Immer weniger Suizide in Deutschland
Im Jahre 2007 brachten sich weniger Menschen um, als noch im Jahre 2006. Ganz allgemein scheinen die Selbstmordraten zu sinken.Wie sehr sich die bundesrepublikanische Politik diesen offenbar positiven Verlauf auch gerne für ihr Luftschloss verwenden möchten, um sich selbst auf die Schulter klopfen zu können, so sehr scheinen sie nicht Émile Durkheims "Der Selbstmord" von 1897 gelesen zu haben, in dem dieser darstellt, daß eben nicht die Staaten mit dem größten Elend diese sind, in welchen die Selbstmordrate gleichermaßen hoch ist, sondern vielmehr solche, die eigentlich gut dastehen. Das hat sich in der Zeit des zwanzigsten Jahrhunderts dann auch bestätigt, denn wenn die Zeiten schon schrecklich sind, bringt der Mensch sich nicht auch noch um, sondern steht, so gut es geht, auf und entwickelt ungeahnte Kräfte. Somit sind die sinkenden Raten zumindest in diesem Fall objektiv eher ein schlechtes Anzeichen für das Land.Im Jahr 2007 ereigneten sich in NRW rund 1.500 Selbsttötungen. Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik anlässlich des morgigen Welttages der Suizidprävention mitteilt, war die Zahl der Suizide damit um 12,5 Prozent niedriger als 2006, gegenüber dem Stand von vor zehn Jahren waren es sogar 27 Prozent weniger Suizide. Besonders häufig nahmen sich Menschen in den mittleren Lebensjahren und in höherem Alter das Leben. Quelle
Harm Wulf

