich ein und bricht sich Bahn
Es ist, wie es ist, sagt meine Liebe
Was es ist fragt der Verstand
es ist der Tod der Alten Land
im Lichterglanz zu Deinem Siege
betreten wir das neue Land
„Heil, oh Dir neu Vaterland!“
 

 
Lumen - Trutzburg

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"Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug, zu wollen,
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Doch nimmer mag ihm der Nachruhm sterben,
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- Vijay Prozak



"Die Weisheit besteht nur darin, weder das Nichts, das der Mensch ist,
noch die Schönheit,
die manchmal in seinen Händen entsteht, jemals zu vergessen."
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