18. August 2008
Einführung in die Theorie der „Philosophia Perennis“
Einführung in die Theorie der „Philosophia Perennis“Die Philosophia Perennis (lat. „immerwährende Philosophie“), ein stark kritisierter und somit zu wenig beachteter Zweig der Philosophie, bezeichnet die Suche nach immergültigen Wahrheiten, welche sich hauptsächlich aus archetypischen, vorgeschichtlichen, spirituellen und objektiven Regeln, gefunden in Überlieferungen, ausdrücken. Dieser Geisteshaltung wollen wir tatsächlich einen objektiven Charakter geben, obwohl das eigentlich die Hauptkritik an diesem Denken ist. Welche objektivere Annahmen könnte es aber doch geben, als die sakralen Weisheiten, dargebracht in Konvergenzen weltweiter verschiedenster Hochkulturen? Wir kommen also folglich nicht umhin, bei der Suche nach dieser Philosophie weit zurückzugehen. In der Antike finden wir im Mittelmeerraum etwa die Germanen, die Kelten, die Griechen, die Römer, die kretominoische Kultur und natürlich auch die Rasenna.
Hierbei fällt es aber schwer, auf die Werke der bedeutenden griechischen Philosophen als „Weisheitsschmiede“ zu schauen, denn dafür gibt es mehrere Gründe. Der Großteil dieser Philosophie und auch die eigentlichen Gegenbeispiele für diese These, können bereits als säkularisiert betrachtet werden. Dies wird klar, wenn man sich die Götterwelt der Philosophen dieser Zeit anschaut. Dazu sagt Herodot nicht umsonst: "Homer und Hesiod haben den Griechen die Götter geschaffen."
Die Griechen als ganzes haben somit durch diese beiden, quasi ersten Nationaldichter eine Götterwelt für das komplette Griechenland bekommen. Es fällt schwer, grandiose Werke wie die Theogonie oder Ilias abzulehnen, aber für die Philosophia perennis war dieser Schritt der Vermenschlichung zweifelsohne ein Rückschlag. Im Bezug auf die Zeitalter, schrieb Hesiod in seinem „Werke und Tage“ den Satz „O dass nimmer ich dann mit dem fünften Geschlechte noch lebte, dass ich wäre gestorben zuvor, dass später geboren!“ und dabei ist es wohl eindeutig, daß er doch selbst mit seinem subjektiven Werk, die Menschen noch weiter von den Göttern entfernt hat, was ja ein klares Anzeichen der „letzten Zeitalter“ ist. Für diese Art der Gottesvorstellung als etwas, das national einheitlich sein könnte, trifft wohl am besten ein Zitat von Aldous Huxley aus seinem Werk „Die ewige Philosophie“:
„Die religiösen Systeme der Welt sind zur Hauptsache durch Menschen ausgearbeitet worden, die weder vollkommen selbstlos noch erleuchtet waren.“
Der oben beschriebenen Degeneration gaben sich viele Hochkulturen hin und entfernten sich damit willentlich von wahrer Weisheit.
Weiter im Norden konnte man sich dieser Entwicklung noch etwas erwehren. Streng traditionsbewusst wurde dort das Wissen üder die Götter, von ausgewählten Personen nur mündlich weitergegeben und das nicht auf nationaler Ebene, sondern auf der Ebene von kleinen Landschaftsabschnitten, was dazu führte, daß ein Götterglaube sogar bei zwei benachbarten Völkern verschieden sein konnte, was keinen der beiden richtiger oder falscher machte. Zur Erklärung der Gründe für dieses Phänomen kann wohl passend Julius Evola zitiert werden, der den Ursprung dieser Natürlichkeit in seinem Werk „Revolte gegen die moderne Welt“ folgend beschreibt:
„Die Wahrnehmungen, die von einer Phantasie-Kraft gesammelt wurden, die von dem physischen Sinne in unterschiedlichem Grade frei war, veranlasste in ihr entsprechende symbolisch Dramatisierungen: eben Götter, Dämonen und Schutzgeister der Örtlichkeiten, der Geschehnisse und der Elemente."
Darauf aufbauend wäre es wohl sehr pauschalisierend davon auszugehen, daß man den ganzen germanischen Stämmen eine einheitliche Religion geben könnte. Das von den Neuheiden so gefeierte Werk „Die Edda“, welches zu aller Absurdität von Island bis Schweden und bis runter nach Deutschland, denen als göttliches Manifest dient, besiegelte neben theologischen Imperialisten wie Karl dem Großen letztlich auch deren Schicksal.
Zuvor aber, wurde, wie gesagt, das Wissen über die Götter mündlich weitergegeben. Dazu muss erwähnt werden, daß die mündliche Weitergabe nicht zufällig oder lapidar war, sondern sehr strengen Regeln folgte. Ähnliche Strenge fand sich noch im 19. Jahrhundert bei Max Müller, der von Schülern der Rig Veda erzählt, die über 30.000 Strophen völlig korrekt auswendig nachsprechen konnten, was eine Ausbildung eines Eingeweihten von 8 Jahren voraus hatte. Nur ein geringer Teil der germanischen oder keltischen Lebensgemeinschaft hatte umfangreiches Wissen über die Göttersagen, welche nach Kasten geordnet nur bestimmten in ganzer Fülle weitergegeben wurde. Bestimmte Bevölkerungsschichten oder Kasten hatten meist einen bestimmten Gott, der ihrer Tätigkeit am nächsten war, also bei den Germanen zum Beispiel Thor für die Bauern und Tyr für die Krieger. Bei den Kelten wurde es nur von der Priesterkaste weitergegeben, also den Druiden und bei den Germanen sogar noch ausschließlicher, nur von den Königen (oder passender „Stammesführern“), was sich sehr gut durch das „Handbuch der germanischen Mythologie“ von W. Golther (1895) mit dem Satz „Semideos id est ansis - qourum quasi fortuna vincebat“ begreiflich macht. Runische Überlieferungen gibt es nur in sehr geringem Ausmaße, wobei die Inhalte meist auch eher profaner Natur sind.
Wir stehen folglich einem offensichtlichen Problem gegenüber. Die niedergeschriebenen Überlieferungen über die Götter bleiben subjektiv, weil sie, wie bereits erklärt, der Willkür eines menschlichen Schreibers unterliegen. Zwischen die Tradition, der Weitergabe des Feuers oder der Tradition, schlug das Christentum in den nördlicheren Regionen einen Keil.
Man könnte folglich davon ausgehen, daß entweder jeder Bezug zur Philosophia perennis verloren ging, wie es die Zeitalter auch voraussagen oder sich mit der Vorgeschichte und somit nebulösen Quellen, wie den Stanzen von Dzyan, auseinandersetzen. Der Schlüssel einer Antwort liegt hierbei in den Veden oder um genauer zu sein in der Srimad Bhagavatam:
Wie die Biene, die den Honig verschiedenen Blumen entnimmt, anerkennt der Weise den Wahrheitskern verschiedener heiliger Schriften und sieht nur das Gute in allen Religionen.
Dies zur Heranführung an den Gedanken der Philosophia perennis.
Harm
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