13. August 2008
Wider die Natur - Mit Konsequenzen Teil II
Wider die Natur - Mit Konsequenzen Teil II
Kinder sind Nervensägen. Nervensägen, die nach 9 Monaten anstrengendster Schwangerschaft zur Welt kommen und sofort das glückliche Zusammenleben der Familie auf den Kopf stellen. Hilflose kleine Bälger, die sich in die Hose machen, den Brei nicht essen wollen und einen nachts nicht schlafen lassen, weil sie ja unbedingt ständig schreien und weinen müssen. In den ersten Jahren entwickeln sie sich dann und mit ein wenig Pech hat man noch ein Exemplar mit ADS bekommen, die Hölle auf Erden. Jeder hat die Bilder schonmal gesehen und im Fernsehen werden sie vorwarnend ständig wiederholt. Kleine Kinder, deren einziges Ziel darin besteht den Eltern das Leben so schwer wie nur irgendwie möglich zu machen. Sie spucken, schlagen, beleidigen und machen alles kaputt. Dagegen kann man nichts machen, außer studierte Fachmänner ins Haus zu holen, welche dann durch Liebe und Fürsorge und insbesondere Zuhören das Kind mal wieder auf den richtigen Weg bringen.Sieht die Welt nicht heute so aus? Haben wir ein anderes Bild von Kindern? Sehen wir sie als Bereicherung unseres Lebens? Kann denn überhaupt eine Tat des Kindes so schlimm sein, daß wir sie nichtmehr sehen wollen? Sind Kinder natürlich so gestrickt, daß sie uns in den ersten Jahren auf die Probe stellen wollen?
Das sind Fragen, die man sich stellen muss. Antworten sucht man sich wie immer mit Literatur und kann dabei sich doch mal die Bestseller anschauen, welche durch ihre hohe Verkaufsquote ja schon eine gewisse Qualität widerspiegeln sollten. In Frankreich wäre man da momentan sehr aufgeschmissen, denn kursiert dort doch das Buch der Autorin Corinne Maier, mit dem bezeichnenden Titel „No Kid“, welches 40 Gründe gegen eine Schwangerschaft und prinzipiell gegen Kinder aufzählt. In diesem Pamphlet bezeichnet sie Kinder als „kreischende Gremlins“, nur damit keiner denkt die Sichtweise aus den ersten Zeilen des Textes hier seien übertrieben, und stellt weiterhin die offensichtlich obskure These auf:
[…]Stimmt, Haushalt und Kinder sind in unserer Gesellschaft immer noch Frauensache. Deshalb die radikale Lösung: Erst ohne Kinder gibt es echte Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen.
Das Zitat stammt aus einem Interview mit der Welt vom 9. September 2007. Der Horizont dieser Frau scheint nicht sehr weit in die Zukunft zu reichen, denn bevor es dann letztlich zur tatsächlichen Gleichberechtigung käme, würde es schon keine Menschen mehr geben. Es wäre jetzt fast schon zu leicht das Denken dieser Frau auf heutige Politik zu beziehen, welche oft doch allzu offenkundig nur in Maßstäben von vier Jahren denkt und in keinster Weise an den folgenden Generationen auch nur einen Gedanken verschwendet. Völker ohne Vergangenheit brauchen auch keine Zukunft.
Eins kann man der Autorin dieses Buches aber nicht vorwerfen – mangelnde Ehrlichkeit, denn sie sagt doch, was viele Frauen denken und bringt es jedenfalls mal auf den Punkt. Wir sind egoistisch und für das eigene Wohl neben wir gerne alles in Kauf, selbst wenn es den Tod eines ganzen Volkes beinhaltet.
Aber richten wir unseren Blick auf die bundesrepublikanischen Bücherläden, in denen das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ nirgendwo fehlen darf. Die Theorie dieses Buches zum Thema des Titels ist schnell beschrieben. Die Mutter legt das Kind ins Bett und wartet lässt es etwa 3 Minuten schreien, bevor es wieder zu ihm geht. Dann geht sie wieder und wartet nun 5 Minuten bevor es wieder zum Trösten einschreitet, dann 7, womit es stopt. Am nächsten Tag würde man dann sofort mit 5 Minuten anfangen und den Zeitraum langsam erhöhen, bis man nach 4 Tagen 10 Minuten als Minimum eingependelt hat. Das Kind würde dadurch lernen, daß es durch ihr Schreien die Mutter nicht kontrollieren kann und letztlich einsieht, daß es einschlafen kann, bevor es die Mutter wiedersieht. Was in diesem Buch als logische Problemlösung vorgetragen wird, muss erstmal aus der Sicht des Kindes betrachtet werden. Eingeschlossen in den Bauch der lebensspendenden Mutter, wohl behütet über Monate, von der selben Quelle speißend und tiefverbunden. Die Bindung zur Mutter ist zweifelsohne eines der stärksten Bande der Welt. Zu Hause wird man dann in das Bett gelegt und in völliger Dunkelheit alleine zurückgelassen. Schreit das Kind weil es provozieren möchte oder weil es vielleicht Angst, Hunger und Sehnsucht hat?
