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01 Dez - 31 Dez 2011
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02. Dezember 2011
Die Wutbürger. Oder wie man wirklich wichtige Fragen verdecktEine Welle des Protests schwappt durch die Bundesrepublik Deutschland. Zahlreiche Menschen ziehen auf die Straßen hinaus, zahlreiche Geschäfte werden geplündert, Banken werden gestürmt, organisierter Terror herrscht im Land und die Majorität wird davongejagt. Sie fragen sich: Wo denn, was denn, wie denn? Das sind genau die richtigen Fragen. Und bevor sie sich ihre Smith & Wesson aus dem Schrank holen, diese entstauben und mit Ihrem Nachbarn zu einer gemeinsame Plündertour in das nächste Warenhaus aufbrechen, setzen Sie sich wieder hin und lesen Sie diesen Artikel bis zum Ende. Die aktuelle Finanzkrise hat die sogenannte „Occupy Wall Street“-Bewegung begründet. Eine Bewegung, die aus den USA auch zu uns herüber geschwappt ist. Aber wie bei jeder Welle bleibt nur ein Bruchteil der Kraft an Land. Der Rest verabschiedet sich alsbald wieder in die Weiten der undifferenzierten Masse an Wasser – also Meinungen und Problemen. Das ist auch kein Wunder, wenn bedacht wird, daß diese Bewegung keine Ziele für sich formuliert hat, sondern ganz nach der Devise: „Mehr soziale Gerechtigkeit, legale Drogen und eine Tüte Gummibärchen“ handelt. Aktuell kampieren in Deutschland nur eine handvoll Demonstranten vor dem Zentralgebäude der EZB in Frankfurt am Main.
Die jüngsten Ereignisse auf dem Gebiet der ziellosen Debatte und ziellosen Erregung stellen ohne die Frage „Stuttgart 21“ und das „Terror-Trio“ dar. Für alle, die an dieser Stelle mit einer Distanzierung und Abscheubekundung für die Morde der Personen, die dem rechtsextremen Milieu zugeordnet werden, rechnen, soll sie hier haben: Schrecklich, furchtbar, Hilfe, Staat! Nun aber zum Kern der Ereignisse: In Stuttgart lief seit langer Zeit eine riesige Medienkampagne. Ein Schauspiel. Es wurde gestritten, diskutiert, geschlichtet, wieder debattiert und demonstriert, die Deutsche Bahn als Monster dargestellt und ganz Stuttgart als Opfer stilisiert. Als Opfer eine gewalttätigen Landesregierung. Daneben sollte dieses alles ein Lehrstück für gelebte Demokratie sein. Was bleibt zum Schluß? Plötzlich wollen doch fast 60 % der Stuttgarter den Bahnhof, plötzlich fällt auf, daß sich im Rest der Republik nur eine Minderheit dafür interessiert hat, plötzlich fällt auf, daß den Juchtenkäfer immer noch niemand kennt und plötzlich fällt auf, daß wieder keine konkreten Ziele der Demonstranten vorlagen; bis auf das „Nein“ zu Stuttgart 21. Alternativvorschläge blieben aus und es bleibt bei den Möglichkeiten: Bau oder Nicht-Bau. Umso herrlicher, ja zynischer, mag es nun sein, wenn ein grüner Ministerpräsident Stuttgart 21 umsetzen muß, was er nach Bundesbeschluß, der vor der ganzen Kampagne schon lange vorlag, ohnehin hätte tun müssen. Nun zum „Terror-Trio“. „12 Leute sind 12 Leute und keine Massenbewegung“, sagte Arnulf Baring in der Münchner Runde und steckte dafür Prügel ein. Vor allem Gesprächspartner Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung malte das ein ums andere Mal die „Verbraunung“ unseres Landes an die Wand. Ganz nach dem Motto: Wenn etwas von Rechts kommt, dann kann das nur extreme Reaktionen hervorrufen, dann muß wieder verboten und dramatisiert werden. Zu konstatieren sei nach Baring ,,die Unterminierung der Demokratie, die dadurch stattfindet, dass wir von der Meinungsfreiheit einen so eingeschränkten Gebrauch machen“. Der Begriff Rechts = Rechtsextremismus passt wunderbar. Sofort gibt es sie wieder: Die Demonstrationen gegen Rechts. Und wenn sich dort treu und doof die CDU/CSU und andere Parteien, die sich rechts der Mitte verorten, dort einreihen so manifestieren sie diese Gleichsetzung noch weiter. Das alles hilft aber nicht bei dem, was angestrebt werden sollte: Eine Emanzipation gegenüber dem Dritten Reich und das Beschreiten eines neuen deutschen Weges und der Rückkehr der Sachlichkeit in die Diskussionen um Migration, Gesellschaftsstruktur und soziale Gerechtigkeit. Andre Lichtschlag von eigentümlich frei sieht Volksabstimmungen als geeignetes Mittel dies zu schaffen, denn „Volksabstimmungen zeigen dann immer wieder, wie vernünftig und im besten Sinne bürgerlich das Volk im Gegensatz zu Medien und Politik tatsächlich denkt und handelt.“ Lassen wir dies so stehen und weisen wir an dieser Stelle darauf hin, daß es das gleiche ist, wie in jeder großen und hierarchischen Organisation: Oben weiß man nicht, was unter vorgeht oder man nimmt das, was unten vorgeht nicht mehr ernst. Demokratie ist eine solche Hierarchie. Was als Resümee auch hier bleibt: Keine klaren Ziele für die Zukunft unseres Landes. Am Ende bleibt das Resümee. Richtig wütbürgerisch ist das alles nicht, wirklich demokratisch oder links sind wir doch nicht. Es sind faktisch immer die gleichen linken Aktivisten, denen man begegnet. Richtig viele Ziele gibt es nicht und noch weniger klare zukunftsweisende Konzepte. Wir haben nur das kurze Aufflammen durch diejenigen, die ihre Zeitung oder ihre Sendezeit füllen wollen. Das Interesse hält sich landesweit in Grenzen. Ob das daran liegt, daß der Bürger abgestumpft ist oder das Spiel durchschaut hat oder sich der Wichtigkeit mancher Probleme nicht bewusst ist, sei hier dahingestellt. Wichtig kann nur die Erkenntnis sein: Durch dieses Gebaren werden wichtige Diskussionen nicht weiter verfolgt. Das sind vor allem Fragen, wie wir unser Land in Zukunft krisenfest machen können. Wie sichern wir die Wohlfahrt unserer Volkswirtschaft, wie leisten wir einen Beitrag zum Strukturwandel, wie positioniert sich Deutschland in Europa – mit oder ohne Euro – oder wie lösen wir das Problem des demographischen Wandels, der Migration und die wachsende Staatsverschuldung? Und überhaupt: Wie wird aus einem Land wieder eine Nation?
Lumen (mehr) 20. November 2011
Realität und Sentimentalität
Der Beruf einer Abtreibungsärztin gehört wahrscheinlich zu den scheußlichsten Arbeiten, die ein Mensch verrichten muss und ist gerade damit ein plakatives Beispiel dafür, was passiert, wenn wir unbedacht und nachlässig handeln. Denn was macht die Existenz dieses Berufes überhaupt notwendig ? Ist der Grund seiner Existenz die Unmenschlichkeit eines riesigen bürokratischen Staatsapparates, seine berechnende und pragmatische Distanz, sein Wunsch, die Staatskosten aufzubessern ? Ist er es, der Frauen schwängert ? Oder sind es vielleicht Unkeuschheit, Nachlässigkeit, Unvorsichtigkeit, fehlende Triebbeherrschung derjenigen, deren Föten den Weg in die Kanalisation finden ? Lassen wir diese Frage spaßeshalber offen... China ist mit rund 1,3 Mrd. Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde, und viele seiner Regionen gehören zu den am dichtesten besiedelten der Welt. In der Geschichte des Landes waren Überbevölkerung und die damit verbundenen Probleme bei der Ernährung der Menschen Ursache für tiefe politische und wirtschaftliche Krisen und Hungersnöte. Die Volksrepublik China geht deshalb in der Bevölkerungspolitik Wege, die weltweit einzigartig sind und im Inland wie Ausland Kontroversen auslösen.[...] Wir alle wollen unser Glück finden.
Doch alles Tun hat Konsequenzen, direkte oder indirekte, unmittelbar
erkennbar oder
von einer solchen Art, deren Entwicklungsprozess sich erst nach Jahren
abzeichnet. Im Falle der eigenen, freien
Handlung, die die Freiheit des anderen nicht beschneidet, handelt es
sich um eine Mär, die wir nur allzugerne
rezipieren. Wir hören sie so gerne, weil ihre wohlklingenden
Versprechungen der Unbeschränktheit primär auf unmittelbar
und direkte, gegenwärtige Verhältnisse bezogen sind, in der Meinung,
damit planerischer Abwägung, Rücksicht und sozialer
Verantwortung Genüge getan zu haben. Der Mensch ist ein bequemes Wesen,
der sich mit auf diese Weise in
selbstbetrügerischer Weise die Mühe erspart, auch noch den Felsen der
indirekten Folgen unseres Handelns allzugründlich
wälzen zu müssen.
