19. April 2008
Offene Fragen, 1.5
Was ist GNUS?
GNUS ist kein Parteibuch, keine homogene Ideologie und keine Bibel. Es ist eine Plattform und ein Informationsportal für Freigeister (Freigeistertum = Nihilismus), Traditionalisten, Umweltschützer und Spirituelle die sich alle auf das Wesentliche konzentrieren:
Wir alle leben in einer Welt, einem Kosmos - auf einem Planeten. Anstatt selbstgerecht und egoistisch auf unsere jeweils absolute Wahrheit zu pochen besinnen wir uns auf Einigkeit: Gemeinsamkeiten, und das, was wir alle wirklich konstruktiv wollen.
Nihilismus ist kein Fatalismus, es ist ein intellektueller Reifeprozess. Viele Leute, die davon hören reagieren skeptisch: Wie kann man als Nihilist paradoxerweise etwas Konstruktives schaffen? Kommt es zu diesem kritischen Gedankengang, haben wir unser erstes Ziel erreicht: Menschen zum Denken animieren. Kommen scheinbar zwei so unterschiedliche Aspekte zusammen, wird man eventuell dem Umstand gewahr, dass unser Weltbild doch nicht absolut gilt.
Dennoch distanzieren wir uns vom modernen Relativismus als Grundprinzip allen Handelns. Auch wenn Wahrheit nicht absolut objektiv festgestellt werden kann, hat es keinen Nutzen, sich auf dieser Indifferenz auszuruhen. Starrsinn oder Aktionismus verurteilen wir. Wir treten für Konsequenz, Glaubwürdigkeit und Authentizität ein und sind bereit, Werte zu kritisch zu betrachten, zu befürworten oder abzutun.
Was ist konkret eure Überzeugung?
Wir glauben an pragmatische Definitionen von Realität, die automatisch mit Idealismus korelieren.
Es gibt grundlegende Aspekte, für die wir uns einsetzen.
Umwelt und Natur
Wir stammen aus der Natur, werden von ihr ernährt und können ohne sie nicht überleben. Die Natur ist ein ewiger Quell an Schönheit für uns und wie sie Teil von uns ist, sollen wir auch ein Teil von ihr sein.
Demzufolge versuchen wir nicht, uns die Welt untertan zu machen. Vielmehr versuchen wir unseren Platz in der Natur einzunehmen.
Wir stehen dafür ein, in unserer Umwelt aufzuräumen und sie auch sauberzuhalten. Dazu gehört sowohl das Erhalten und Wiederaufforsten von Ökosystemen als auch der vernünftige und beschränkte Umgang mit Müll, Plastik und Abgasen. Das kann selbstredend erst dann verwirklicht werden, wenn das Problem mithilfe von Politik, finanziellen Hilfestellungen und persönlicher Engagierung angegangen wird. Darauf wird es hinauslaufen.
Es gibt nur noch wenig Land, dass wirklich unbeeinflusst vom Menschen ist. Seine Beeinflussung besteht aus einem radikalen Eingriff in Ökosysteme und natürliche Regulationsprozesse. Rohstoffe werden abgebaut und Landschaften werden unbrauchbar zurückgelassen, eine zunehmende Urbanisierung tritt auf. Womit wir auch beim nächsten Punkt wären:
Menschen und Bevölkerung
Um überall auf der Welt funktionierende Ökosysteme zu ermöglichen und kulturelle oder ressourcentechnische Konflikte zu vermeiden, ist es notwendig, dass die Gesamtbevölkerung langfristig gesenkt wird. Eine Halbierung wäre bereits ein Anfang um halbwegs stabile Ausgangssituationen zu schaffen. Wissenschaftler haben jedoch eruiert, dass auf der Erde ungefähr eine halbe Milliarde Menschen leben können, ohne negativen Einfluss auf ihre Umwelt zu haben oder langfristig sich vor Ressourcenkonflikten fürchten müssen. Da wir die Realisierung dieser Anforderungen nicht unserem (resp.: keinem) bürokratischen System zutrauen, müssen wir jedoch eine bessere Lösung anbieten: Das Unterbinden von sogenanntem "Outsourcing" sowie das Einstellen für jegliche materielle Hilfeleistung für dritte Welt Länder und das Absenken der Weltwirtschaft würde rücksichtslosem Wirtschaftswachstum entgegenwirken.
Auf individueller Ebene wollen wir persönliche Kompetenzen von Menschen fördern. Intelligente, kompetente und verantwortungsvolle Personen von edlem Charakter sollen bevorzugt werden, auf dass die praktische Qualität der Menschheit eher steigt. Aktuell beobachten wir jedoch die Tendenz, dass sowohl vom intellektuellen als auch vom ethischen Aspekt her eine kontiniuerliche Verschlechterung eintritt. Wir schrecken nicht davor Parasitismus, Heuchlerei, Perversionen und andere niedere, schädliche Verhaltensweisen aus unserer Kultur fernzuhalten. Dabei dämonisieren wir nicht entsprechende Personen aus Respekt vor der Menschenwürde; aber es ist pragmatisch betrachtet unwahrscheinlich, dass das Investieren von Unsummen in die Rehabilitierung langfristig wirklich erfolgsversprechend ist. Eine Gesellschaft sollte damit nicht für die Dysfunktionalität von Einzelnen bestraft werden.
Wir stellen Kultur über Geld.
