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Deutsche Nihilistische Gesellschaft - Nihilismus, Traditionalismus, Pan-Nationalismus

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Artikel: Die verlorene Romantik

23 10 09 - 01:03
Die verlorene Romantik

"Schönheit liegt im Auge des Betrachters" heißt es. Doch gibt es auch eine Art von Schönheit, auf die sich die gesamte Menschheit einigen kann, die von allen Menschen als solche empfunden wird ? Was ist wirklich schön, heilig, atemberaubend ? Gibt es vielleicht sogar eine "objektive" Schönheit ?

"Die Philosophia Perennis (lat. „immerwährende Philosophie“), ein stark kritisierter und somit zu wenig beachteter Zweig der Philosophie, bezeichnet die Suche nach immergültigen Wahrheiten, welche sich hauptsächlich aus archetypischen, vorgeschichtlichen, spirituellen und objektiven Regeln, gefunden in Überlieferungen, ausdrücken. Dieser Geisteshaltung wollen wir tatsächlich einen objektiven Charakter geben, obwohl das eigentlich die Hauptkritik an diesem Denken ist. Welche objektivere Annahmen könnte es aber doch geben, als die sakralen Weisheiten, dargebracht in Konvergenzen weltweiter verschiedenster Hochkulturen?" Philosophia Perennis

Als Nihilisten durchschauen wir die Welt der Erscheinungen und erfassen die Welt als Struktur, wir streifen die menschlich erfundenen Werte und absolut-moralischen Vorstellungen ab, reduzieren schließlich unseren Eindruck von der Realität um unsere Emotionen. Was übrig bleibt ist unser Leben und unser Bewusstsein, es zu leben. Nur wie ? Womit die enstandene Sinnleere füllen ? Man kann sich nach diesen Gedankengängen entweder dazu entschließen, das Leben weiterhin als sinnlos zu betrachten und somit jegliche künftige Handlung als gleichwertig gültig gegenüber allen anderen Meinungen und Verhaltensweisen abzutun, sich in der Befriedigung des Körpers und der irdischen Genüsse hingeben, bis man dann schließlich verlischt. Man kann sich aber auch dazu entschließen, das Leben selbst als den Sinn seines Daseins anzuerkennen. Hat man diesen Entschluss gefasst, diese Erkenntnis gewonnen, so hat man einen Maßstab festgelegt, an dem sich Schönheit messen lässt.

Schönheit für den Nihilisten manifestiert sich insofern in allem was wächst, sich entwickelt, nach Macht strebt, sowohl zerstörend als auch schaffend ist, vor Leben und Kampfeslust pulsiert und dadurch dazu beiträgt, diese Prozesse zu erhalten, kurz gesagt, der ewige Kosmos und die irdische Schöpfung an sich in all seinen Facetten. Dazu gehören auch Vorgänge und Anblicke, welche sich nicht gleich für sich als Einzelgeschehen betrachtet als schön erweisen, sondern erst in der Bedeutung ihrer Rolle zum Gesamtkontext - der Wolf und seine gerissene Beute, ein gesunder Baum eingeschlossen von seinen gefallenen, verrottenden Kameraden, der organische Kreislauf von Schöpfung und Vergehen.

Mit Schönheit ist nicht das schmückende Materielle gemeint - Schmuck, Pomp oder Verzierungen jeglicher Art sind lediglich Geschmäcker, welche relativistisch von Kultur zu Kultur und von Mensch zu Mensch unterschiedliche Ausprägungen erfahren mögen. Entgegen dem was der moderne Mensch, der Glanzgierige, gerne glauben mag, liegt sie vielmehr unter der Oberfläche des visuell Erkennbaren verborgen und ist deshalb nicht von jedem wahrnehmbar. Manche Menschen sind aber durchaus in der Lage einen Ausdruck oder ein Bildnis dieser Schönheit zu erschaffen - durch Architektur, Kunst und Musik interpretieren wir unsere Realität, können also durch das Abbilden des Schönen ebenfalls Schönheit ausstrahlen. (Dies bedeutet natürlich nicht, dass jede Musik und Kunst somit schön ist). Schönheit ist die Ästhetik des Ewigen.