Alles, was auf Erden geschieht unterliegt dem Ursache-Wirkung Prinzip. Eine in der Gesellschaftsgleichung nicht angemessen berücksichtige Handlung oder die Duldung eines Zustandes sickert durch die diversen Strukuren des sozialen Gefüges, schlägt sich als Wirkung in irgendeinem vernachlässigten, nicht bedachtem Winkel der gesellschaftlichen Ordnung nieder, versteckt, subtil und unscheinbar wirkt er in virulenter Manier nach außen hin, beeinflusst, zerrt, verschiebt und bricht. Die Realität in China ist, dass mit 1,3 Milliarden Mäulern, die nicht bloß zu füttern, sondern auch mit Unterkunft, medizinischer Infrastruktur, (Alten-)Pflege und den redundanten Spielzeugen der Moderne zu versorgen sind, versorgt sein wollen, die Ein-Kind Politik eine bittere, aber notwendige Maßnahme ist, um nicht vollends die Kontrolle über das Ruder zu verlieren. Verständlich, der Wunsch des Mannes, seine zweite Tochter nicht verlieren zu wollen, verständlich, für sie die grundlegenden Rechte eines chinesischen Bürgers zu verlangen. Verständlich ebenfalls die Haltung der Regierung, ihm diese Wünsche zu verwehren, sich durch die Sentimentalitäten seines Einzelschicksals nicht den Blick auf die Weisungen der demographischen Situation des Landes trüben lassen zu wollen und Gefühle nicht als Argumente für eine Lockerung ihrer Politik anzusehen. Unbeliebt sind stets jene, die unpopuläre Wahrheiten aussprechen und uns ihrer gemahnen... leere(mehr) 11. November 2011
Wissenschaft – Zwischen Gesellschaft und ErkenntnisEmpirie. Dieser Terminus gilt mithin als der Ausdruck von Wissenschaft. Dabei wird Empirie oftmals mit der Ableitung von wissenschaftlichen Kausalaussagen oder Ursache-Wirkung-Beziehungen auf Basis einer Wahrscheinlichkeit verwechselt. Dabei sagt Empirie nichts anderes als einen Gegenstand der Realität zu untersuchen; ihn z.B. zu beobachten, zu befragen, zu wiegen etc. Das sagt noch längst nichts über die Methode der wissenschaftlichen Untersuchung aus. Warum steht diese Bemerkung zu Beginn? In diesem Artikel soll ein Abriss geleistet werden, wie Wissenschaft missverstanden, missdeutet und missbraucht wird. Das mag alles auf den ersten Blick nicht überraschen. Wenn jedoch hinzutritt, dass die Wissenschaft dies aus ihrer Scientific Community selber tut, dann muß aufgemerkt werden. Mit dem obigen Abschnitt soll deutlich gemacht werden, dass es mannigfaltige wissenschaftliche Ansätze gibt Wissenschaft zu betreiben und die Empirie ist nur einer davon, die quantitative Forschung (z.B. Untersuchung von Ursache-Wirkung-Aussagen) nur ein Teilbereich der Empirie. Grundlegend will Wissenschaft entweder erklären oder verstehen. Der Unterschied zwischen beiden liegt darin, dass die erklärende Forschung Sachverhalte prognostizierbar gestalten will, um darauf vielleicht sogar Handlungsempfehlungen geben zu können. Die verstehende Forschung will denn Sinn hinter den Dingen im menschlichen Leben entdecken und durchdringen. Diese Forschung will Artefakte der Welt verstehen und diese greifbar machen. Die Frage danach, was nun Wissenschaft ist und was nicht, ist unsinnig. Beides ist Wissenschaft. Doch schon hier tun sich erste Gräben auf. Die erklärende Forschung aber auch die verstehende Forschung ist wertneutral. Der Wissenschaftler darf seine Ergebnisse nicht werten und damit auch nur in einem vorsichtigen (wissenschaftlichem) Sinne interpretieren. Die verstehende Forschung steht in ebenso in dieser Tradition, jedoch ist die Sinnsuche z.B. hinter Artefakten stark subjektiv geprägt, so daß eine Wertung in vielen Fällen zumindest implizit mitschwingen kann. Der Forscher sollte darauf hinweisen. Er darf nicht postulieren Ereignisse in ihrem Wesen wirklich erfasst zu haben und er darf Handlungsfolgen der Geschichte nicht als Kausalursache deuten. Aus diesen Zeilen darf der geneigte Leser nun jedoch nicht folgern, dass damit die erklärende Forschung wünschenswerter sei. Daten und Zusammenhänge ohne Sinn sind leer. Daher bedarf es immer beider Forschungsseiten; je nach Forschungsvorhaben überwiegt die eine oder die andere. Die Wissenschaft steht nicht alleine in der Welt. Für sie sind der Vergangenheit Paradigmen formuliert worden, in der sie zu funktionieren hat. Wissenschaft war freilich immer Teil seiner Gesellschaft. In der Antike war sie Ausdruck einer Natürlichkeit, war sie gegenüber der praktischen Arbeit hochgeschätzt. Vor allem Philosophen genossen hohes Ansehen. Im Mittelalter war sie verpönt, da sie gegen den göttlichen Fatalismus und den Glauben der Vorherbestimmtheit gerichtet schien. Auch heute gibt es solche Paradigmen. Die zwei wichtigsten dieser Tage sind der kritische Rationalismus und die kritische Theorie. Erstere Schule geht auf Karl POPPER zurück und fußt auf einer zentralen Annahme: Der Kritische Rationalismus setzt sich mit der Frage auseinander, wie wissenschaftliche oder gesellschaftliche (aber prinzipiell auch alltägliche) Probleme undogmatisch, planmäßig (‚methodisch‘) und vernünftig (‚rational‘) untersucht und geklärt werden können. Besonders die Ablehnung des Dogmatismus ist besonders zentral. Die kritische Theorie stammt aus Reihen der Frankfurter Schule und kann so beschrieben werden: Ihr Gegenstand ist die kritische Analyse der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft, das heißt: die Aufdeckung ihrer Herrschafts- und Unterdrückungsmechanismen und die Entlarvung ihrer Ideologien, mit dem Ziel einer vernünftigen Gesellschaft mündiger Menschen. Es fällt dabei schon sogleich auf, daß letztere Theorie damit bereits zumindest eine vage Vorstellung von Gesellschaft transportiert und diese durch die Wissenschaft zu stützen versucht. Damit hat sie implizit bereits eine Entscheidung getroffen, nämlich für ein Menschen- und Gesellschaftsbild und damit gegen viele andere mögliche Formen. Nach diesem Paradigma hat die Wissenschaft einen gesellschaftlichen Auftrag. Eine wissenschaftliche Verwendung von Erkenntnis ist nur auf Basis einer Gesellschaftstheorie möglich. Hier stellt sich die Frage: Wenn das so ist, wie ist aber die Erkenntnis der Gesellschaftstheorie möglich, die die wissenschaftlichen Ergebnisse zu interpretieren hat. Als Beobachter der Wissenschaft kann die Gesellschaftstheorie nur schwerlich auch Gegenstand der Wissenschaft sein. Genauso verfehlt ist es von Vertretern des kritischen Rationalismus sie würden über den Dingen schweben und müssten nur die geeigneten Methoden für ihre Zwecke identifizieren. Ad absurdum wird dies geführt, wenn man das aktuelle wissenschaftliche Gebaren in Zeitschriften, Journals, Magazinen und Sammelwerken betrachtet. Es existiert aktuell eine starke Strömung in den Sozialwissenschaften, die sich sehr für eben die Methodenforschung interessiert und die belanglosesten Inhalte publiziert, wenn nur die Methode über jeden Zweifel erhaben ist. Wen mag es hier noch wundern, wenn Missverständnisse wie das obige entstehen und es Ressentiments gegen die Wissenschaft und ihre Nützlichkeit gibt? Die Frage der Paradigmen läßt sich nicht abschließend klären und die Wissenschaft wird immer die Gesellschaft beeinflussen und vice versa. Diese simple Erkenntnis ist eine mit Tragweite, wenn man sie nämlich dahingehend denkt, daß wir immer nur auch die Welt wissenschaftlich untersuchen können, die wir uns in unseren Köpfen vorstellen, da sonst jeder Begriff, jede Erkenntnis leer wäre. Aufgabe der Menschen ist es dabei festzulegen welche Welt in den Köpfen entstehen möge. Eine politische Frage.
Lumen (mehr) 07. November 2011
Gerechtigkeit und Rache - Macht und Affekt
Hier ein ablehnendes Wort gegen neuerdings hervorgetretene Versuche, den Ursprung der Gerechtigkeit auf einem ganz andren Boden zu suchen – nämlich auf dem des Ressentiment. Den Psychologen voran ins Ohr gesagt, gesetzt daß sie Lust haben sollten, das Ressentiment selbst einmal aus der Nähe zu studieren: diese Pflanze blüht jetzt am schönsten unter Anarchisten und Antisemiten, übrigens so wie sie immer geblüht hat, im Verborgnen, dem Veilchen gleich, wenn schon mit andrem Duft. Und wie aus Gleichem notwendig immer Gleiches hervorgehn muß, so wird es nicht überraschen, gerade wieder aus solchen Kreisen Versuche hervorgehen zu sehn, wie sie schon öfter dagewesen sind – vergleiche oben Seite 792 –, die Rache unter dem Namen der Gerechtigkeit zu heiligen – wie als ob Gerechtigkeit im Grunde nur eine Fortentwicklung vom Gefühle des Verletzt-seins wäre – und mit der Rache die reaktiven Affekte überhaupt und allesamt nachträglich zu Ehren zu bringen. [...]Wenn es wirklich vorkommt, daß der gerechte Mensch gerecht sogar gegen seine Schädiger bleibt (und nicht nur kalt, maßvoll, fremd, gleichgültig: Gerecht-sein ist immer ein positives Verhalten), wenn sich selbst unter dem Ansturz persönlicher Verletzung, Verhöhnung, Verdächtigung die hohe, klare, ebenso tief als mildblickende Objektivität des gerechten, des richtenden Auges nicht trübt, nun, so ist das ein Stück Vollendung und höchster Meisterschaft auf Erden – sogar etwas, das man hier klugerweise nicht erwarten, woran man jedenfalls nicht gar zu leicht glauben soll.[...]Überall, wo Gerechtigkeit geübt, Gerechtigkeit aufrechterhalten wird, sieht man eine stärkere Macht in bezug auf ihr unterstehende Schwächere (seien es Gruppen, seien es einzelne) nach Mitteln suchen, unter diesen dem unsinnigen Wüten des Ressentiment ein Ende zu machen, indem sie teils das Objekt des Ressentiment aus den Händen der Rache herauszieht, teils an Stelle der Rache ihrerseits den Kampf gegen die Feinde des Friedens und der Ordnung setzt, teils Ausgleiche erfindet, vorschlägt, unter Umständen aufnötigt, teils gewisse Äquivalente von Schädigungen zur Norm erhebt, an welche von nun an das Ressentiment ein für allemal gewiesen ist. Das Entscheidendste aber, was die oberste Gewalt gegen die Übermacht der Gegen- und Nachgefühle tut und durchsetzt – sie tut es immer, sobald sie irgendwie stark genug dazu ist –, ist die Aufrichtung des Gesetzes, die imperativische Erklärung darüber, was überhaupt unter ihren Augen als erlaubt, als recht, was als verboten, als unrecht zu gelten habe; ... Genealogie der Moral - Zweite Abhandlung § 11
27. Oktober 2011
News: Meditation nährt das Gehirn
leere(mehr) 10. Oktober 2011
Optimismus als Mittel der Realitätsleugnung
Hang zu Hoffnung, Optimismus, Schwärmereien, Utopien - dem Menschen inhärente Wesenszüge, die keinen Maßstab für realistische Handlungen darstellen.
Scientists at University College London said about 80% of people were optimists,
even if they would not label themselves as such.[...]
Optimism seem to be good for your health. A study on nearly 100,000 women showed a lower risk of heart disease and
lower death rate in optimists.
But as Dr Sharot points out: "The negative aspect is that we underestimate risks."