Freiheit
Wir setzen uns für eine konstruktive Selbstbestimmung ein, in der Menschen fernab von unnatürlichen Zwängen sich konstruktiv (in kleinem und großen Maßstab) verwirklichen können. Dabei sollte das System den Menschen freie Hand lassen; das ist unser liberaler Aspekt. Wenn eine Gemeinschaft jemanden nicht als Mitglied selbiger akzeptiert, zum Beispiel aufgrund kultureller Differenzen, dann darf das geschehen. Allgemein nicht akzeptierte/akzeptierende Wertesysteme sollten ihre eigenen Sammelstellen bekommen; Städte beispielsweise würden sich als Sammelpunkt für Subkulturen anbieten, während kulturelle Gemeinschaften auf dem Land leben. Das garantiert jedem die Freiheit, die er braucht. Ewige Diskussionen über die Diskriminierung und/oder Legalisierung von Drogen, Sodomie, etc. würde damit Einhalt geboten werden.
Kulturelle Selbstbestimmung
Wie bereits erwähnt, sollen Kulturen und Gemeinschaften entscheiden dürfen, wen sie als aufnehmen und wen nicht.
Wir haben historisch oft die Tendenz beobachtet, dass verschiedene Kulturen am selben Ort zu Konflikten führen. Logische Konsequenz ist es, jeder kulturellen Gemeinschaft einen angemessenen Platz zukommen zu lassen, da so jedem Rassismus vorgebeugt wird.
Existenz und Freizeit
Wir sind der Meinung, dass die meiste bürokratische Arbeit pauschal überbewertet wird und in der Hälfte der Zeit geschafft werden könnte. Arbeit sollte für die Gemeinschaft als auch für die eigene Person förderlich sein. Mehrere Organisierungs- oder Managementsinstanzen erhöhen alles andere als die Qualität der Entscheidungen.
Unter einem glücklichen Dasein verstehen wir nicht materiellen Wohlstand. Die LCD-Fernseher, die mediale Überreizung, der Überfluss an Allem hat nicht dazu geführt, dass Menschen ein schöneres Leben haben oder produktiv werden. Das Gegenteil ist jedoch der Fall; die Meisten Menschen sind unterfordert, chronisch gelangweilt und ob der ihnen täglich entgegenschlagenden Seichtheit frustriert. Die Konsequenz daraus ist, dass sich Menschen im Hedonismus suhlen und nach kurzfristigen Vergnügen suchen, die sie zwar für einen kleinen Zeitraum ruhig stellen, jedoch langfristig keine positive Veränderung bewirken. Das ist ein Fehlen von Spiritualität - Spiritualität ist für uns kein obskures Konzept jenseits unserer bewusst erlebten Dimensionen, vielmehr ist es in unserer Realität beheimatet; Wie führt man ein würdiges Leben nach kosmischen Gesetzmäßigkeiten?
Wir machen natürlich nicht den Fehler, transzendente und absolute Universalismen zu propagieren.
X/Y überzeugt mich nicht / Ich stimme nicht überein
Wir haben weder die Wahrheit gepachtet noch bieten wir eine universelle Lösung an. Das einzige, worauf wir uns Konzentrieren ist Realität. Realität ist das, was ganz pragmatisch funktioniert und auch begründet werden kann. Es ist uns weder möglich, auf eine Meta-Realität zuzugreifen noch irgendwelche transzendenten, absoluten Wahrheiten zu erkennen. Vielleicht liegen wir mit dem, was wir denken und zu wissen glauben, auch total falsch. Jedoch bietet logisches Bewerten von realen Geschehnissen uns die Beweise, die wir zum Agieren brauchen. Und das auf eine relativ undisputable Art und Weise.
Es geht uns nicht darum, jedem unsere Grundideen schmackhaft zu machen. Es macht uns auch nichts aus, angreifend zu sein. Das Brechen von Tabus, die politische Inkorrektheit ist essentiell, um die morschen Illusionen, die sich um unsere heile Welt aufgebaut zu haben neuzubewerten - was ist wirklich von Nutzen, was längst überholt? In diesem gedanklichen Prozess, den wir nihilistischen Pragmatismus nennen, kann man seinem Leben eine neue, realistische Bedeutung geben.
Unabhängig davon: Hätte man einen konkrete Rechtfertigung für seine Skepsis, würde man nicht derart einzeilig reagieren. Wir stehen für jeden konstruktiven Einwand offen, möchten jedoch klar sagen, dass wir nicht mehr über grundlegende Aspekte wie relativistische Realität, Paradoxum des Nihilismus, Kultur etc disputieren werden. Aussagen, die zwar als Beitrag zum Thema intendiert waren aber, mangels Reflektion/Erfahrung/bereits geklärter Sachlagen nichts Neues beiträgen können oder gar objektiv vorbeischießen, werden demzufolge nicht weiter behandelt.
Wie ist Nihilismus und Kultur/Spiritualität vereinbar?
Die Frage nach dem "hölzernen Eisen" wird sicherlich aufkeimen. Wie kann man sich ernsthaft als Nihilisten präsentieren, während man in diesem Gewand daherkommt? Wer bis hier alles gelesen hat, wird ungefähr eine Idee davon haben, dass wir an und für sich gar keine Nihilisten, sondern Überwinder des Nihilismus sind - je nach Definition eben. Erst wer die eitlen Illusionen abgestreift hat kann sich mit transzendentalen Fragen beschäftigen.
[Ende, Aktualisierungen werden kontinuierlich vorgenommen]
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