"Schönheit ist Wahrheit. Wahrheit Schönheit" - John Keats

Eng verbunden mit dem Begriff der Schönheit ist die Ehrfurcht. Wir haben Ehrfurcht vor dem, was wir als schön empfinden. Um sie zu empfinden, müssen wir uns also zunächst darüber bewusst werden, was für uns Schönheit wiederspiegelt. Der Nihilist oder kosmische Idealist entwickelt eine Hochachtung vor dem Leben, welche gepaart ist mit Schaudern in der Erkenntnis seiner eigenen Bedeutungslosigkeit im Angesicht des Ewigen. Unsere empfundene Ehfurcht verhindert, dass wir uns für Götter erachten, lässt uns vom unserem anthropozentrischen Standpunkt abrücken und hält unseren Hochmut unter Kontrolle. Ehre ist der Charakterzug, welcher stets darauf bedacht ist, diese Ehrfurcht in unseren Handlungen zu berücksichtigen, um einen respektvollen Umgang mit den Geschöpfen und der Welt, die wir bewohnen zu gewährleisten. Sind unsere Taten von Ehrfurcht geprägt, erhalten und fördern wir durch diese geistige Erkenntnis geprägte Einstellung das Schöne.

Wie können wir ehrfürchtig und somit ästhetisch handeln ?

Im Zuge des Nihilismus folgt die Anerkennung einer harschen, unbarmherzigen Realität. Die entstandene Sinn - und Werteleere füllen wir mit eigenen, ewigen, starken und realistischen Werten, welche sich seit Millennien bewährende, mutige, heroische Werte sind, die die Menschheit weitertreiben in ihrer Entwicklung von Spiritualität, Wissen und Weisheit und zu ihrem Überleben positiv beitragen. Nietzsche sprach in diesem Kontext vom Philosophieren mit dem Hammer, der Hammer mit dem alle Werte zermalmt werden, welche sich als nicht realistisch und konstruktiv erweisen und unter seinem Druck bersten. Diese Weltanschauung ist soweit wie nur irgendwie möglich mit den Gesetzen der Realität und den natürlichen Mustern konform, welche die Wechselwirkungen unserer Welt bestimmen. Indem wir uns der Welt anpassen, und nicht umgekehrt, handeln wir somit nach dem Maßstab der Ästhetik.

Jemand der diese Weltanschauung vertritt, ist ein Agent dieses Ideals oder dieser Schönheit. Er feiert und huldigt das Leben an sich: Liebe, Kampf, Zerfall und Aufbau. Seine Bemühungen zielen darauf hinaus, es möglichst ästhetisch und im Einklang mit den Prozessen der Welt zu leben. Seine Taten sind nach seinem Platze im Kreislauf ausgerichtet, wodurch er das Leben eher indirekt verehrt. Daher ist sein Begehr, höhere Sphären der Erkenntnis zu erreichen und die Entwicklung der Menschheit  voran zu treiben." Ehrfurcht ist hier jedoch nicht zu verwechseln mit Demut. Beide knien, ersteres ist allerdings der Kniefall eines Kriegers, letzteres der eines Sklaven.

Wenn Schönheit Ehrfurcht gebiert, so ist Romantik die Fähigkeit Ehrfurcht zu empfinden, indem sie eine Sehnsucht nach Schönheit, nach Natur und dem Organischen erweckt.

Romantik ist also die Sehnsucht nach dem Mehr, was sich über das sensorisch Erkennbare feststellen lässt. Die Sehnsucht nach etwas Verschwommenen, Ungreifbaren, was nicht statisch festgelegt und klar definiert ist, nicht trocken und aufgeklärt wirkt, wie es Atheisten und die moderne Wissenschaft gerne vorzeigen. Im Gegensatz zum nihilistischen Realismus deutet sie mehr in die Dinge, sei es ein Sonnenuntergang, der Nachthimmel mit einem kalten, klaren Vollmond und dem Sternenschein, der Tau auf Blättern, die Wirkung, welcher ein dunkler Wald auf uns hat, die Liebe. In seiner Verehrung der Ästhetik ist der Idealist ein Romantiker. Er erkennt sie unter dem Oberflächlichen und betrachtet die Vorgänge in der Welt als holistisch zusammenhängend. Die Romantik ist ihm hierbei Trost in einer dem Ideal fernen Welt und motiviert durch seine Sehnsucht entschließt er sich zu handeln. Trotz oder gerade aufgrund der Wildheit und Unkontrollierbarkeit der Natur, welche er liebt, scheut sich der Idealist/Romantiker nicht davor, in ihr tätig zu werden und etwaige Risiken einzugehen.