Ist diese Disposition, diese Inklination hin zur Illusion und Verfälschung (denn was ist es anderes ?) eine geeignete Vorraussetzung, um zu planen, pragmatisch, kühl, nüchtern und realistisch ? Ist es effizient und verantwortungsbewusst, die Welt blinden Auges mit der Losung "Es wird schon gut gehen" zu bewandern ?
Der Wahrheitsgehalt einer Aussage verhält sich antiproportional zu ihrer Popularität. Mit dieser simplen Wahrheit (und unpopulär wird sie sein) im Hinterkopf sollte sich gefragt werden, ob die moderne Annahme der gleichberechtigten M Ü N D I G K E I T im Sinne eines sog. Volkswillens, des Willens einer Masse an medial verschreckten Menschen furchtsam weit aufgerissenens Auges (80%), deren Realitätsverleugnung sie am Leben erhält, legitimer Ausgangspunkt für die Errichtung eines politischen Entscheidungssystems ist, dass genau diese aufgescheuchte Masse als Kriterium für ihr zukünftiges Handeln determiniert. Entscheidungen müssen immer auf realistischer Grundlage getroffen werden, möchte man nicht im Ruin enden. Realität ist hart, grausam, unangenehm, übelriechend. Nicht jederman ist aus dem Holz geschnitzt und mit den Fähigkeiten ausgestattet, sie nicht nur zu ertragen, sondern sie zu meistern, die Kräfte, die da wirken, zu ordnen und des Windes Kraft zum Fortkommen des zivilisatorischen Segelbootes zu nutzen, anstatt es vom Wind auf die Klippen treiben zu lassen. Diese Menschen eines ungetrübten Hammerherzens, in Besitz dieser Fähigkeiten, die jenseits von Optimismus und Pessimismus ungerührt im Winde stehen und auf die simpelste und doch hohheitlichste Art ihr Boot durch das Schicksalsmeer manövrieren, diese Menschen allein sind in der Lage, eine Gesellschaft, eine Zivilisation mit behütender, unnachgiebiger Besonnenheit zu lenken. Das Boot schaukelte kraftlos in den Wellen, das Meer schubste es vor sich hin wie einen Spielball, während die Passagiere blinzelnd in die Sonne schielten und die Wärme genossen. In der Ferne ragten kantig und scharf schwarze Felsen empor...
[...]By battle worn hunger torn awaitening ~ Bathory - A Fine Day to die leere(mehr) 28. September 2011
Wie wir Hierarchie abschaffen können – Wollen wir das aber wirklich?Als gemeiner Bürger haben wir es in unserer modernen Gesellschaft stets und immer mit dem Aspekt der Hierarchie zu tun. Es gibt stets jemanden, der formal über uns steht. Das kann intra-organisational aber auch inter-organisational sein (Schreyögg, 1998). In erstem Fall haben wir es mit der klassischen Weisungsbeziehung in Organisationen, um das Verhältnis einer Leitungsstelle und einer ausführenden Stelle, zu tun. Das klassische Beispiel ist der Vorgesetzte an unserem Arbeitsplatz. Im anderen Fall gibt es Beziehungen zwischen Organisationen, bei dem eine Organisation über die andere in bestimmten Bereichen Befugnisse besitzt. Das klassische Beispiel ist der Staat mit seinen Ministerien und seinen Ämtern, die jeweils in ihrem Kompetenz einen Einfluss und auch eine rechtliche Weisungsbeziehung zu anderen Organisationen aufbauen können.
Historisch stand stets die Anarchie als philosophisches und politisches Konzept dafür den Menschen zu befreien. Da heißt es bei EDELSTADT: „Eine Welt in der keiner regieren soll, über die Arbeit und Mühe eines anderen, […] Das ist Anarchie. Eine Welt in der Freiheit jeden beglückt, den Schwachen den Starken ‚ihn’ und ‚sie’ wo ‚deins’ und ‚meins’ keinen unterdrücken wird – Das ist Anarchie.“ Bis zum heutigen Tage warten wir auf die Evidenz dieser normativen Aussage. Im Bereich der Organisation gibt es seit Längerem Bestrebungen Organisationen ohne jegliche Hierarchie zu schaffen bzw. zu untersuchen (vgl. u.a. Baker, 1992; Clemens & Cook, 1999; Raider & Krackhardt, 2002). Man stellt sich die Frage: Müssen solche „Strukturen des Zwanges denn sein?“ Das Konzept des „Neo-Institutionalismus“ wurde in einer Feldstudie untersucht. Hier wurde eine neu gegründete Unternehmung betrachtet, die keine Hierarchie schaffen wollte untersucht. Es ergab sich: Wie auf wundersame Weise ergab sich dann doch eine deutliche Hierarchie. Mehr noch: Es ergab sich auf ebenso wunderbare Weise, daß sich sämtliche Muster einer Hierarchie (Anweisungen, Unterordnungen, Sanktionen) wie selbstständig herausgebildet haben. Als Erklärungsmöglichkeiten können hierfür bspw. Herangezogen werden, daß eine Erwerbsorganisation stets eine bleibt. Büros bleiben Büros, Gewinnstreben bleibt Gewinnstreben. Das sind Dinge, die Menschen mit einer Organisation mit Hierarchiestruktur verbinden, die sie kennen. Die Organisation wird zur kognitiven Kreation (Zucker, 1977). Daneben gilt es zu bemerken, dass auch die wahrgenommene Hierarchie eben eine Hierarchie darstellt. Es gab nach wie vor Unternehmensgründer und Menschen, die neue Mitglieder der Organisation in das Unternehmen einführten. Diese Menschen hatten dann auch den Charakter von Vorgesetzten eingenommen, auch wenn sie es nicht waren. Somit kann sich als Ergebnis ergeben: Die Organisationen werden also in unseren Köpfen geschaffen (Endruweit, 2004). Doch eine Erklärung steht noch aus: Wieso ist die Organisation in dieser Form eine kognitive Kreation? Dafür fehlt bislang die wissenschaftliche Evidenz, aber als Paradigma kann gelten: Das Leben beginnt bereits im Säuglingsalter in einer Hierarchie. Als Kinder ist der junge Mensch den Eltern unterworfen, später in der Schule dem Lehrer, im Amt den Beamten, usw. Der Mensch sieht um sich herum stets formelle und informelle Unter- und Überordnungen. Das ist kulturelle Prägung, das ist Organisation der Familie und das ist eine naturmäßige Notwendigkeit, daß es Anleiter und Ausführer, Beschützer und Geschützte gibt. Aber alles was menschlich ist kann auch abgeschafft werden, es dauert nur seine Zeit. Dazu gehört das Erodieren der traditionellen Familie genauso wie der Trend der anti-autoritären Erziehung, die Einführung der Selbstbildung gegen das Modell des Gebildetwerdens und weitere Schrauben, an denen gedreht werden könnte. Dies sind nur Möglichkeiten, die der Autor aufzählen kann. Sie sind beileibe nicht vollständig, aber sie zeigen: Wir können Hierarchien abschaffen. Es wird nur dauern und wir müssen eisern die Frage ignorieren: Was kommt dann? Darauf fehlt bislang jedes Konzept und jede Möglichkeit. Wollen wir das überhaupt? Wollen wir das Abschaffen, was Jahrhunderte gesellschaftliche Stabilität und in weiten Zügen Freiheiten geschaffen und gesichert hat? Für denjenigen, der hier weiterdenken möchte, dem seien die Gedanken über verschiedene Menschenbilder und auch sein eigenes sehr ans Herz gelegt. Lumen
Literatur BAKER, W.: The Network Organization in Theory and Practice. IN: NOHRIA & ECCLES: Networks and Organizations. Boston: Harvard Business Press, 1992 CLEMENS, E. & COOK, J.: Politics and Institutionalism: Explaining Durability and Change. IN: Annual Review of Soziology, 25, 1999 ENDRUWEIT, Günter: Organisationssoziologie. Stuttgart: Lucius & Lucius, 2004 GREENWOOD, M.: Ethics and HRM: A Review and Conceptual Analysis. IN: Journal of Buisness Ethics, 36, 3, 2002 RAIDER, H. & KRACKHARDT, D.: Intraorganizational Networks. IN: BAUM, J.: The Blackwell Companion to Organizations. Oxford: Blackwell, 2002 SCHREYÖGG, G.: Organisation. Wiesbaden: Gabler, 1998 ZUCKER, L.: The Role of Institutionalization in Cultural Persistence. IN: American Socilogical Review, 42, 1977 (mehr) 27. September 2011
News: Globale Luftverschmutzung
leere(mehr) 26. September 2011
News: Selbstbetrug und die ökologische Krise
leere(mehr) 15. September 2011
Abermalige Erweiterung des Pan-Nationalismus FAQ 14. September 2011
Huxley vs OrwellReality Check: Erst, wenn eine scharfe Klinge den Schleier zerschneidet, der die vor uns liegende Welt vernebelt, werden wir uns unserer Lage bewusst. Eine solche Klinge ist der Vergleich seines eigenen, alltäglichen, niemals hinterfragten Lebens mit der huxley'schen Vision einer lethargisch und apathisch vor sich hin treibenden Menschheit. Kommt euch etwas bekannt vor ?
