News: Gemeinde gegen Getränkekonzern
Eine Gemeinde in Australien trotzt der Getränkeindustrie und verbietet schlicht den Verkauf industriell abgefüllter Getränke, gibt im Gegenzug aber kostenlos Wasser aus der örtlichen Quelle an seine Einwohner aus."Bundy aus dem Hahn" heißt das Trinkwasser, das die Gemeinde nun an mehreren Wassertankstellen gefiltert abgibt - kostenlos. Wer einen Wasserbehälter hat, kann sich selbst bedienen. Dagegen sucht man im Kühlschrank der Tante-Emma-Läden vergeblich nach Trinkwasser in der Plastikflasche. Sämtliche Geschäfte haben sich verpflichtet, Wasser aus den Regalen zu nehmen. Stattdessen verkaufen sie wiederauffüllbare Trinkflaschen.Diese Gemeinde hat konsequent zu Ende gedacht, erkannt, wie trotz des neuen, "grünen" Bewusstseins unsere eigentlichen schädlichen Gepflogenheiten weiterhin bestehen und beschlossen sich mit ihren Möglichkeiten autonom zu versorgen. Die lokale Unabhängikeit von ökonomischem Zwang und die Ablehnung des modernen "Wahnsinns" zu Gunsten pragmatischer Lösungen sollte Vorbild für die künftigen Gesellschaften sein. Dass Getränkekonzerne darüber nicht sonderlich erfreut sind versteht sich, im Vordergrund steht für sie ausschließlich Gewinn, nicht die Lösung unserer Probleme, was die Reaktion des Konzerns auf die Auflehnung der Gemeinde wohl bestätigt.Die Initiative ausgelöst hatten Pläne eines internationalen Getränkekonzerns, Wasser aus der örtlichen Quelle abzuzapfen, es dann in Sydney in Flaschen zu füllen, nur um es anschließend wieder in Bundanoon und im übrigen Australien zu verkaufen. Die Bürger des Dorfs protestierten gegen "diesen Wahnsinn". Im Juli entschieden sie sich einstimmig für ein gemeindeweites Verbot der Wasserflaschen. John Dee, der ebenfalls zu den Antreibern gehört, weist auf den "enormen Aufwand an fossiler Energie" hin, den der Transport, die Verarbeitung und die Lagerung von Trinkwasser in Flaschen erfordere. Zudem endeten 65 Prozent aller Trinkwasserflaschen im Müll. "Während unsere Politiker mit dem Klimawandel kämpfen, zeigt Bundanoon, dass wir auf lokaler Ebene zu Dingen fähig sind, die uns selbst überraschen", so der Aktivist.
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