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Zum Freigeist I : Wie bildet sich der Freigeist ?

06 01 10 - 12:08

Wie bildet sich der Freigeist ?

Teil I der Abhandlungstrilogie zum Freigeist. Einstandsartikel "Der Affe Zarathustra's"
Eine Metapher:

Ein Baum kennt kein Wehklagen und kein Jammern, seine Wurzeln bilden seinen Halt, fest verwachsen im Erdreich und nähren ihn von dort, während seine Äste zum Licht in die Höhe streben, wo dieses ungehemmt scheint. So mögen sie zeitweise horizontal wachsen, um Hindernisse zu umgehen, doch stets ist die Lücke zum Himmel ihr Ziel, denn in freie Lüfte zu kommen, ist ihr Begehr, wozu sie flussartig nach allen Seiten strömen, was ihnen nur durch stetiges Überkommen der Begebenheiten Kraft ihres Willens zum Wachstum gelingt. Der Blick auf die Welt, welche sich vor und unter ihnen ausbreitet, winkt als Belohnung.

Es bedarf eines mutigen Baumes mit gesunder Stärke und Beharrlichkeit, trotz der Unlösbarkeit seiner Wurzeln vom Erdreich in die Höhe zu streben, wo der Sturm wüten mag und die Welt nach seinen Möglichkeiten erkennen zu wollen. Wie er sich bewusst ist, dass die Welt in der Gesamtheit niemals vollständig erschlossen werden kann, ist er sich ebenso der Irrelevanz dieser Intention bewusst, denn für ihn ist sein Wachstum sein Ziel. So ist auch der Freigeist und der Schicksalsliebende, tapfer und unbeeindruckt nehmen sie ihr Schicksal an und fliegen ihm stürmend entgegen.

Der kranke Baum hingegen wächst niedrig, stets nah am Boden gehaftet, im Zwielicht schattenwerfender Widrigkeiten und höher gewachsener Kameraden sucht er aus Furcht, mangelnden Interesses oder Wissens nicht nach dem klaren, freien Licht. Seine Äste wachsen nur horizontal, im sicheren Territorium seiner ebenen Lebenswelt trifft er beinahe ausschließlich auf Hindernisse, die ihm bekannt sind, vornehmlich Bäume seiner eigenen Art, für deren Überwindung vielleicht ein kleiner Hoppser gewagt wird, um anschließend wieder auf seine vormalige Höhe zurückzukehren. Seine Erfahrung von der Außenwelt erschließt sich daher lediglich aus dem, was er ohnehin schon ohne ein Recken seiner Äste zu erkennen vermag, ohne Gefahr zu laufen, etwas Unbekanntem zu begegnen oder seine Äste im Sturm bersten zu sehen. Weit vom freien Blick und der Helligkeit entfernt harrt er seiner Lebensdauer nur geringfügig über den Boden erhoben. So ist's mit dem modernen Menschen und Kleingeistigen jeder Art, die Enge seiner Möglichkeiten hält er für die Freiheit eines Vogels und für DIE Wahrheit, die höheren Weiten scheut er entweder oder ist sich ihrer nicht bewusst.

Ein Freigeist entsteht da, wo der Wille, die Welt in der man lebt zu erfassen und richtig zu beurteilen, ein Bewustsein erreicht. Viele werden diesen Drang vorallem in sehr emotionalen Momenten der Verzweiflung und der Daseinsverachtung an sich erlebt haben, eine Unzufriedenheit mit sich selber, der Außenwelt, oder der Welt an sich. Es drängen sich allzumenschliche Fragen auf, wie: Was ist das hier - wer bin ich - was soll ich hier - warum leide ich? Häufen sich solche Momente und die mit diesen einhergehenden Fragen, kann es passieren, dass man anfängt das Wissen, das man über die Wirklichkeit hat, systematisch in Frage zu stellen. Man versucht hinter den Schleier der Maja zu blicken - sämtliche Vorurteile und Illusionen zu beseitigen. Man beginnt frei zu denken - das heißt aus sich selber heraus alles in Frage zu stellen - vor allem auch sich selber. Man will sich nicht für die Augen der anderen mit schönen Phrasen und umfangreichem Wissen schmücken. Das Ziel ist "reine" Erkenntnis. - die Folge ist man wird zunehmend desillusionierter - man "weiß" immer weniger, aber immer mehr über die eigene Unwissenheit.

Erkenntnis bringt Verzweiflung mit sich - Verzweiflung überwindet der Freigeist mit Erkenntnis - Das ist die Formel des Freigeistes - Der Wechsel von tiefer Mitternacht und hohem Mittag...

Vielleicht ist der Wille zur "wahren" Erkenntnis nur ein natürliches Spiel um das vom Leben frustrierte Individuum im Dasein zu halten - welchen metaphysischen Ursprung es auch hat, welchen biologischen Sinn es verfolgt - sei dahingestellt, jedenfalls bringt das Hinterfragen der Wirklichkeit nützliche Nebenwirkungen mit sich, die man gar nicht erst aufzuzählen braucht.

Anhand dieser Darstellung der Entstehung des Freigeistes zeigt sich wie sich das Leiden in Momenten großer psychischer Erschütterung all zu oft als eine monströse produktive Kraft darstellt. Letztendlich verbirgt sich hinter einer Beethovenschen Synphonie oder einem Nietzscheschen Dithyrambus auch eine ungeheure Leiderfahrung.

Wer gelernt hat negative soziale Erfahrungen in kulturelle Produkte zu sublimieren, wird solchen Momenten des Leidens mit offenen Armen entgegen treten. Dies ist das geheime Glück des Schaffenden - er kennt die produktive Seite des Leidens und damit die tiefe Leidenschaft am Leben. Er versteht es an Leiderfahrungen zu wachsen.

In einer Gesellschaft, die sich rein an hedonistischen Werten orientiert, flieht man gerade vor solchen Momenten - denn man hat zahlreiche Möglichkeiten sie zu umgehen. "Zum Glück" kann man schlechte Erfahrungen mit dem Konsum materieller Güter kompensieren. Man beachte aber das Kleingeschriebene dieser Lebensphilosophie - die Nebenwirkungen: Ein solches Leben hält den Menschen klein - Sein Bewustsein erweitert sich nicht - Er wächst nicht an sich. Er verfolgt kein Ziel für das er leiden WILL - Er läuft vor sich selber davon. Er lebt nicht, sondern wird gelebt. Er ist sich selber entfremdet und kein Schicksal.

Metapher: leere
Text: Der Affe Zarathustra's

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