08. September 2011
Erweiterung des Pan-Nationalismus FAQDas Pan-Nationalismus FAQ wurde erweitert: "Nationalismus und alles gut" ? (mehr) 04. September 2011
Vom Neid auf den Nebenmann – Ein ExempelEs beginnt so harmonisch. Ich habe seit langer Zeit die BILD an einem Kiosk genauer angeschaut während ich darauf wartete vom Zeitungsverkäufer meine Magazine und meine Tageszeitung zusammengepackt zu bekommen. Dabei sah den Titel „Stoppt endlich diese Streber-Eltern!“ Ich war gespannt auf die plakativen Verwünschungen, auf die Polemik und Inhaltslosigkeit. Davon ist zunächst in dem dazugehörigen Artikel keine Spur. BILD Kolumnistin Evelyn Holst (genannte Eva) berichtet davon, daß sie einen guten Freund hat. Sie berichtet davon, wie oft die beiden miteinander telefonisch kommunizieren. Soll es nicht so sein? Ein offenes Gespräch unter Erwachsenen, eine freundschaftliche Beziehung und anscheinend anregende Gesprächsthemen. Was kann das nur mit der Überschrift zu tun haben, mag sich nun der ein oder andere Leser nicht zu Unrecht fragen. Denn leider ist vieles im Kontakt zu den Mitmenschen nur auf der Oberfläche harmonisch und offen. Sie berichtet davon, daß sie nach jedem Telefongespräch sich weniger wohl fühlen würde als vorher. „[…] hinterher habe ich immer richtig schlechte Laune. Weil er mir jedes Mal von seinen Kindern und ihren Supererfolgen vorschwärmt“. Nanu, fragte ich mich an dieser Stelle. Ist ihr Freund etwas auch von dieser Sorte, die alles und jedes ihren Mitmenschen unter die Nase reiben müssen? Ist er von der Sorte, die auch Mittelmäßigkeit noch zum Erfolg stilisieren können, die jede 2+ der Kinder in der Schule als 1+ mit Sternchen feiern? Von dieser Sorte kenne ich auch einige und das kann ganz schön auf die Nerven gehen. Frau Holst versucht ihren Freund auch in diese Richtung zu bugsieren, scheitert aber dabei an ihrer tiefliegenden Frustration und ihrem Neid, den sie nur unzureichend bzw. gar nicht in ihren Zeilen verbergen kann. Der Grund für ihre „schlechte Laune“ ist nicht etwa der von mir vermutete Zusammenhang, sondern ein anderer. „Super-Abitur, Super-Examen – und was die Tochter angeht, kürzlich eine Superhochzeit mit einem jungen Mann, der als Kinderkardiologe bereits eine europaweit bekannte Koryphäe ist. […] Und so ist es jedes Mal, wenn er mich anruft, immer hat er eine Story parat, in der seine beiden Kinder, beide Mitte zwanzig, wie frisch polierte Weihnachtskugeln glänzen.“ Das ist schon spannend: Das Vergehen des Freundes ist es also seiner Freundin zu erzählen, daß seine Kinder einen guten Weg gehen, daß sie erfolgreich in der Partnerwahl sind und dabei auch noch gute Leistungen in Schule und Universität erbracht haben. Das setzt Beschäftigung der Eltern mit ihren Kindern voraus. Das setzt Aktivität voraus und bewusste Förderung. Wenn dabei das Wohl der Kinder wirklich im Vordergrund steht, dann ist das etwas, was jeder Pädagoge nur begrüßen würde. Warum also diese Klage und die schlechte Laune von Frau Holst? Auch hierfür finden wir den Grund sehr schnell: „Aber als Mutter zweier Sprösslinge, die schulisch eher weniger glänzten, fand ich es schon damals anstrengend, diese Mütter, die Bemerkungen wie „Also meine Leonie hat einen Notendurchschnitt von 1,1, keine Ahnung, woher sie das hat“ mit dieser ärgerlichen Lässigkeit fallen ließen, die sich wie ein stumpfes Kartoffelschälmesser mitten ins Herz anfühlte. Eigentlich müsste man darauf: „Also von dir ganz bestimmt nicht“, antworten, aber für brutale Ehrlichkeit ist man ja meistens zu feige. Also ringt man sich zwischen zusammengepressten Lippen ein „Ist ja toll“ ab, während der Blick auf ein Zeugnis des Sohnes fällt, auf dem die Worte „Versetzung gefährdet“ sehr unangenehm auffallen.“ Wieso akzeptiert Frau Holst nicht die Situation? Nicht jedes Kind wird zum Super-Kind und soll es auch nicht. Wichtig ist es dem Kinder ein gutes Wertgerüst zum Leben in dieser Welt zu vermitteln. Das schafft man aber nicht, wenn man Leistung und Erfolg schmäht, die Mittelmäßigkeit implizit als Maß ausgibt, sich über das „unmoralische“ Erwähnen des Erfolges beschwert, aber dann in zweierlei Hinsicht moralisch versagt. Frau Holst gesteht sich ein, daß sie nicht ehrlich ist. Ist ihr das in Bezug auf ihren Freund auch schon aufgefallen? Vermutlich nicht, denn sonst wäre sie nicht so gehässig einem der schlimmsten Schmierblätter ihren Freund so zum versuchten Fraß vorzuwerfen. Da kann man nur hoffen, daß die Geschichte nur frei erfunden ist. Zum Schluß noch ein weiterer Leckerbissen: „[...] vermutlich werde ich nie in der ersten Reihe sitzen, wenn ihnen der Nobelpreis für Medizin verliehen wird. Gäbe es diese Angeber-Eltern mit ihrem Eins-mit-Sternchen-Nachwuchs nicht, wäre das auch überhaupt kein Problem.“ Oder so gesagt: Wären alle Kinder gleich oder gleich mittelmäßig wären, gäbe es kein Problem. Ich denke eher so: Gäbe es nicht diesen Neid auf alles, was Leistungsstark ist und gäbe es nicht die Fixierung – besonders in der Pädagogik – auf alles, was kaum die Mittelmäßigkeit erreicht, dann hätten wir weniger Probleme in diesem Land. Ein Land, daß aber nur das Leistungsschwache fördert und dabei das Leistungsstarke vergisst, daß wird sozial und wirtschaftlich von links nach rechts überrollt werden. Also rufe ich: Mehr dieser Streber-Eltern braucht das Land. Und vor allem braucht das Land Strukturen, die willigen Eltern es ermöglichen zu Streber-Eltern zu werden. Bleibt zum Schluß noch eine beruhigende Gewissheit. Frau Holst wird wohl nie bei einer relevanten Zeitung in Forschung und Bildung ihre Zeilen unterbringen können. Und den Freunden von Frau Holst kann man ein gutes Erwachen wünschen. Danke BILD.
Lumen
Anmerkung http://www.bild.de/unterhaltung/leute/evas-welt/stoppt-endlich-strebereltern-19736890.bild.html (mehr) 03. September 2011
Konsum heute – Apodiktisch für die Moderne?Der Mensch muß zwingend konsumieren. Er muß sich ernähren, sich einkleiden, sich bilden und gesunden. Täglich konsumieren wir ein Stück Umwelt und oft darüber hinaus, was sich in der hart geführten Debatte um die Umweltproblematik wiederfindet. Doch der Begriff des Konsums hat erst in der früh-industrialisierten Zeit Eingang in den Sprachgebrauch gefunden. Damit steht er auch nah mit der aufkommenden Nationalökonomie, die in der industrialisierten Zeit sich zu Blüte erhob, im Zusammenhang. Dabei konsumiert, wie wir doch gesehen haben und uns leicht klar machen können, der Mensch stets und immer. Das neue Verständnis von Konsum fragt nicht nach einer Natürlichkeit des Verbrauches, sondern nur nach dem Verbrauch selber. Und hierin liegt der entscheidende Unterschied von modernen zu natürlichen Verständnissen von Konsum. Mit der Entwicklung einer industrialisierten Wettbewerbsordnung, dem sich immer weiter vollziehenden Wandel von Verkäufer- zu Käufermärkten, den Veränderungen des Anspruches an Produktions und Arbeitsleistungen und dem damit auch auftretenden Phänomen der Werbung - später des Marketings- hat sich der Konsumbegriff verändert. Heute spricht niemand mehr von dem Konsum einer warmen Mahlzeit. Heute konsumieren wir EDV-Geräte, Mode oder kulturelle Angebote. Mit den Notwendigkeiten des Überlebens – also dem notwendigen Konsum von Lebensmitteln, die wir zum Überleben brauchen – möchte man sich in der modernen Konsumgesellschaft niemand befassen. Das findet auch seinen Ausdruck in dem Hang dazu mit dem Thema des Todes oder der Krise so umzugehen, daß man nicht für schlechte Zeiten vorsorgt oder die Welt für die nachkommende Generation bestellt, sondern schon heute soviel Welt wie möglich konsumieren möchte und dazu das Mittel dazu akkumuliert: Geld. So reicht es heute auch nicht mehr aus nur eine Sorte TV-Geräte oder eine Sorte Automobile zur Verfügung zu haben, sondern es müssen viele sein. Ja, es spielt sogar eine Rolle, was mental – also nicht wirklich werthaltig – den Gütern beigemessen wird. Hierdurch wird etwas, das Beimessen, welches keinen Wert an sich besitzt, für den Produzenten doch zu etwas werthaltigem. Zu einer Marke. Das Marketing heute versucht mit diesen Dingen zu spielen. Es ist z.B. wichtig, daß man als Konsument eine bestimmte Art von Automobil fährt. Dann ist es aber auch wichtig, wo man es gekauft hat, wem man es zeigen kann, wer es noch fährt, usw. Dinge, die über den Gebrauchswert eines Automobils deutlich hinausgehen. Mehr noch: Es werden Güter angeschafft, die wir nicht einmal vollständig benutzen können. Das Automobil für das schroffe Gelände erscheint für den Familienvater, der die Kinder zur Schule bringt und ansonsten in der Tiefebene von Niedersachen lebt ebenso überdimensioniert, wie der High-End-PC für den 65-jährige Rentnerin, die Familienfotos auf der Festplatte speichert und ansonsten über ePost und Skype mit ihren Lieben im fernen Wuppertal Verbindung zu halten. Besonders eindrücklich wird dieses bei dem iPad von Appel. Ein Gerät, das nach Aussagen einige Experten nichts so wirklich kann, aber eben vieles ein wenig, aber dennoch ein Erfolg ist. Er ist eben erhebend solche Geräte zu haben, es ist erhebend zu wissen, was man alles damit tun könnte. Man kann eben von niemandem mehr übertrumpft werden. An den Finanzmärkten (man nehme hier völlige Informationseffizienz der Kapitalmärkte an) zeigen die Kurse von Aktien auch schon längst nicht mehr die Werte einer Unternehmung in Form der abdiscontierten Dividendenzahlungen bis zur Auflösung des Unternehmens an, sondern sind gespickt mit der Erwartung, welchen Wert das Unternehmen haben könnte, wenn es denn einen Geschäftsbereich erschlösse, den niemand sonst oder nur wenige erkennen. Damit wird die Rendite im Jetzt gesteigert. Der Wert eines Arbeitnehmer bemisst sich immer weniger an seiner Qualifikation, die auf Leistungen und Ausbildungen der Vergangenheit beruht. Sie bemisst sich nach der nebulösen Größe des Leistungspotenzials. Einer Größe die wissenschaftlich nicht feststellbar ist und zu subjektiv ungerechten Beurteilungen führt und Verfahren der Personalbeurteilung nötig machen, um die Beurteilungen und Verfahren selber als „gerecht“ zu präsentieren. Es geht also nicht darum, was der Arbeitnehmer kann, sondern was er (möglicherweise, unter Umständen, ggf.) können wird. Die Zukunft wird hier zum Mittel zum Zweck für die Gegenwart. Die Auswirkungen auf die Gesellschaft können wir spüren. Durch dieses Konsumverständnis wird ein Stück weit auch der Individualismus determiniert. Die Fülle an Konsummöglichkeiten weckt neue Konsuminteressen, durch die Verlagerung des Konsums vom natürlich-notwendigen zum Sterben nach Unendlichem wird auch ein Auflösen von gesellschaftlichen Strukturen befördert. Durch das Streben nach Konsum, der das nötige Übersteigt, der den Wert von etwas im Jetzt von dem Potenzial der Zukunft abhängig macht, wird ein Suchen nach ewigem Wandel angestoßen. Stabilität gilt dann als etwas Schädliches, ja sündhaftes. Managementkonzepte wie das Total Quality Management sind davon ein Ausfluß. Dadurch werden aber Strukturen zerstört und erst recht neue Möglichkeiten von Krisen und Tod geschaffen. Der moderne Konsumbegriff birgt somit auch eine Geisteshaltung, die nichts mehr mit den ursprünglichen Ideen marktwirtschaftlicher Vordenker zu tun hat und diese schlechterdings auch nicht voraussehen konnten. Das ist auch eine Form der Freiheit. Aber eine, die für den Menschen bedrohlich erscheinen kann, denn sie spricht nur von Zukunft, aber sieht sie nicht.
