Atheismus - kein Ersatz für Spiritualität
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Wigr, 24. Januar 2008
Die Säkularisierung unserer Gesellschaft und Kultur erreicht einen neuen Höhepunkt. Gespeist wurde diese Entwicklung historisch betrachtet von der Wissenschaft, geisteswissenschaftlich durch ethische Aufklärung und die philosophische Dialektik der letzten Jahrhunderte. Doch diese Art von aufklärerischem "Sturm und Drang" hat nur noch bedingt Ähnlichkeit mit dem, was gemeinhin "moderner Atheismus" genannt wird. An die Stelle eines abergläubigen, absolut-gültigen und weltverneinenden Christentums kommt nun eine Nicht-Religion von Desorientierung, Wertelosigkeit und Hedonismus. Man hat den Teufel mit dem Bezelbub ausgetrieben - dabei wurde das ganze Prinzip nur gehörig missverstanden.
Atheismus wird, ähnlich wie beim Nihilismus, weithin als Fehlen von "Glaube" bzw als Glaube an "Nichts" aufgefasst, als eine Art von Fatalismus. Schopenhauer legt jedoch dar, dass Atheismus sich automatisch auf den Monotheismus ausschliesslich bezieht. So sind bspw. Pantheismus als auch Buddhismus "eine höflichere Form des Atheismus". Atheismus kann nicht als pauschale Ablehnung von ethischen Gesetzmäßigkeiten aufgefasst werden, geschweige denn als Ablehnung von Sprititualität.
Wieviele Menschen in Deutschland erfüllen tatsächlich die Richtlinien ihrer jeweiligen Weltreligion? Es wird augenscheinlich, wie inkonsequent und selbstgefällig Religiösität, ja gar Spiritualität, aufgefasst wird - nur weiteres Epitom für den Zeitgeist, bei dem man nur noch müde lächeln kann. Die neuesten Generationen werden sowohl irreligiös als auch wertefrei aufgezogen. Unsere Gesellschaft leidet an einem seltsamen, krankhaften Verfall, der durch zwei Arten von Dekadenz hervorgerufen wird: die eines selbstgefälligen, absoluten Monotheismus als auch einer hedonistischen Wertefreiheit. Letzteres ist es, was oft unter Atheismus verstanden wird.

Im Gegensatz dazu war FW. Nietzsche ein wahrhaftig leidenschaftlicher Atheist: Durch die Umwertung aller Werte hat er sich von einer weltfremden Moralität ("Sklavenmoral") befreit. Lebensfroh und heiter, "dyonisisch" aber niemals - hedonistisch. Nicht die Spiritualität ist schadhaft - sondern eine hypotethisch-lebensfeindliche Weltauffassung.
Wir verstehen Spiritualität nicht als "ausserkosmisches" Prinzip - es ist in unseren Dimensionen beheimatet. Wie kommen wir heiter, wahrheitsliebend und "für etwas Höheres arbeitend" durch das Leben? Wollen wir uns nicht von dem vermuteten Ausmaß dieses übermenschlichen Unterfangens abschrecken lassen...
Wir, die Deutsche Nihilistische Gesellschaft setzen uns für die Renaissance von Kultur und Werten und die Projizierung von jenen in unsere desillusionierte Welt ein. Wie das konkret aussieht, warum wir überhaupt so etwas machen und was wir noch zu erreichen gedenken, das alles wird bei unseren "Grundgedanken" links in der Navigation näher erläutert.

