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03. November 2009

News: Egozentrik im Leftismus

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Das Thema "Gentrifizierung" mal außer Acht lassend, nutze Ich diese Demo und das Phänomen der Abwesenheit der eigentlich betroffenen Bevölkerungsgruppen, um abermals auf die Psychologie der Linken hinzuweisen:
Dabei ging es thematisch bei der Demo um etwas, das die AnwohnerInnen Neuköllns unmittelbar angeht, nämlich gegen ihre Vertreibung und Bevormundung. Aber sie waren nicht anwesend, die Ansässigen mit den verschiedenen kulturellen Hintergründen, die Ausgebeuteten, die Hartz IV Empfangenden, die perspektivlosen Jugendlichen, das Prekariat. Dagegen stark vertreten waren junge politisch engagierte Menschen, die auf das alte Phänomen mit neuem Namen aufmerksam geworden sind: die Gentrifizierung.[...]

Aber das Bild, das die Anwohner von der Demo bekamen, war das einer uniformierten unzugänglichen Gruppe, die an ihnen vorbeihuschte, sich nicht zu erkennen gab und abstrakte Parolen rief. Sehr beliebt: "A - Anti - Anticapitalista" und "Li - Li - Libertad - Anarquia total" und auch "Feuer und Flamme der Repression". Aus dem Lautsprecher punkte es "Ich bin Steineschmeißer, voller Wut. Steine schmeißen, das tut gut"

Quelle
Den UNA-Bomber zitierend:
9.

Die beiden psychologischen Strömungen, die dem modernen Leftismus zugrunde liegen, bezeichnen wir als "Minderwertigkeitsgefühle" (feelings of inferiority) und "Übersozialisierung" (oversozialisation). Minderwertigkeitsgefühle sind charakteristisch für den Leftismus in seiner Gesamtheit, während Übersozialisierung nur einen Teil des modernen Leftismus kennzeichnet: aber gerade dieser Teil ist besonders einflußreich.

MINDERWERTIGKEITSGEFÜHLE

10.

Unter "Minderwertigkeitsgefühlen" verstehen wir nicht nur Minderwertigkeitsgefühle im engeren Sinne, sondern das gesamte Spektrum der damit verbundenen Charakterzüge: geringes Selbstwertgefühl, Gefühle der Machtlosigkeit, Niederlage, depressive Tendenzen, Schuldgefühle, Selbsthaß usw. Wir behaupten, daß die neuen Linken zu diesen Gefühlen neigen (möglicherweise mehr oder weniger verdrängt) und daß diese Gefühle entscheidend die Richtung des modernen Leftismus prägen. [...] Diejenigen die besonders empfindlich hinsichtlich einer "politically incorrect"-Terminologie reagieren, sind nicht die durchschnittlichen schwarzen Ghettobewohner, die asiatischen Einwanderer, die mißhandelten Frauen oder behinderte Menschen, sondern eine Minderheit von Aktivisten, die meistens keiner dieser "unterdrückten" Gruppen angehören , sondern aus privilegierten Gesellschaftsschichten kommen. Die Mehrheit der Anhänger einer 'political correctness' besteht aus Universitätsprofessoren, die sichere Arbeitsplätze und ein gutes Einkommen haben, die meisten von ihnen sind heterosexuelle männliche Weiße aus Mittel- bzw. Oberklasse-Familien.

13.

Viele Linke identifizieren sich stark mit den Problemen von Gruppen, die als schwach (Frauen), unterdrückt (Indianer), abstoßend (Homosexuelle) oder anderweitig minderwertig angesehen werden. Diese Linken empfinden diese Gruppen als minderwertig. Zwar würden sie diese Gefühle niemals zugeben, aber genau deswegen, weil sie diese Gruppen als minderwertig ansehen, identifizieren sie sich mit ihren Problemen. (Wir wollen damit nicht behaupten, daß Frauen, Indianer usw. minderwertig SIND, sondern lediglich die linke Psychologie charakterisieren).
Als Folge ihres Minderwertigkeitskomplexes versuchen die Linken ihr Bedürfnis nach Autonomie, Kontrolle und Macht mit Hilfe eines Pulks, durch schiere Masse zu befriedigen, indem die Solidarität ihrer Minderwertigkeitsgefühlsgenossen eine undurchdringliche Wand an ignoranter Selbstheiligkeit bildet,  von der jegliche Argumentation abprallt. Hieraus bezieht der Linke sein Machtgefühl, Kontrahenten werden von der Wand schlichtweg erschlagen. Im Prinzip ist er indifferent gegenüber den Problemen, gegen die er zu protestieren scheint, sagenhaft klar und vermutlich unabsichtlich deutlich in der Textzeile "Ich bin Steineschmeißer, voller Wut. Steine schmeißen, das tut gut" erkennbar. Die Hoffnung des Autors "Um die angemessene Breite der Bewegung zu erreichen, muss man sich aber von Demo-Codes verabschieden und endlich wagen, einen Schritt auf die Noch-Nicht-Politisierten zuzugehen, so anders sie sein mögen. Es gilt, zunächst die Argumente zu vermitteln." bleibt vergeblich, ist der durchschnittliche linke Demonstrant und übermäßig politisch Korrekte nicht auf Verständigung und Problemlösung, sondern nur auf die Stärkung seines Selbstverständnisses als "Gutmensch" aus, aus welchem er, wenn auch unbewusst, die Rechtfertigung für seine Handlungen zu ziehen glaubt. Insofern ist der Linke trotz des Scheins des Kollektivismus ironischerweise egozentrisch veranlagt, seine Zugehörigkeit zur Masse dient einzig der Befriedigung seines Machtbedürfnisses. Wie auch der UNA-Bomber vermerken wir, dass diese Beobachtungen nicht pauschal für jeden Linken gelten mögen.
leere

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