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29. April 2008

Wenn Gewaltlosigkeit Selbstmord bedeutet (Theodore Kaczynski)

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Wenn Gewaltlosigkeit Selbstmord bedeutet

GNUS Vorwort
Eine weitere Übersetzung von Theodor Kaczynski. Es geht um das allgemeine Prinzip der Selbstverteidigung; wenn man es nicht kann (oder keine Polizei da ist, um einen zu beschützen), kommt es einem Selbstmord nahe. Was hier und heute trauriger Alltag ist, projiziert T.K. in eine Zukunft, in der das technologisch-industrielle System zusammengebrochen ist und die Menschen alleine ihr Überleben handhaben. Als Einleitung dient eine kleine Geschichte, die wir im Original übernommen haben.

It’s the autumn of 2025 AD. The technoindustrial system fell apart a year ago, but you and your friends are doing alright. Your garden has flourished this past summer and in your cabin you have a good supply of dried vegetables, dried beans and other foodstuffs to get you through the coming winter. Just now you’re harvesting your potatoes. With your spades, you and your friends uproot one potato after another and pick the plump tubers out of the soil.

Suddenly the friend at your elbow nudges you and you look up. Uh-oh. A gang of mean-looking men is coming up your trail. They have guns. They look like trouble, but you stand firm. The leader of the gang walks up to you and says,

"Nice looking potatoes you got there."

"Yeah, you reply. "They’re nice-looking potatoes."

"We’re going to take them" says the gang leader.

"The hell you are!" you answer. "We spent a long summer of hard work growing those potatoes…"

The gang leader points his rifle at your face and says, "—— you, punk." To his men he adds, "Dick, Ziggy, check the cabin and see what kind of food they got. We might just move in and spend the winter here. Mick, grab that bitch over there before she gets away. She got a nice ass. We’ll all screw her tonight."

You get angry and start shouting, "You bastard! You can’t…"

The rifle goes BANG. You’re dead.


Gewaltlosigkeit funktioniert nur, wenn die Polizei einen beschützt. Fehlt der Polizeischutz, ist Gewaltlosigkeit fast das Äquivalent zum Suizid.

Zugegebenerweise war das nicht immer und überall der Fall. Bei den Pygmäen aus Afrika war laut Colin Turnbull tödliche Gewalt gegen Menschen nahezu unbekannt. In anderen nomadischen Jäger- und Sammlergesellschaften töteten sich die Menschen manchmal gegenseitig in Kämpfen, aber sie besetzten niemals das Territorium eines anderen oder schlachteten systematisch andere Stämme ab. Unter diesen Umständen ist Gewaltlosigkeit vereinbar mit Überleben.

Aber realistisch betrachtet sind das nicht die Bedingungen, die nach dem Fall des technoindustriellen Systems vorherschen werden. Es gibt viele bösartige Leute in der Welt: Nazis, Hell's Angels, Ku Klux Klanners, die Mafia... viele andere die nicht zu den erwähnten Gruppen gehören. Sie werden sich nicht in Luft auflösen, wenn das System auseinander fällt. Sie werden immernoch da sein. Sie werden wahrscheinlich nicht sehr erfolgreich sein, wenn es um das Anbauen von eigener Nahrung geht und sie werden das auch nicht versuchen, weil Leute dieses Schlags es wesentlich angenehmer finden, jemand anderen das Essen wegzunehmen anstatt es selber anzubauen. Und da sie so brutal sind, werden sie dich nur aus Spaß töten oder vergewaltigen, selbst wenn sie dein Essen nicht brauchen.

Viele gewöhnliche Menschen, die unter gegenwärtigen Bedingungen friedlich und ruhig sind, werden ebenfalls bösartig werden wenn sie verzweifelt nach Nahrung oder Land zum Anbauen sind. Nahrungsknappheiten sind zwar nicht kritisch in sogenannten "hinterländischen" Gebieten der Welt wo die Bauern immernoch relativ selbstgenügsam sind, aber in industrialisierten Ländern, wo Agrikultur komplett von Pestiziden, chemischen Fruchtbarmachern und Traktorenöl (u.a.) abhängi ist und wo die wenige Leute die Fähigkeit für das effektive Anbauen haben, Nahrungsmittelknappheiten werden garantiert akut werden wenn das System kollabiert.

Wir nehmen der Vollständigkeit halber mal an, dass industrialisierte Länder genug bebaubares Land haben sodass alle Leute theoretisch ihr eigenes Essen mit primitiven Methoden anbauen können. Wegen der Abwesenheit einer funktionierenden Regierung gibt es keine Möglichkeit Stadtbewohner auf das Land zu verteilen und systematisch jede Familie mit eigenem Land auszustatten. Konsequenterweise wird es Chaos und Verwirrung geben. Manche Menschen werden versuchen das meiste oder beste Land für sich selbst nehmen, andere werden ihnen entgegenstehen und tödliche Kämpfe werden ausbrechen. Bewaffnete Gruppen werden sich zu ihrer Verteidigung oder zu aggressiven Zwecken organisieren. Wenn man den Kollaps des Systems überleben will, sollte man sich bewaffnen und vorbereiten, die Waffe effizient zu benutzen. Das heißt, sowohl psychologisch und als auch körperlich vorbereitet zu sein.

Das Bewaffnetsein und die Bereitschaft sich zu verteidigen werden nicht nur die einzig notwendige Bedingung für das Überleben sein, es wird eine Pflicht sein. Nazis, Hells Angels und Ku Klux Klanners werden nicht die gefährlichsten Feinde der Freiheit sein. Da diese Leute aufsässig, wild und gesetzlos sind, ist es unwahrscheinlich, dass sie große, effiziente Organisationen kreiren. Westenlich gefährlicher werden die Typ Menschen sein, die das Rückgrat des heutigen Systems bilden; die Leute, die an das Leben in disziplinierten Organisationen angepasst sind: Die "Burgeois" Typen, die Ingeneure, die Geschäftsleute, Bürokraten, Militäroffiziere, ein paar Polizisten und so weiter. Diese Leute werden darauf brennen, Ordnung, Organisation und das technologische System so schnell wie möglich wiederaufzuabuen. Ihre Methoden werden nicht so gewalttätig sein wie die der Nazis und Hell's Angels, aber sie werden nicht zögern, für das Erreichen ihrer Ziele Gewalt anzuwenden. Du MUSST vorbereitet sein, dich körperlich gegen solche Personen zu verteidigen.

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