Decrepit Birth - And Time Begins
Decrepit Birth - And Time Begins
By 1191.4814.5102, 5. Aug. 2007
Nach dem Erfolg von Bands wie Deeds Of Flesh und Disgorge ist in Kalifornien eine neue Generation von Brutal Death Metal Gruppen aufgekeimt, die dem Weg, den besagte Bands mit Innovation und Tatkraft geebnet haben, geistlos und uninspiriert folgen. Decrepit Birth stellen eine der wenigen Ausnahmen dar, die aus den Errungenschaften ihrer Vorbilder etwas Neues erschaffen haben.
Wie bei solchem regional geprägtem Brutal Death Metal üblich, definiert sich diese Musik nicht so sehr durch ihr thematisches Material, das zwar durch eine ungewöhnlich direkte, chromatisch modulierende Phrasierung, die in den langsamen Passagen am deutlichsten zu hören ist, und den freien Umgang mit etwas farbenreicheren Akkorden als die standardisierte reine Quinte größtenteils interessant gestaltet ist, in der insgesamt jedoch nur eine geringe Anzahl bestimmter Intervalle zur Charakterisierung der permanenten chromatischen Läufe zur Verfügung zu stehen scheinen, sondern durch ihre strukturelle und rhythmische Applikation.
Die Besonderheit dieser Band ist die Verbindung dieser Facetten mit einer ständigen, fließenden Texturvariation, die beim Großteil dieser Lieder eine unaufhörliche Steigerung zum Klimax zur Folge hat, die in ihrer Linearität einzigartig ist und eine Vielzahl klassischer Variationsformeln für eine rasende Themenfragmentrotation einsetzt, die von normierten Rezepten wie die verstärkend wirkende harmonische Division, das asymmetrische Spiel mit rhythmischer Vorausahnung und der Veränderung einzelner, dynamischer Komponenten bis zu eher seltenen Anwendungen wie Ritardandi und Umkehrungen reicht.
Solche kompositorischen Absichten können nur durch eine umfassende rhythmische Straffheit in der Instrumentation durchgeführt werden, bei der die vorsichtig eingearbeiteten gesanglichen Muster eine erfolgreich komplementäre Funktion übernehmen, insgesamt jedoch die überragende Darbietung des Schlagzeugs die komplexen Techniken der Gitarrenstimmen durch eine perfekte Balance aus impulsivem Antrieb und frei gestalteten, intuitiven Brückenpassagen zu einer rhythmischen Einheit zusammenbringt, die keine abstrakte Interpretation benötigt. Aus diesem Grund können die strukturell einfachsten Lieder The Infestation und Shroud Of Impurity wegen ihren percussiven Verlagerungen genauso genossen werden wie das Titelstück, das durch seine fortlaufende Linearität besonders hervorsticht.
Die Produktion begünstigt durch Hervorheben des Schlagzeugs diesen ästhetischen Aspekt auf Kosten der klanglichen Sauberkeit, weswegen diese Veröffentlichung ab und an ein wenig anstrengend ist. Bei einer so klaren Darstellung dekonstruktiver Musik ist das aber nicht weiter verwunderlich.
Liedfolge:
1. Prelude To The Apocalypse (1:25)
2. Condemned To Nothingness (3:03)
3. Thought Beyond Infinity (2:59)
4. The Infestation (2:15)
5. Rebirth Of Consciousness (2:15)
6. Shroud Of Impurity (3:29)
7. Concepting The Era (3:31)
8. Of Genocide (2:12)
9. ... And Time Begins (9:03)
Totale Spielzeit: 30:12

