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06. November 2009

News: Italien beharrt auf Kruzifix

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Italien entscheidet sich für Kultur und in diesem Falle Kruzifix und gegen globale Gleichmacherei.
Abwegig, gravierend, skandalös: Italienische Politiker wettern gegen den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Nach dessen Urteil gegen Kruzifixe im Klassenzimmer verbünden sich Staat und Kirche - und starten zum Kampf ums Kreuz.

Tarcisio Bertone sieht düstere Zeiten auf Italien zukommen. "Dieses Europa des dritten Jahrtausends nimmt uns die wertvollsten Symbole weg und lässt uns nur noch die Kürbisse des Halloween-Festes", wettert der Kardinalstaatssekretär, immerhin ranghöchster Vertreter im Vatikan unter Papst Benedikt XVI. "Müssen jetzt alle Kreuze weggeräumt werden, auch von den Straßen? Und was ist mit den Kunstwerken? Ich frage mich, ob das alles vernünftig ist", fragt der Kirchenmann empört.

Was Bertone erregt, ist das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte. Der hatte am Dienstag entschieden: Ein christliches Kreuz im Klassenzimmer einer Staatsschule verletzt die Religionsfreiheit der Schüler, nimmt zudem Eltern die Freiheit, ihre Kinder nach ihren philosophischen Überzeugungen zu erziehen, und ist nicht mit der Europäischen Menschenrechtskonvention vereinbar.

Seither tobt Italien. Kirche und Staat wittern eine Frontalattacke auf das katholische Brauchtum. Den Fall aufgebracht hatte eine finnisch-italienische Familie. Die atheistischen Eltern mochten nicht einsehen, warum ihre beiden Söhne unter dem Kreuz lernen sollten, wo doch auch in Italien wenigstens auf dem Papier die staatliche Schule nicht-konfessionell ist.

Von Silvio Berlusconi über Außenminister Franco Frattini bis hin zu Bildungsministerin Mariastella Gelmini haben so gut wie alle Kabinettsmitglieder das Urteil als "abwegig", "gravierend", "skandalös" kritisiert und sich nach Kräften über den "ideologiebefrachteten Gerichtshof" erregt.

Quelle
Moderner Atheismus ist auch eine Art von Glaube, lediglich ein neuer Götze, zumindest in seiner heutigen Auslegung, zumeist gepaart mit einer blinden Wissenschaftsergebenheit. Gegenfrage: Warum sollte sich ein ganzes Land dem Paradigma des Nicht-Glaubens unterordnen ? Damit sich einige wenige nicht künstlich auf den Schlips getreten fühlen? "Lasst uns alle im Namen des Anti-Dogmatismus den kleinsten gemeinsamen Nenner anstreben, die Kultur von Anti-Kultur, das Dogma von Anti-Dogma!", rufen sie und fällen die alten Symbole. Doch das Fehlen von Symbolen kommuniziert ebenfalls etwas, nämlich den Verlust von gemeinsamer Spiritualität und somit Kultur. 

Wenn Italien sich dazu entscheidet, seine christlichen Traditionen beizubehalten, hat es jedes Recht dazu. Die global aufgezwungene Doktrin der Säkularisierung, welche der Aufklärung zu verdanken ist und ursprünglich die Befreiung vom dogmatischen Fundamentalismus bezweckte, ist heute zur Unterdrückung von Traditionen verkommen und diskriminiert jene, die Wert auf Zusammenhalt und Konsens der Gemeinschaft auch in allen Bereichen des öffentlichen Lebens legen. Um sich greifender Egalitarismus und Pluralismus lassen die Leute glauben, auf alles ein Recht zu besitzen und sie fühlen sich attackiert/beleidigt, wenn man ihre Kulturlosigkeit nicht teilt. Niemand, der wirkliche innere, gereifte Überzeugungen hat, fühlt sich von den religiösen Symbolen anderer belästigt. Und falls doch eine so große Diskrepanz und Ablehnung zwischen den Ansichten Anderer besteht - warum sich überhaupt mit solchen Menschen umgeben ? Es geht solchen Leuten bei der Säkularisierung schließlich nur um die Durchsetzung ihres individuellen "Rechts" auf Sichtbefreiung von einem religiösen, traditionsbehafteten Symbol, welches, wenn sie mal ehrlich wären, sie in keinster Weise schädigt, außer in ihrem Ego. Ihr mangelndes Selbstbewusstsein erträgt den Gedanken nicht, ihre Gleichschaltung in nicht allen Konditionen durchgesetzt zu sehen. Dabei handeln sie jedoch ebenso fundamentalistisch motiviert, wie die von ihnen dafür gehaltenen Religionen.

In unserer Sorge, es jedem Recht machen zu wollen, zwingen wir uns einen sehr engen Gürtel um, der keinen Platz lässt für das Markante, Charakteristische, Ausgeprägte. Furcht vor sozialen Repressalien halten uns davon ab, auch mal "Nein" zu sagen und zersplittern die Gesellschaft. Wo früher eine einzige flächige Farbe vorherrschend war, herrschen heute Millionen kleiner Punkte unterschiedlicher Farbe, von denen beinahe jeder auf seine Egozentrik konzentriert ist. Die Punkte verlaufen und bilden eine farblose Masse, in der Herausragendes nicht geduldet wird. GNUS begrüßt den Widerstand Italien's gegen Gleichmacherei und sein Festhalten von Tradition und Kultur. Nur durch einen gemeinsamen kohärenten Wertekanon können wir zu Höherem gelangen.

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