Lumen (mehr) 01. September 2011
Bulgaren und Rumänen als neues Integrationsproblem
Wie naiv...
Im Interview sagte Buschkowsky weiter: "Nach der Erweiterung der EU gibt es Menschen, die in ganz schwierigen
Verhältnissen leben, in Rumänien, in Bulgarien, dort zum Teil unterdrückt werden. Dass die sich auf den Weg machen nach
ein bisschen mehr Wohlstand, ist das Normalste, was jeder von uns auch tun würde."
Das Gewicht der Wesenidentität fahrlässig unterschätzend, werden Völker zwangweise miteinander konfrontiert, deren Qualitäten, Charakter und Eigenheiten mitunter so stark voneinander divergieren, dass eine Kooperation nicht bloß äußerst unwahrscheinlich wird, sondern im Gegenteil, sich aus den vielen diffusen konfligierenden kleinen sowie großen Interessen schwelende Konflikte heranwachsen können.
Normal ist es nämlich auch, stets den Vorteil für die eigene Gruppe zu suchen, normal ist es auch, nicht länger als für die nächsten 2 Wochen zu planen, normal ist es, erstmal zu überleben und dann nach anderen zu fragen. In einer pluralistischen Gesellschaft ist die Entstehung von Abneigung, Verachtung, Uneinigkeit und Zwist immanent. Da jede partikular-konsensuale Gruppe stets ihr höchsteigenes Vorankommen begünstigen möchte, kommt es durch die Natur einer solchen Ambition zu Interessenkonflikten, in denen keiner bereit ist, Verzicht zu üben. Energie, Zeit und Geld müssen vorrangig in Deeskalationsprogramme investiert werden, was über längere Zeit eine Nivellierung des gesellschaftlichen Niveaus in Folge einer Handlungs- und Entwicklungsunfähigkeit der Gesellschaft führt. Der Prozess ist schleichend, eine langsame, aber kontinuierliche Summierung von kleinen internen Attacken auf die Säulen des sozialen Miteinander, die letztlich wanken, dann einstürzen werden und die Gesellschaft mit ihnen. Halleluja. leere(mehr) 17. August 2011
Die Verantwortung - Spontane GedankenAufmerken: Alltägliches Im Zuge der Recherche für einen anderen Artikel stieß ich in der Kommentarecke von welt.de auf eine interessante Begebenheit. Dort fragte ein Benutzer dieser Plattform, ob es denn nicht sinnvoll sei nach der Verantwortung derer zu fragen, die z.B. Kriege auslösten oder für die irrationale Bewegung der Börsen sorgten. Eine sehr wichtige Frage, die zwar in dieser Form rhetorisch ist. Es zumindest sein sollte. Wer fragt schon nicht nach Verantwortung? Gespannt auf weitere Kommentare fand ich tatsächlich eine Antwort auf die obig in den Raum gestellt Frage. Diese lautete: „Was ist denn das für eine alberne Frage? Wer ist verantwortlich für eine individualistische Kultur? Wer ist verantwortlich für Jugendarbeitslosigkeit? Wer ist verantwortlich für Kriminalität? Wer ist dafür verantwortlich, dass es zu wenige Berge in Deutschland gibt? Herrje, immer die Suche nach nem Schuldigen, dem man die Verantwortung zuschreiben kann. Immer jemanden finden wollen, auf den man zeigen kann. Typisch deutsch/europäisch.“ Ich habe einige Zeit darüber nachgedacht und mußte zugeben, daß wir tatsächlich stets nach Verantwortung suchen, daß es uns oft ein Vergnügen bereitet auf jemanden den Finger zu richten und uns dabei wohl zu fühlen, wenn wir eben nicht für etwas verantwortlich sind. Ist das wirklich schlecht? Könnte man diesen Sachverhalt nicht auch positiver formuliert mit den Worten darstellen: Verantwortungen sollten klar verteilt sein, wir brauchen eine Struktur und Ansprechpersonen? Aber was ist überhaupt wirklich Verantwortung? Damit haben wir originär eine ethische Frage vor uns, der wir uns nur mit einer kulturellen Basis nähern können. Wir können uns im „Westen“ als Nachfolger der antik-römischen Kultur verstehen. Primär durch den antiken Philosophen SOKRATES wurde der Begriff Verantwortung in den philosophischen Diskurs eingebracht. Er sah darin eine Forderung danach Gründe für ein Handeln anzugeben. Im 15. Jhd. wurde im deutschen Raum davon ausgegangen es handelte sich um die Verpflichtung jemanden Rede und Antwort stehen zu müssen, wenn es einen Bereich betrifft, der diesem von jenem übertragen worden ist. In diesem Zuge wurde Verantwortung immer enger an die Frage der Schuld geknüpft. Wer Verantwortung übernimmt, der gibt für sich, in einem für ihn nicht zustehenden Bereich, zu, daß sein Handeln kausal zu einem Ergebnis geführt hat. Er trägt die Schuld. Schuld ist dabei neutral und deutet nur an, daß sowohl aus konformen (positives Handeln aus Sicht eines anderen) aber auch aus abweichendem (negatives Handeln aus Sicht eines anderen) Handeln eine Konsequenz entstehen kann (Ingarden, 1970). Dabei kann Verantwortung auch aus einer moralischen Notwendigkeit jemandem zufallen. So ist es moralisch z.B. geboten Menschen in Notsituationen zur Hilfe zu kommen und nach dem besten Gewissen zu helfen (Jonas, 1979). SCHWARTLÄNDER fasst zusammen: Allein der Mensch trägt Verantwortung für sein Handeln sowie übernommene Aufgaben und Pflichten und vor einer Instanz, die Rechenschaft fordert (z.B. ein Gericht, soziale Verknüpfungen oder Gott) (Schwartländer, 1974). Aus dieser Perspektive muß die Kritik an der Suche nach Verantwortung deutlich abgeschwächt werden. Verantwortung muß nicht in diesem Sinne gesucht werden, sondern ist entweder moralisch bereits vorhanden, sie muß durch Anerkennung geschaffen werden oder eine Institution legt sie normativ fest. Mit Praxisbezug bedeutet dies, daß man nicht bei der Zuschreibung von Verantwortung stehen bleiben darf, sondern den Boden für ihre Anerkennung bereiten muß und Verantwortung als Notwendigkeit des sozialen Lebens verorten muß. An diesem Tatbestand darf nicht gerüttelt werden. Wunsch nach Verantwortungslosigkeit? Der obige Einwand, man dürfe nicht für alles die Verantwortung suchen kann auch als Aufruf verstanden werden in eine verantwortungslose Epoche überzuwechseln. Wie man aus der Argumentation absehen kann, wird darin Verantwortung als etwas Drückendes betrachtet, als etwas Zerrüttendes. Davor solle man sich – in diesem Verständnis – schützen. Darüber hinaus wird diese Last der Suche nach Verantwortung einem Volk, respektive einem Kulturkreis zugeordnet. Wir haben also etwas Unausrinnbares vor uns. Denn das deutsche Volk gibt es und den westlichen Kulturkreis wird es auch noch einige Zeit geben. Daraus folgt ganz bewusst, daß die konkrete Verantwortung abgelehnt wird, möglicherweise sogar in Frage gestellt werden kann und man somit alles daran setzen müssen diesen „unhaltbaren Zustand“ zu überwinden. Hier sind wir in einem Argumentationsmuster, daß sagt es entstünde nichts aus nichts und genau deshalb müsse man rational einen Umbau der Verhältnisse erzwingen. In einer rationalen Utopie bedarf es keine Verantwortung mehr, denn jedes Zahnrad greift in das andere. Wir dürfen nicht in diese Falle tappen. An dieser Stelle muß die Kritik an der Verantwortung abgewiesen werden. Wo finden wir konkrete Verantwortung und wo abstrakte? Verantwortung ist immer konkret. So könnte man jedenfalls aus unserer Definition von oben schließen. Diese Verantwortung fordert geradezu realistische Veränderungen von bestehenden Verhältnissen anzustreben. Das bedeutet somit, daß konkrete empirische Wirkungsweisen gesucht werden. Man muß nicht immer nach verantwortlichen Personen und Personengruppen per se suchen, jedoch muß immer der Einzelfall bemüht werden. Wer jedoch nicht vernünftig nach Verantwortung sucht, der wandelt vielfach abseits der realen Welt und baut sich neben Scheinkorrelationen auch noch eine abstrakte Utopie auf. Denn hier ist dann alles möglich und der Bezug zum Wirklichen ist unwichtig geworden. Diese Utopien sagen „der Mensch sei von Natur aus gut, nur die gesellschaftlichen Verhältnisse, kurz gesagt Unfreiheit und Ungleichheit seien für das Böse verantwortlich, weswegen sie beseitigt werden müssten.“ (Korrektheiten) Weiter sagen sie „dass Gesellschaft rational geplant werden könne und ihre Gestaltung eine Frage der Vernunft sei.“ (Korrektheiten) Und als dritten Punkt kann man vorfinden, dass „das “Gute”, also Freiheit und Gleichheit sei rational ableitbar, müsse mithin auch kulturunabhängig und universell gültig sein, weswegen man die gesamte Menschheit zum Heil führen könne […].“ (Korrektheiten)
Dies
ist typisch für linke Utopien und das entfernt sie also von dem
konkreten Denken und auch einer konkreten Verantwortung. Es wird das
Abstrakte gesucht. Wir präferieren jedoch das Konkrete: Man
„geht dagegen davon aus, dass der Mensch unvollkommen [...] und
deshalb auf die Existenz einer ihn stützenden sozialen Ordnung
angewiesen ist, wobei ein gewisses Maß an Unfreiheit und
Ungleichheit notwendig in Kauf genommen werden muss, weil die
Alternative nicht Freiheit und Gleichheit, sondern Chaos, Gewalt und
Barbarei sind.“ (Korrektheiten) Weiter „geht [man; E. d. V.]
davon aus, dass die Gesellschaft auf die Geltung des
Vorgefundenen und Nichthinterfragten angewiesen ist, das durch Kritik
zwar zerstört, aber nicht auf rationalem Wege durch etwas Besseres
ersetzt werden kann: etwa auf Familie, Glaube, Tradition, Vaterland.“
(Korrektheiten) Und weiter: „Jede
Kultur eine einzigartige, nicht planbare und unwiederholbare Antwort
auf die elementare Frage, wie Gesellschaft möglich ist. Sie betonen
daher das Recht des Partikularen gegenüber den Geltungsansprüchen
universalistischer Ideologie.“ (Korrektheiten) Somit: Das Logische, das Kausale
ist das, worauf die abendländischen Fundamente stets ruhten. Das ist
das Suchen nach der Verantwortung. Dies finden wir auch bei KANT, der
die Verantwortung auf den freien Willen des Menschen zurückführte.