Das ist es, was wider die Natur ist. In der Moderne ist es fast schon typisch, daß man, wenn man das Problem genau umkehrt, es das richtige für die Menschen ist und so ist es auch hier. Die Natur des Menschen sieht es vor, und so wird es von vielen „primitiven“ Stämmen in Teilen Afrikas bis heute gemacht, daß die Familie zusammen in einem Bett schläft und die Vorteile sind einleuchtend. Noch vor einem Monat hat sich sogar die Unicef und die WHO für ein Familienbett ausgesprochen und dabei mehrere Studien zusammengefasst. Die Studien sind völlig eindeutig. Sogar im Schlaf schützt die Mutter ihr Kind vor allen Gefahren, die so im Bett auftauchen können und senkt somit das Risiko für den plötzlichen Kindstot immens. Es ist zum Beispiel nicht ungewöhnlich, daß Kinder in starken Tiefschlafphasen Atemstillstände haben, was seit langem schon als Risikofaktor für den SIDS gilt. Was dabei mit dem Kind passieren würde, wenn es alleine in einem anderen Zimmer liegt, ist wohl nicht schwer zu erraten. Das Kind fühlt sich nicht alleine und kann gestillt werden, wenn es Hunger hat, was das Risiko für den Kindstod sogar nochmal um 50% senkt.* Kann jemand tatsächlich noch die Richtigkeit dieser Idee leugnen? Faulheit sollte niemals das Interesse am Überleben des Kindes übersteigen und man muss sich auch fragen, aus welchem Kind ein sozialeres Wesen wird. Aus dem, das immer bei der Mutter lag oder aus dem, welches alleingelassen im dunklen Zimmer nach seiner Mutter schreit.
Ist das der einzige Grund für die Probleme, welche auftauchen können? Absolut nicht, denn das sind alles vielmehr Puzzleteile, die völlig zusammengefasst einerseits diese Kinder hervorbringt und gleichzeitig eine denaturierte Gesellschaft widerspiegelt. Die Teile alle zu behandeln würde den Umfang eines Textes bei weitem sprengen, deshalb nurnoch ein paar wenige, welche dem Schreiber am Herzen liegen, wobei jedem ein anderer Punkt entweder wichtiger oder weniger wichtig erscheinen könnte.
Vorteile von künstlich erzeugter Säuglingsnahrung wären bis auf die Bequemlichkeit für die Mutter wohl keine zu nennen, denn wenn der Mutter von der Natur das Werkzeug der Muttermilch in die Hand gegeben wird, so sollte sie es nicht zurückweisen. Diese natürliche Babynahrung ist ein Cocktail, welcher praktisch vor so ziemlich jeder Krankheit schützt, egal ob Infektionen, Allergien, Entzündungen oder Asthma. Es stärkt sogar das Herz bis ins hohe Alter. Es gibt also letztlich kein überzeugendes Argument gegen Muttermilch, wenn sich die Mutter gesund ernährt und nach nichts süchtig ist. In der Logik der Moderne in Kombination mit der Wirtschaftsdämonie leuchtet das schnell ein und man erfindet Methoden um die Milch, wie bei einer Kuh abzupumpen und aufzubewahren. Man könnte sagen, daß das Kind dadurch doch die Muttermilch bekommt und alles ganz normal ist, aber das stimmt nicht. Neuere Studien fanden nämlich heraus, daß nicht nur die Muttermilch selbst große Vorteile hat, sondern auch die Interaktion, die das Kind mit der Mutter hat. Es wurde bestätigt, daß das direkte Stillen sogar Auswirkungen auf die Intelligenz des Nachwuchses hat. Man muss damit rechnen, daß man sich von der Natur noch viel weiter entfernen kann, aber daß jeder Schritt in diese Richtung auch Konsequenzen hat, was sich hier unschwer erkennen lässt. Und wenn wir schonmal bei Muttermilch sind und am Anfang des Problem ADHS angesprochen haben, muss dazu auch noch was erwähnt werden. Bezahlte Wissenschaftler behaupten ja oft, daß es viele Zivilisationskrankheiten schon immer gab, sie aber eben nur nie diagnostiziert wurden. So ähnlich sieht es auch mit ADHS aus, was sich so erklärt wird, daß die Kinder in älterer Zeit einfach viel mehr draußen waren und ihre Störung somit nicht bemerkt wurde, weil sie ohnehin ausgelastet wurden. Dann ist es aber völlig merkwürdig, daß ADHS insbesondere mit künstlichen Farbstoffen in Verbindung gebracht werden kann, neben Rauchen Und Alkohol in der Schwangerschaft, alles Faktoren, die es entweder damals nicht gab oder kaum so exzessiv betrieben wurden, wie es heute möglich ist.
Sogar in den plumpen Fernsehsendungen, welche uns beibringen sollen, daß Kinder zu bösartigen Bestien werden können, wird mit Zuhören und Verständnis das Problem geregelt. Zu hohe Erwartungen und liebloses Verhalten der Eltern, sind der Hauptfaktor für die Störungen. Es gibt unzählige Puzzleteile, die es zu entschlüsseln gibt und die uns unsere Kinder wieder genießen lassen, unsere Zukunft sichern und das Leben wertvoller machen.
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