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Deutsche Nihilistische Gesellschaft - Nihilismus, Traditionalismus, Pan-Nationalismus

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"Mir ekelt vor diesem tintenklecksendem Säkulum"

30 06 08 - 09:28

"Mir ekelt vor diesem tintenklecksendem Säkulum"

Es war einmal, als in einem Land lange Schornsteine qualmten und Maschinen lärmten. Viele Menschen bevölkerten dieses Land, die wie es genauso grau und steinern waren. Damit die Schornsteine weiterqualmen und die Maschinen weiterlärmen konnten, mussten die Menschen hart arbeiten und unglücklich sein. Die Menschen, die daran jedoch Freude fanden, wurden Herrscher genannt, die über den ewigen Fortgang des Qualmens und Lärmens wachten.

Mit 5-7 Jahren werden wir mit guten Versprechungen aus unserer kindlichen Welt gerissen, um das Lesen und Rechnen zu erlernen, ja, das Lernen selbst. Warum? Damit sie später mal etwas werden. Natürlich erlernen Kinder in diesem Alter Dinge besonders hervorragend - aus diesem Grund würfelt man ein paar Kinder zusammen und bringt ihnen etwas bei.

Lernen bedeutet, in die Welt geworfen zu werden un seine eigenen Erfahrungen zu machen. Zu wachsen, zu erfahren - und auch zu scheitern, um daraufhin wieder aufzustehen. Durch Länder zu reisen, verschiedene Kulturen kennenzulernen und seine eigene wertzuschätzen. Selber herauszufinden, wie man Dinge im Leben handhabt und sich nach seinen Interessen formen, um selbstbewusst sein Schicksal herauszufordern und seinen Platz auf der Welt einzunehmen.
Lernen bedeutet nicht, seine Tage mit Sitzen, Zuhören, Unterordnen zu verbringen. Man lernt dort eben nichts "etwas fürs Leben" - sondern vielmehr, sich im Leben unterzuordnen. Dieser Drill hat nur das Ziel, einen gleichgeschalteten Untertanen zu formen. Wer hat das Recht, zu entscheiden, was jemand wissen sollte? Was für jemanden falsch ist? Wer darf das überhaupt beurteilen? Der Lehrplan, den ein bürokratisches System aufgestellt hat etwa?

Ich erinnere mich noch gut, als wir in der Schule die Strömung des Sturm und Drang durchnahmen. Fasziniert von der vermittelten Aufbruchstimmung konnte ich mich gut mit namhaften Protagonisten wie Faust, Werther und Karl Moor identifizieren.
Doch das, was die Autoren des Sturm und Drang, der Empfindsamkeit, der Aufklärung usw. kritisierten, war immernoch da. Paradoxerweise gerade dann, wenn wir versuchten, in der Schule diese Bewegung intelektuell zu rekapitulieren. Keiner hatte so richtig eine Idee davon, was uns Goethe, Schiller oder Kant uns vermitteln wollte. Keiner interessierte sich dafür, aber solange es um eine Note ging, war man bereit, auswendig gelernte Formulierungen zu wiederholen ohne ansatzweise den Spirit, den Grundgedanken verstanden zu haben. Der Lehrer forcierte dieses Verhalten, schließlich muss ein Lehrplan eingehalten werden, bei dem Kreativität und Beseeltheit keinen Platz hat. Was dort betrieben wurde, war die schlimmste Schändung, die man sich an einer Kultur und Seele vorstellen kann; unter dem Vorwand, sich mit der Hochstimmung auseinanderzusetzen, lernte man trocken Formalitäten, um vorzugeben, es verstanden zu haben. Mich ergriff ein unbeschreiblicher Ekel vor dem modernen "tintentklecksendem Säkulum" wie Schiller in "Die Räuber" schrieb, ein heuchlerischer, respektloser Zusammenwurf von degenerierten Idioten, die im nächsten Supermarkt trendigen Plastikmüll kaufen werden.
In der entsprechenden Klausur schrieb ich übrigens nur 7 Punkte.

Der moderne Schulzwang wird oft schöngeredet, indem auf die Großartigkeit der frei erhältlichen Bildung für jeden hingewiesen wird, die in der Tat in manchen Ländern zu kurz kommt. Schließlich lernt man fürs Leben - Formalien erfüllen, demütig sein und arbeiten-arbeiten-arbeiten, so kommt man in der späteren Berufswelt auch viel besser an. Bildungspflicht ist eine Sache, aber ein formeller Schulzwang, der auch mit Gewalt durchgesetzt wird ist wahnsinnig - wie kann man in unserer "humanistischen" Welt die Kreativität eines Menschen mit Lehrmeinung überschreiben? Die Demokratien rühmen sich ihrer Freiheit, agieren jedoch genauso sozialistisch-kollektivistisch wie ihre Opponenten, da beide Gesellschaftssyteme auf dem gleichen Prinzip aufbauen: Der kleinste Gemeinsame Nenner. Ist ein Idiot da, der nur bürokratische Aufgaben erfüllen kann, wäre es ja diskriminierend, intelligente und originelle Menschen zu bevorzugen. Also senkt man einfach den Standard und man wird sehen: der bürokratische Idiot steigt in die höchsten Instanzen auf. Wirtschaft, Politik, Medien.

Wieviele intelligente Menschen verzweifeln aufgrund der Seichtheit, die ihnen tagtäglich um die Ohren schlägt? Ein zusammengewürfelter Haufen aus allen Schichten und wie so oft, der kleinste gemeinsame Nenner des Lehrplans hindern sie am Entfalten ihrer wertvollen Fähigkeiten. Die soziale Situation der meisten Schulen ist mittlerweile niedriger als der IQ der Besucher. Wie können wir, wenn wir unsere Kinder lieben, sie dorthin zwingen?

Identität, Selbstbewusstsein, Kreativität - das sind alles Begriffe, die nicht mehr in unsere Gesellschaft passen - ist das etwa eine deutsche Tugend? "Für das Leben lernen wir" - ein Spruch wie aus dem Konzentrationslager.

Man darf nicht an diesem Staatsapparat verzweifeln, man darf niemals seinen Willen von ihm brechen lassen. Wenn man seinen Spirit nicht ausleben kann, sucht man sich konstruktive Dinge, die man in der Freizeit tun kann, während man die Schul-, Ausbildungs- und Studienzeit spielerisch handhabt, darüber lacht und das Beste herausholt. Es ist für Intelligente Menschen ungemein frustrierend, heute zu leben und walten zu müssen, aber man darf sich nie aufgeben. Denn dann hätte das System eine weitere hohe Seele auf dem Gewissen.
ein Kommentar

Sehr schöner Text, aber das Wort “Spirit” finde ich schon etwas schade, denn ist doch “Geist” ein schönes deutsches Wort dafür.
Nebenbei blätterte ich neulich in einem Studienratgeber und las einen Artikel über die Geisteswissenschaftler, in dem eben denen empfohlen wurde, so viele Praktika wie möglich zu machen, damit sie nach ihrem Studium dann sofort in die Wirtschaft gehen können um dort höchtens noch mit ihrer Eloquenz zu glänzen. Dieser Studienratgeber hat nichmal angedacht, daß man im kulturellen Bereich tätig werden könnte. Es ist wohl darüberhinaus kaum verwunderlich, daß insbesondere BWLer und Mediziner gerade die sind, welche mit einer Jobgarantie (ob mit Praktika oder ohne…) von der Uni weggehen.
Harm Wulf (URL) - 02 07 08 - 07:11



  
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