Verantwortung ist nichts anderes als das Suchen nach Kausalität und
deren Anerkennung. Verantwortungslosigkeit wäre es dann nichts zu
suchen, die Augen fest zu verschließen und sich eine Utopie zu
errichten.
Lumen
Literatur INGARDEN, Roman: Über die Verantwortung. Ihre ontischen Fundamente. Stuttgart: Reclam 1970. JONAS; Hans: Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1979. SCHWARTLÄNDER, Johannes: Stichwort Verantwortung, IN: KRINGS, Hermann et al.: Handbuch philosophischer Grundbegriffe. München: Kösel, 1974. (mehr) 12. August 2011
Ein neuer Autor gesellt sich in die Reihen...Lumen wird GNUS in Zukunft schreiberisch unterstützen. Herzlich willkommen ! leere(mehr) 12. August 2011
Arditi - The sinking ship
10. August 2011
Lesenswerte Artikel zu den Unruhen in Großbritannien
"Die Anthropologie geht seit dem 20. Jahrhundert davon aus, daß die Verteidigung der kulturellen Vielfalt Xenophobie als notwendiges und gerechtfertigtes (!) Verhalten hervorruft (Levi-Strauss, 1975). 'Nur durch Feindschaft und Abwertung des ‚Anderen’ lässt sich eine Kultur überhaupt verteidigen. Der ‚Kulturrassismus’ ist damit in jeder Kultur angelegt und aktualisiert sich, sobald sie sich bedroht sieht.'" [Weiterlesen] "Thus, out of this cauldron of multifarious religions, sects, backgrounds, cultures, dialects, and worldviews, idiosyncratic approaches to wealth-creation have emerged over the years, creating new industries and causing others to boom. Psychoactive drug and gun traffic are thriving, providing employment and raising the standard of living of many local entrepreneurs on a scale that would not have been possible prior to the advent of multiculturalism. Yet this is all well known to native Britons, particularly those still remaining in this and other enriched areas, and even more so to the police, who now enjoy larger budgets and can offer more opportunities for employment than before. The same must be true of cremation services." [Weiterlesen] "Zum Teil handelt es sich hier offenbar um nichts weniger als einen vor allem von den Schwarzen erklärten Rassenkrieg, der sich nun in voller, ungehemmter Wucht gegen die Weißen entlädt, auch wenn sich Abschaum aus allen möglichen Bevölkerungsgruppen an den Schandtaten beteiligt und niemand sicher ist." [Weiterlesen] "Die Details des Polizeieinsatzes, bei dem ein Londoner Krimineller erschossen wurde, sind bislang nur Spekulation. Sein Tod war wohl der Auslöser einer mittlerweile vier Tage andauernden Randale in einigen Stadtteilen Londons. Genau wie der Erschossene scheinen die meisten Randalierer schwarz zu sein. Dafür sprechen nicht nur die Aussagen eines Sprechers der British National Party, Simon Darby: '95 Prozent der Randalierer und Plünderer sind Schwarze. Unsere Hauptstadt entwickelt sich gerade zu einem ethnischen Schlachtfeld. Das mag sich übertrieben anhören, aber es ist die Wahrheit.'" [Weiterlesen] "Besonders Großbritannien hat sich in den letzten Jahrzehnten in eine wahre Hölle aus multiplen ethnischen und kulturellen Spannungen, Überfremdung, Alltagsgewalt, organisiertem Verbrechen und dschihadistischer Unterwanderung verwandelt. Die Tendenz ist rapide ansteigend. Fjordmans Hausseite „Gates of Vienna“ bietet dazu reichlich Material. Als „Crash-Kurs“ reicht ein Artikel von Paul Weston mit dem Titel „Eine Woche im Tod Großbritanniens“ aus. Ich begnüge mich an dieser Stelle mit dem Hinweis. Auch Weston präsentiert öffentlich zugängliche Fakten. All dies nun im Zusammenhang mit der oben zitierten expliziten multikulturalistischen Agenda der Neather, Blair, Straw et al, die keinerlei Verpflichtung und Solidarität gegenüber dem eigenen Volk mehr kennen wollen. Wer hier nicht die Augen aufmachen will, dem ist nicht zu helfen." [Weiterlesen] "[...] Take a look at the demographic history of the annihilation of the Greek Christian civilization: This demographic growth chart of Islam has many things to teach us. The first is that the process of annihilation took centuries. Some people think that when Islam invaded, the Kafirs had the choice of conversion or death. No, absolutely not. Sharia law was put into place and the Christian dhimmis continued to have their "protected” status as People of the Book who lived under the Sharia law. The dhimmi paid heavy taxes, could not testify in court, hold a position of authority over Muslims and was humiliated by social rules. A dhimmi had to step aside for the Muslim, offer him his seat, could not carry a weapon and defer to a Muslim in every way. In all matters of society the dhimmi had to yield to the Muslim. Over the centuries, the degradation, lack of rights and the dhimmi tax caused the Christian to convert. It is the Sharia that destroys the dhimmis. Notice where the curve is headed—100% Islam, just like Arabia. Today, Turkey is 99.7% Muslim. The Christian and Greek civilization of Anatolia is gone. It is annihilated. What is tragic is that it seems that no one knows or cares. The Fethullah Gülen Movement (Turkish Muslim Brotherhood) of today pays for Christian ministers to go to Turkey and see an Islamic tolerant country where Christians live in beautiful harmony with Islam. And the ministers come back talking about what a wonderful society Turkey is and how well Christians are treated. After all, 0.3% of the Christians are still there in wonderful Turkey. Look at two more Christian lands—Lebanon and Kosovo. This data only covers modern times and we do not see the beginning as we did in Turkey. See where these areas are going. In short decades, Lebanon and Kosovo will be 100% Islamic and two more Kafir civilizations will be annihilated." [Weiterlesen] (mehr) 10. August 2011
Eine Chronologie der „Jugendlichen“Einleitung Vor Kurzem haben wir die Frage des „Collapse of the West?“ aufgeworfen und geschildert, wie wir in den letzten Dekaden geradezu ein Aufblühen kultureller Identitäten in allen Bereichen asiatischer und arabischer Kulturräume erblicken konnten. Dieses Geschehen wird in jedem Fall zu einer großen Herausforderung der Zukunft werden. Ganz gleich, ob der „Westen“ sein kulturelles Sendungsbewusstsein erneuern kann oder ob alles so bleibt wie es heute ist. Der „Westler“, im Kern der weißen Population zuordbar, hat im gesellschaftlich-kulturellen Bereich seine Selbstachtung verloren und agiert gegenüber anderen Kulturen nicht mehr. Er ist müde und reagiert ausschließlich. Doch auch dazu fehlt immer mehr die Kraft, dazu fehlt die Entschlossenheit und dazu fehlt ein Plan für eine zukünftige Ordnung. Für einen solchen Plan würde es Identität benötigen. Diese ist verschüttet worden und deshalb fließt alles dahin. Die Folgen dieser Vorgänge und dieser Passivität können wir rund um den Globus beobachten. Das beginnt beim Kniefall von weißen Amerikanern vor schwarzen, geht über die Forderung autonomer islamischer Gebiete und endet bei gewalttätigen Ausschreitungen. So ist es quasi noch ein Wunder, daß wir diese nicht viel häufiger erleben. In diesem Artikel wollen wir uns die Chronologie dieser Ausschreitungen anschauen und ihre Implikationen genauer in die Betrachtung einbeziehen. Frankreich brennt! Zum ersten Mal im neuen Jahrtausend drangen im Oktober 2005 in Frankreich gewalttätige Ausschreitungen in die Öffentlichkeit. Damals wurden sie lapidar als Unruhen in Vororten von Paris bezeichnet. Mit dieser Bezeichnung wird bereits das Problem rein räumlich in die Peripherie verschoben und damit seine geringe Dringlichkeit. Was war passiert? Zwei Jugendliche waren aus Angst vor einer Polizeikontrolle geflohen und dann selbstverschuldet zu Tode gekommen. Von nichts anderem war zunächst die Rede. Von einem Unglücksfall. Als dann die Krawalle ausbrachen titelte Die Zeit damals: „Der französische Gesellschaftsvertrag endet dort, wo die Vororte beginnen“. Fast zwei Monate später mußte die selbe Zeitung, die bis dahin von „Jugendlichen“ und beschönigend von ihrer „Unmutartikulation“ gesprochen hatte zugebend, daß man „doch inzwischen [...] wohl von einer „Stadtguerilla“ sprechen [muß], die jede Nacht neue Viertel bedroht und zur Belastung für die Regierung geworden ist. Von Clichy-sous-Bois aus, nordöstlich der französischen Hauptstadt gelegen, rollt seit einer Woche eine Gewaltwelle heran, die jetzt alle Départements der Pariser Umgebung und die Vororte einiger größerer Provinzstädte erreicht hat. Schon acht Nächte in Folge stoßen Polizei und junge Randalierer großenteils afrikanischer und arabischer Herkunft aufeinander.