Zu Furcht und Idealismus II
Furcht und Idealismus Teil IIIm ersten Teil wurden die Auswirkungen von Furcht auf unser Leben, vorallem auf die Qualität unseren Lebens, behandelt. Indem wir uns von unserer Furcht leiten lassen, beschränkt sie uns in unseren Handlungsmöglichkeiten und somit in unserem Wissens - und Erfahrungsfortschritt.
Furcht muss überwunden werden.
Mit der Überwindung vollzieht sich eine Veränderung, eine Festigung der Seele und das mit jedem einzelnen Triumph über seine Angst. Die Achtung vor sich selbst steigt und einhergehend, das Selbstbewusstsein. Das Kontrollieren seiner Furcht bedarf jedoch einer gewissen Disziplin, sowie einer stetigen Reflektion seines Verhaltens. Das Weltbild, welche Furchtlose, oder vielmehr Überwinder der Furcht, vor sich tragen, ist das heroische Weltbild. Angesicht eines Ziels erkennen sie einen Pfad und beschreiten ihn, möge er noch so dunkel sein. Sie erkennen, dass es letztendlich das Ziel ist, was zählt und drängen dem Ziel nicht förderliche Gefühle wie Furcht, Scham oder Schmerzen beiseite. Wahre Helden erkennen, dass ihr eigenes Wesen im Grunde nur einen Baustein zum Ganzen darstellt, zu etwas, das höher und wertvoller ist, als sie selbst es sind.
Natürlich fordern Situationen im Leben eines Durchschnittsbürgers nicht ständig Selbstverleugnung und die selbstlose Opferung des Lebens zur Verwirklichung eines höheren Ziels. Der Gedankengang, der hinter einer heroischen Lebensweise steht, lässt sich dennoch ebenso auf den Alltag anwenden. Die Frage, die man sich in diesem Sinne stellen muss: Ist die momentane Komfortabilität, Sicherheit (Langeweile), der Status Quo, die Gefahrlosigkeit, die mit der Verweigerung von Aktivität erreicht wird, wertvoller und wünschenswerter, als ein Ziel, welches sich durch Überwindung der Passivität und Furcht erreichen ließe? Nach Auffassung dieses Autors ist dies klar mit "Nein" zu beantworten, betrachtet man insbesondere die längerfristigen Folgen eines aktiven Verhaltens. Passivität verändert eben nicht den Status Quo, erschafft nichts und fördert lediglich Entropie, vorallem zerstört sie den menschlichen Geist und unterdrückt seinen gesunden Drang nach Abenteuer. Aktivität formt und stärkt den Charakter, selbst wenn man sein Ziel nicht erreicht. Gemeinhin sind alle Dinge, die erstrebenswert sind, nicht einfach zu erlangen, besitzen dementsprechend aber längerwährenden Einfluss auf unser Leben. Dies ist die eigentliche Motivation, besser seinen Mann zu stehen und eventuelle oder sogar sichere Unanehmlichkeiten auf sich nehmen; der Rückblick auf das eigene Leben, während man auf dem Sterbebett liegt: "Habe ich alles voll ausgeschöpft oder doch zuviel aufgrund meiner Furcht verpasst ? Wenn ich jetzt noch einmal die Gelegenheiten und Entscheidungen durchleben könnte, würde ich alles wagen." So viele Leute scheiden täglich unbemerkt aus dieser Welt, aus einem schalen Leben voller gutbürgerlicher Entropie. Aber was will man auch von Bürgern eines Kindermädchen - Staats anderes erwarten, in dem erwachsenen Menschen jegliche Selbstverantwortung und Risikobereitschaft durch eine Masse an Bürokratie aberzogen wird ? Niemand der noch Herz besitzt möchte zu jenen armen Seelen gehören. Der Gedanke an mögliche verpasste Erfahrungen eines endlichen Lebens muss in jeder Überlegung berücksichtigt werden, im Verhalten, in jeder Entscheidung, es muss zur Gewohnheit werden, bis es keines bewussten Gedankens mehr bedarf. Prüft euch daraufhin und handelt entsprechend.
"Raj asked Buddha, "Reverend Sir, how come my mind wanders around to forbidden places and yours does not?" "Sir, how come I do back-biting and you don't?" "Sir, how come I don't have compassion for others, while you have?" All the questions that Raj asked were of similar nature.
Buddha replied, "Raj, your questions are good, but it seems to me that in 24 hours from now you will die."