Hieran macht dieser Autor eines der Grundübel der westlichen Moderne fest. Es ist diese nicht mehr empfundene Sehnsucht der Menschen, welche vergessen haben, wie mehr im Leben als nur Oberfläche zu sehen ist. Eine rein auf Gesetzen und Materialistischem gegründete Menschheit/Gesellschaft schafft lediglich Zahnräder in einer Maschine, tot und seelenlos, funktionierend zwar, aber ohne Substanz. Hüllen, die nur von Leistungsdruck, Gewinn und dem eigentlichen Drang, daraus zu entkommen, getrieben sind. Es ist im Prinzp paradox, die meisten Leute arbeiten hart oder spielen Lotto in der Hoffnung, diesem Teufelskreis des Maschinellen zu entkommen, was immer mehr Leistung und Aufopferung fordert, schaffen es jedoch niemals ganz und verfangen sich immer mehr in diesem System, verleugnen ihre eigentlichen Bedürfnisse immer weiter, mit dem Ziel die Freiheit gewinnen zu können, ihre Wünsche und innersten Gefühle überhaupt ausleben zu können.

Die Auswirkungen auf das einzelne Individuum lassen sich leicht erkennnen, man muss nur einmal durch eine Großstadt spazieren. Graue Betonbauten, erbaut auf den materiellen Wünschen der Menschen, welche im Geist ebenso sind grau wie ihre Behausungen. Zwei an sich gegensätzliche Entwicklungen lassen sich an solchen Orten verstärkt ausmachen, Depression oder Hedonismus. Beides sind jedoch Reaktionen auf eine Mentalität, die Transzendenz verleugnet und nur die Schale verehrt. Während ein von Depressionen geplagter Mensch an der Verlorenheit seiner Seele zerbricht, ist sich der Hedonist derer entweder nicht bewusst und damit vermutlich sogar halbwegs glücklich oder er versucht sich mit einen stetigen Rausch durch Unterhaltung davon abzulenken, was ihm im Inneren fehlt. Der Mangel an Ehrfurcht, welcher ein Fehlen der Erkenntnis von Schönheit ist, befähigt uns erst zur schmerzenfreien Ausbeutung unserer Erde und lässt uns in dem Glauben, wir hätten Kontrolle über sie erlangt.

Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?“ [...] Ich komme zu früh, sagte er dann, ich bin noch nicht an der Zeit. Diess ungeheure Ereigniss ist noch unterwegs und wandert,—es ist noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen. Blitz und Donner brauchen Zeit, das Licht der Gestirne braucht Zeit, Thaten brauchen Zeit, auch nachdem sie gethan sind, um gesehen und gehört zu werden. Diese That ist ihnen immer noch ferner, als die fernsten Gestirne,—und doch haben sie dieselbe gethan!" - Friedrich Nietzsche "Die Fröhliche Wissenschaft" #125

Gott ist tot und wir haben unsere Ehrfurcht, unsere Schönheit verloren. Was die Menschheit wieder lernen muss, ist wie man Schönheit erkennt, was Schönheit für uns Menschen ist und welche Rolle sie in unserem Leben spielt. Verkündete der tolle Mensch aus Nietzsche's berühmten Aphorismus den Tod Gottes noch zu früh, so ist nun die Zeit gekommen. Mehr Menschen lauschen in sich und die Welt hinein und erkennen der Menscheit Verlust. Wenn sie erkannt hat, was ewig schön ist lässt sich mit der daraus entstehenden Ehrfurcht unser Platz in der Welt akzeptieren, während wir gleichzeitig der Verlorenheit in den Weiten des Alls entgehen. In der romantischen Weltsicht findet unsere Ehrfurcht ihren Ausdruck und wir gelangen zu einem ästhetischerem Lebenswandel, der nicht auf Oberflächliches beschränkt ist, sondern das Verborgene liebt. Wir müssen eine Geisteshaltung entwickeln, welche gleichzeitig realistisch als auch romantisch ist, welche das Leben sowohl als Abenteuer betrachtet und uns weiterhin über seine Schönheit staunen lässt, es aber auch möglichst funktional und vorantreibend anzugehen gedenkt.

Ein großer Spagat zwar, aber die Menschheit kann nicht derartig aufgeklärt sein, dass nichts mehr sie zu staunender Ehrfurcht veranlasst. Wir müssen nur in den Nachthimmel schauen, welcher uns diese leuchtet...

leere

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"Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug, zu wollen,
man muß auch tun."
- J.W. Goethe


"Das Vieh stirbt und Freunde sterben, endlich stirbt man selbst:
Doch nimmer mag ihm der Nachruhm sterben,
wer guten sich gewann."
- Havamal



"Wenn die Menschen über Gott sprechen, denkt ein Nihilist an Gestalt und Struktur eines Waldes."
- Vijay Prozak



"Die Weisheit besteht nur darin, weder das Nichts, das der Mensch ist,
noch die Schönheit,
die manchmal in seinen Händen entsteht, jemals zu vergessen."
- N.G. Dávila