“ Diese Panne in der Berichterstattung verschob die Problematik nun in das Zentrum und bezeichnete die „Jugendlichen“ nun mit einer Nationalität. Etwas, was im Folgenden tunlichst unterlassen worden ist. Die Bilanz: Überraschend kam der Ausbruch der Gewalt nicht. So wurden im Jahr 2005 bereits vor dem Beginn der eigentlichen Unruhen jede Nacht etwa 90 Autos in Frankreich in Brand gesteckt, insgesamt 28.000 seit Beginn des Jahres 2005. Daneben wurden ca. 17.500 Müllcontainer angezündet, 5.760 Bushaltestellen, Telefonzellen und andere städtische Einrichtungen zerstört und 3.832 Angriffe auf Polizei oder Feuerwehr gezählt. Für mediales Aufsehen sorgte lediglich eine Serie von Brandanschlägen auf jüdische Einrichtungen, die die diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und Israel belasteten. Eine Zeichen des allgemeinen Ignorierens. Bei den eigentlichen Unruhen wurden ca. 10.000 Fahrzeuge in Brand gesetzt und es kam zu fast 3000 Festnahmen. Dabei sind körperliche Schädigungen, weitere Sachbeschädigungen noch nicht weiter betrachtet. Insgesamt waren 18 Départements betroffen. Darunter auch größere und wohlhabendere als die Vororte von Paris (Spiegel.de). Schon wenig mehr als ein Jahr später brannten in Paris und Frankreich die Autos erneut. Dieses Mal noch heftiger. Es hieß: „Alleine in Villiers-Le-Bel seien zehn Autos sowie zahlreiche Mülltonnen in Flammen aufgegangen. Mindestens 30 Polizisten wurden verletzt. Die Krawalle hatten sich dort am Vorabend am Tod zweier jugendlicher Kraftradfahrer entzündet, die mit einem Streifenwagen kollidiert waren" (Welt.de). Wieder waren es Jugendliche, diesmal ohne Angabe von Nationalität, und wieder entzündet sich die Wut an einem unglücklichen Vorfall. Das Pulverfaß kann somit schon vorher als glimmend bezeichnet werden. Straßenschlachten in Madrid Ebenfalls 2007 kam es zu Unruhen in Spanien, besonders in Madrid. Wieder waren „Jugendliche“ beteiligt. Die FAZ schrieb damals: „Die Puerta del Sur ist für Madrilenen nicht gerade die Endstation Sehnsucht. Wer die Metrolinie 10 am „Tor des Südens“ verlässt, ist aber auch nicht am Ende der Welt, sondern erst in Alcorcón. Das ist eine saubere Vorstadt, aufgeräumte Schlafstadt und zugleich ein Betonsatellit der wuchernden Sechs-Millionen-Stadt. Hier spiegelt sich beispielhaft Madrids neuer Mikrokosmos legaler und illegaler Einwanderung mit all seinen Krämpfen" (FAZ.de). Die Vorgeschichte wird dann lapidar im späteren Bericht untergebracht: „Sie hat im Falle Madrids damit zu tun, dass die Bevölkerung des Großraums in den vergangenen sieben Jahren um nahezu eine Million Menschen zugenommen hat. Die meisten der neuen Bewohner sind Einwanderer. Ecuadorianer, Kolumbianer und Rumänen machen jeweils schon mehr als hunderttausend aus. Alcorcón ist in seiner Zusammensetzung südlicher Peripheriedurchschnitt. Zu den rund 140.000 Alteingesessenen des Jahres 2000 gesellten sich seither etwa 25.000 Fremde. Die Hälfte davon sind Lateinamerikaner, der Rest Araber, Schwarzafrikaner, Rumänen, Ukrainer, Chinesen und Pakistaner. Sie fügten sich nicht einfach zu friedlichen multikulturellen Vereinten Nationen. Zündstoff gibt es für Konflikte zwischen Spaniern und Zuwanderern und zwischen einzelnen Zuwanderergruppen. Auch die Annahme, dass die Integration der Lateinamerikaner problemlos sei, weil sie Sprache und Kultur mit den Spaniern gemeinsam hätten, entspricht nicht ganz der Wirklichkeit. Das liegt vor allem an den nach nordamerikanischem Vorbild entstandenen Straßenbanden gewalttätiger lateinamerikanischer Jugendlicher.“ Als Reaktion gab es Gedenkmärsche, multi-kulturelle Abende und Aufmärsche von Sozialisten (damals in der Regierungsverantwortung in dieser Region!) und Anarchisten. Das ist dann nicht weiter überraschend und spiegelt eher ein deutsches Bild des Umgangs wieder. Doch schauen wir weiter. In Griechenland - Lumpenproletariat Im Dezember 2008 kam dann Griechenland an die Reihe. Wieder war der Auslöser vergleichsweise harmlos. Ein Polizist erschoss ohne Tötungsabsicht einen Jugendlichen. Der darauf folgende Sturm suchte seines Gleichen. Als einer der Gründe für die Gewaltbereitschaft in großen Teilen der griechischen Jugend wurden vielfach die lang aufgestaute Frustration über schlechte Zukunftsperspektiven angeführt. Trotz guter Qualifikation seien für sie zumeist nur Aushilfs- und Übergangsjobs zu finden, man spreche von der 700-Euro-Generation. Dem gegenüber stehe das politische Establishment mit ihren Wertvorstellungen nur für die gutverdienenden Teile der Gesellschaft, deren Politik aus uneingelösten Versprechen keinen Glauben in der jungen Generation mehr finde. Zum Anderen habe die Politik seit Jahren angesichts der Herausbildung von auch von Autonomen bewohnten, quasi rechtsfreien Stadtvierteln die Augen verschlossen, dies wohl im Bewusstsein der mangelhaften Ausbildung und Deeskalierungsfähigkeiten der als ausgesprochen ruppig geltenden griechischen Polizei. „Dieser wird die Nähe zu rechten und fremdenfeindlichen Kreisen nachgesagt“ (Tagesspiegel.de). Somit doch nicht nur soziale Probleme? Hier haben wir hier noch einen weiteren möglichen Grund für die Unruhen, der überraschender Weise in der Berichterstattung dieser Zeit keine Rolle spielte. „Dem Zensus zufolge lebten im Jahr 2001 797.100 Ausländer in Griechenland, was einem Ausländeranteil von 7,3% [Deutschland hat 8,8%, Großbritannien nur 4%; A. d. V.] entsprach. 1981 hatte die Zahl der Ausländer bei 176.120 gelegen. Experten schätzen allerdings, dass weit mehr Ausländer in Griechenland leben und ihre Zahl näher an der Millionengrenze liegt. Die Mehrheit der Ausländer stammt aus Osteuropa. Die größte Gruppe sind Albaner, die mit 443.550 Personen (55,6%) mehr als die Hälfte aller Ausländer stellen“ (Migration-info.de). Angeführt wurde der Mob im Übrigen durch linke Gruppierungen, die man dem anarchistischen Lager zuordnen kann und die besonders für ihre Fremdenfreundlichkeit bekannt sind. Neben diesen Unruhen kam es auch erneut zu Demonstrationen in Madrid und dieses Mal auch in Bologna. War of Races? Im Jahr 2011 brennt es nun in England. Die Spitze der bisherigen Gewalt. Tottenham, Liverpool, Bristol, Birmingham und Manchester sind die größten Brandherde. Schon wieder? So wird mancher fragen, denn in Tottenham brauchen bereits 1985 Unruhen gleicher Art aus. Wie konnte es nun dieses Mal dazu kommen? „Faced by what initially started as a peaceful demonstration, the police responded with their usual "culturally sensitive," "softly softly" approach of showing sympathy, maintaining a low police presence, avoiding assertive gestures, allowing the mob to vent its emotions, and retreating behind barriers, effectively giving a green light to the rioters and anyone else who was interested to run amok. […] The truth is that whatever the Metropolitan Police do to police the gun, knife, and drug crime of London's West Indian "community," it will breed resentment. Drug-fuelled criminality and gang culture are so ingrained among young West Indians that any effective policing has to involve frequent interactions between the police and this group that can only breed tension and resentment“ (Alternativeright.com). Aktuell stellt es sich ganz so dar, als ginge es um die Vorherrschaft verschiedener Gruppierungen. Allesamt werden sie als „Jugendliche“ bezeichnet (Welt.de). Dabei handelt es sich um Angehöriger der sogenannten karibischen/afrikanischen Migranten und der Muslime. Als weiterer Mitspieler wagt sich auch der britische Staat nach vorne. Hilflos und überfordert hat die Polizei nun dafür Schelte einzustecken, daß sie das Unheil von Jahren der verfehlten Politik ausbaden und lindern will. Eingreifen ja, aber bitte nicht plündernde „Jugendliche“ anfassen oder gar festnehmen! Dieser neue Rassismus der Minderheit mit Migrationshintergrund gegenüber den Briten kommt auch in diesem Fall nicht unerwartet. Es wurde nur bislang fleißig ignoriert, was man nicht sehen wollte. Die ersten britischen Journalisten betonen bereits (z.B. Peter Bild im Interview mit dem ZDF gestern Abend am 09.08.), daß auch weiße Jugendliche beim Plündern dabei gewesen sein sollen. Dies dürfe man nicht vergessen, schob er beflissen hinterher. Hierbei fällt selbst einem wenig interessierten Beobachter auf, daß z.B. Bosnier oder Albaner durchaus weiß sind und deshalb immer noch Ausländer/Muslime bleiben. Ebenso fällt damit auf, daß dieser Mann die Wahrheit immer noch ignorieren würde, wenn sie ihm mit nacktem Hintern in das Gesicht hüpfen würde. Wie viele Weiße waren dabei? Keine Antwort. Wie viele Schwarze waren dabei? Viele. Wie viele Muslime? Auch viele. Wozu also der Hinweis, es wären auch Weiße dabei gewesen? Für die Ursachen hält Peter Bild derweil vorrangig soziale Problematiken. Befassen wir uns im Folgenden nun mehr mit „Jugendlichen“ und ihrer Motivation. Implikationen Die Anthropologie geht seit dem 20. Jahrhundert davon aus, daß die Verteidigung der kulturellen Vielfalt Xenophobie als notwendiges und gerechtfertigtes (!) Verhalten hervorruft (Levi-Strauss, 1975). „Nur durch Feindschaft und Abwertung des ‚Anderen’ lässt sich eine Kultur überhaupt verteidigen. Der ‚Kulturrassismus’ ist damit in jeder Kultur angelegt und aktualisiert sich, sobald sie sich bedroht sieht“ (EuropeNews).