Raj got up and started getting ready to go.
Buddha asked, "Raj, what happened? You came with such vitality now you are totally dismayed."
Raj said, "Sir, my mother told me that your words are true and are to be held in high esteem. So please let me go so that I may meet my family members, friends and others before I die."
Buddha said, "But there are still 24 hours. Sit, we will talk more."
Raj said, "Reverend Sir, please let me go. I must meet my people before I die."
So Raj left and went home. Met his mother and started crying. The word spread. His friends came; other family members came; neighbors came. Everyone was crying with Raj. Time flew.
Raj was busy either crying or counting the hours. When only 3 hours were left, he pulled up a cot and lay down. Although the Death had not yet arrived, poor Raj was kind of dead.
When only an hour was left, Buddha walked in.
Buddha said to Raj, "Raj, why are you lying down on the cot with your closed eyes. Death is still an hour away. And an hour is 60 minutes long. That's a lot of time. Get up, let us talk."
Raj: "Sir, what is it now that you want to talk? Just let me die peacefully."
Buddha: "Raj, there is still time and our talk will get over before the 'ordained' time."
Raj: "Okay, Sir . . . say what you have to say."
Buddha: "In the past 24 hours, did you curse anyone?"
Raj: "How could I curse anyone? I was all the time thinking about death."
Buddha: "In the past 24 hours, did you think or wish ill for anyone?"
Raj: "How could I do that? I was all the time thinking about death."
Buddha: "In the past 24 hours, did you steal?"
Raj: "Sir, how can you even ask that? I was all the time thinking about death."
Finally the Buddha said, "Raj, I don't know who has to die and who has to live. But understanding the ultimate truth i.e. death can be very enlightening. All the questions you posed to me have been answered by yourself because of the awareness of death that you experienced during the past 24 hours. The difference between me and you is that you were aware of death for the past 24 hours, I have been aware for the past 24 years.
Sein Leben aktiv zu leben und Risiken einzugehen ist durchaus trainierbar. So oder so, etwas gewinnt man, selbst wenn es nicht das ursprünglich Erwünschte ist. Ein kleines Abenteuer, ein wenig ertragene(r) Schmerz und Angst ist wohltuend für die niedergerungene, mit einer Flut an Reizen taub gemachten Geist des modernen Menschens (Aus diesem Grund sind wahrscheinlich Extremsportarten heutzutage so beliebt). Die Glut, die in alten Zeiten ein Feuer war, existiert noch in den Menschen und wartet nur darauf, neu entfacht zu werden. Die Menschen müssen sich dieser Glut nur bewusst werden.
Es ist nicht wichtig, wie groß und bedeutsam das Abenteuer ist, jeder in seinem Handlungsrahmen. Falls ihr Angst vor Hunden habt, nehmt den Weg am Haus des Nachbarn mit dem großen Hund vorbei. Fahrt in eine fremde Stadt ohne Navigationsgerät, nur mit einer Karte ausgerüstet. Gesteht eurer Verehrten (oder eurem Verehrtem) eure Zuneigung. Setzt euch auf, schlagt euch vor die Brust und wagt es einfach. Vermeidet mediale Berieselung jeglicher Art, sie tötet den Willen und macht den Kopf taub. Schließlich wächst man mit jeder Herausforderung und gewinnt neue Erkenntnisse über sich selbst, wozu man fähig ist, wie man in Stresssituationen wirklich reagiert und sammelt so Mut für schwierigere Taten. Ihr könnt nicht verlieren, das Leben ist dazu da, erfahren zu werden. Mit dem neu gewonnen Wissen und Selbstbewusstsein weicht die Furcht einem Tatendrang, einer Angriffslust, euch die Welt Untertan zu machen. Geht besonnen und klug, stets ehrfürchtig euren Weg, aber beschreitet ihn furchtlos. Ihr seid nun eures eigenen Lebens Schmied.
Der vornehme Mensch ehrt in sich den Mächtigen, auch Den, welcher Macht über sich selbst hat, der zu reden und zu schweigen versteht, der mit Lust Strenge und Härte gegen sich übt und Ehrerbietung vor allem Strengen und Härten hat. "Ein hartes Herz legte Wotan mir in die Brust" heisst es in einer alten skandinavischen Saga: so ist es aus der Seele eines stolzen Wikingers heraus mit Recht gedichtet.
- F. Nietzsche Nr. 260 in "Jenseits von Gut und Böse"
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