In
Anbetracht dieser Einschätzung der Wissenschaft scheint es der
blanke Hohn zu sein, wie die Politik und auch die Volksmeinung mit
dieser elementaren Problematik umgeht. Es geht hier schließlich um
unsere Zukunft, um die Zukunft unserer Kinder und Enkel und um unsere
europäischen Nationen. In einem Kommentar zu einem Artikel Der Zeit
wurde ganz treu dem Motto: „Klappt es nicht beim ersten Mal...“
der politische Mainstream wunderbar inhaliert. „Es gibt immer die
Chance zu einem Neuanfang, klar. Dabei sollten wir gerade jetzt aufmerken, wo wir in Deutschland einen Ausländeranteil von 8,8% haben und dabei noch alle Pass-Deutschen nicht mehr mitgezählt werden. Die Welt titelte: „Kein EU-Land hat mehr Ausländer als Deutschland!“ (Welt.de) In Großbritannien leben 4% Migranten. Großbritannien brennt und Deutschland brodelt noch. Wann bricht der Vulkan aus? Wieso kommt es überhaupt zu solchen Eruptionen in den „sozialen Systemen“ (Luhmann, 1998) der Gesellschaft? Wieso kommen diese Vorfälle gerade jetzt? Wieso sind immer Jugendliche die Träger? Natürlich leiden die „westlichen“ Nationen unter Staatsdefiziten, unter Arbeitslosigkeit, schlechten Bildungssystemen und einer Zunahme des Proletariats. Das sind auch die gängigen Schlagwörter, die für die Erklärung sozialer Unruhen in den europäischen Ländern herhalten müssen. Das impliziert jedoch, daß die einheimische Bevölkerung von diesen Problemen weitgehend unbehelligt bleibt. Das ist deutlich in Frage zu stellen. Ebenso erklärt dies nicht, wieso Jugendlich auf die Straße ziehen. Es erklärt auch nicht, wieso sich z.B. in Großbritannien Migranten untereinander bekämpfen und wieso in Spanien zuerst Spanier Migranten attackiert haben sollen. Die gängigen Argumentationsmuster funktionieren nicht mehr. Greifen Einheimische Migranten an, ist es Fremdenhass, greifen Migranten Einheimische an, war es soziale Not. Die Begründung liegt noch weit unter den sozialen Problemen verborgen, die ihr Übriges dazu tun. Aber nicht mehr. Wir finden die Begründung, wie in der Einleitung angedeutet, in dem heraufziehenden Kampf der Kulturen (Huntington, 1996). Die westlichen Staaten vernachlässigen vor lauter Beflissenheit gegenüber Integration und Migration ihre einheimischen Bevölkerungen, deren Kultur und fördern fremde Identitäten, aber nicht die eigene. Man kann bezogen auf Großbritannien, aber repräsentativ für den ganzen „Westen“ sagen: „And you have the explanation of what the British riots actually signify: a society whose intelligentsia has been bent for three decades on social suicide -- and which, having been the first into the Enlightenment, is now, as we can see from the ‘armies of ants’ torching and looting British cities, leading the way out“ (EuropeNews). Der „Westen“ verliert an Boden, wie im Artikel „Collapse of the West?“ dargelegt. Dazu erleben wir ein Erstarken der asiatischen und arabischen Kultur, ein neues Selbstbewusstsein, welches sich auf wirtschaftlichen Aufschwung, soziale Bewegungen, westliche Schwäche, einem neuen anti-westlichen Neusprechen, den wir spätestens seit dem 11. September 2001 vermehrt erleben, gründet. Trifft Levi-Strauss' Beobachtung zu, so ist ein Konflikt zwischen Kulturen, besonders, wenn sie nahe beieinander leben, sehr wahrscheinlich und sogar notwendig! HUNTINGTON spricht von dem kulturellen Erstarken vor allem der 2. Generation. Damit meint er, daß sich Migranten der 1. Generation möglichst in ihre Gastländer einbinden und durchaus auch etwas leisten. Sie sind deutlich westlicher orientiert, oft von geringer Bildung und säkularer. In der 2. Generation sieht dies jedoch völlig anders aus. Hier findet ein Wachsen der kulturellen Identität und des kulturellen Selbstbewusstseins statt. Hier werden Grundlagen für die „Rache Gottes“ gelegt und hier ist die Basis von fundamentalistischen Strömungen. Dabei sind diese jungen Menschen vielfach gut ausgebildet (Huntington, 1996). Diese 2. Generation der Migranten erleben wir heute. Das sind die Kinder von einst und die „Jugendlichen“ von heute. Quasi alle revolutionären und aufständischen Bewegungen in der Geschichte wurden von jungen Menschen eingeleitet und getragen. Wir erleben derzeit die Herausforderung einer gesetzmäßigen Ordnung, die offener stattfindet als jemals zuvor. Wurde bislang nur Kriminalität im Untergrund, im Hinterzimmer betrieben, so verlagert sich die Machtdemonstration nun auf die Straße heraus. LICHTMESZ schreibt: „Seit den ersten Unruhen in Tottenham im Jahre 1985 gibt es im Vereinigten Königreich mehr Einwanderer, mehr Slums, mehr Überfremdung, mehr Verbrechen, mehr Konflikte, mehr „diversity“, mehr „political correctness“, mehr soziales Herumgebastle als je zuvor. Die Folgen sind von dementsprechender Intensität und Brutalität. England sollte eine Mahnung an Deutschland sein, den fatalen Weg in die multikulturelle Fragmentierung endlich zu bremsen. Mehr als je zuvor ist es nun notwendig, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, auch wenn sie häßlich und erschreckend und angsteinflößend ist. Es führt kein Weg daran vorbei. Jeder Versuch, nun den Kopf in den Sand zu stecken, wird zu nur noch schlimmeren Folgen führen“ (Sezession.de). Deutschland brodelt derzeit „nur“, weil Deutschland dieses wunderbare soziale Netz hat. Hier läßt es sich auch ohne Beruf, Perspektive und sogar ohne Kriminalität leben. Es werden mit Geld Brandherde gelöscht und Risse gekittet. Doch das wird nicht mehr lange so funktionieren und schon langst sieht man die neuen Risse im Gebälk. Die Migranten haben das erkannt und organisieren sich, die Politik, die Medien verschließen die Augen und ignorieren eisern das, was dicht vor ihrer Nase tagtäglich geschieht. Wenn die Sozialleistungen, die die „Jugendlichen“ bislang zum Ruhe halten ermuntern, eines Tages ausbleiben werden, wenn dieser Staat Zahlungsschwierigkeiten bekommt, dann werden auch die „Jugendlichen“ hierzulande zuschlagen. Wenn auch dann das Erwachen ausbleibt, dann wird wohl in der Zeitung unter der Überschrift : „Deutschland in Zahlungsschwierigkeiten, Jugendliche demonstrieren gegen Sozialkürzungen“ stehen, daß sich der Deutsche die Demonstrationen ihrer Mitbürger mit Migrationshintergrund selber zuzuschreiben habe. Wieso hat man nicht ordentlich gewirtschaftet, wieso keine Perspektiven geschaffen? Wieso kann man nun keine Sozialleistungen mehr zahlen? Tja, warum wohl? Lumen
Literatur HUNTINGTON, Samuel P.: The Clash of Civilizations. New York: Simon & Schuster, 1996. LEVI-STRAUSS, Claude: Mythologica IV. Der nackte Mensch. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1975. LUHMANN, Niklas: Soziale Systeme. Grundriß einer allgemeinen Theorie. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1984. (mehr) 09. August 2011
Die (Un-) Möglichkeit des Strebens nach (beruflichem) Glück
“We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness“ heißt es in der Präamel der Unabhängigkeitserklärung der USA. Darin sind bereits zwei wesentliche verfassungsrechtliche Bestimmungen verborgen, die heute Eingang in jede gängige und akzeptierte Interpretation und Aufführung von Menschenrechten gefunden haben. Es ist zum einen von der Gleichheit der Menschen die Rede und von den unveräußerlichen Rechten, die diese gleichen Menschen in einer gemeinsamen Gesellschaft besitzen. Das Recht auf Leben, auf Freiheit und auf das Streben nach Glück. Im Sinne des amerikanischen Traums ist besonders mit letzterem die individuelle Entfaltung gemeint, die darin gipfelt mit dem zu Gebote stehenden Fleiß einer Berufung nachzugehen. Dahinter steckt die Idee, daß jeder Mensch frei entscheiden kann, ob er einer Arbeit nachgehen möchte und wenn ja, von welcher Art diese sein soll. In letzter Konsequenz ist damit der Traum ausgedrückt, daß jedes Mitglied der Gesellschaft nach seiner Façon sein Glück suchen und finden können soll. Heute findet sich diese Idee besonders plastisch in der Programmatik der FDP wieder, die davon spricht, daß auch nur derjenige etwas verdienen darf, der etwas leistet. Das heißt: Jeder muß arbeiten und damit zwingend seine Berufung ergreifen. Das bedeutet aber auch, daß ihm vom Staat und vom sozialen Gefüge der Gesellschaft hierbei keine zu großen Hindernisse in den Weg gelegt werden sollten. Der Zugang zum Arbeitsmarkt, zu den Märkten der selbstständigen Tätigkeit und zum „Markt“ des Müßigganges muß das Individuum möglichst freien und nicht regulierten Zugang besitzen. Genau hierin liegt auch die Crux des liberalen Ansatzes des „Pursuit of Happiness“ und der freien Wahl der Berufung. Berufung ist in erster Linie das innere Streben des Menschen etwas zu tun, was er gerne tut, in dem er aufgeht. Doch nicht jede Berufung eignet sich dafür damit ein Einkommen zu erzielen, auch ist nicht jeder Sich-berufen-fühlende auch tatsächlich wirklich zu etwas berufen. Die subjektive und objektive Betrachtung mag dabei stark differieren. Gleichzeitig kennen wir in der Welt eine Institution, die der Menschheit seit der Antike bekannt ist: Die Arbeitsteilung. Damit einher geht die Schaffung von Berufen. Beruf ist eine spezifische soziale Organisationsform von Arbeitsvermögen. Arbeitsvermögen ist aber keine konkrete Durchführung einer bestimmten Arbeit, sondern die Disposition, Kompetenz über die Subjekte verfügen und mit der sie Arbeitsaufgaben bewältigen. Der Beruf ist damit eine Organisationsform, wie Arbeitsgänge abzulaufen haben. Der Beruf ist hier ein Aufgabenbündel, welches zu Erledigung an Gesellschaftsmitglieder delegiert wird. Über die Arbeitsteilung fand also eine Segmentierung in Berufe statt. Dies geschah jedoch nicht nur eine einem evolutorischen sondern auch in einem politischen Prozess. Dem Beruf wurden nicht nur Arbeitsschritte, sondern auch Berechtigungen zugewiesen. So darf nur der Metzger Fleisch kommerziell bearbeiten, so darf nur der Chemiker in diesem Segment arbeiten usw. Dazu muß ein Beruf staatlich anerkannt und kontrolliert werden. Das hat zwei Implikationen: Zum einen führt diese Segmentierung dazu, daß sich jene, die einen Beruf haben sich von denen Abgrenzen, die keinen haben und es diesen besonders schwer machen überhaupt einer Berufung nachzugehen; geschweige denn einen Beruf zu erlernen. Zum anderen liegt es nun im Interesse der Inhaber von Berufen die Zahl derer, die diesen Beruf ausüben dürfen möglichst gering zu halten, um bei abhängiger Beschäftigung die Löhne nicht zu sehr zu drücken und bei selbstständige Tätigkeit die erzielbaren Preise zu halten. In beiden Fällen geht es darum möglichst wenig Wettbewerb zuzulassen. Ein Mittel dazu sind staatliche festgesetzte Berufsbilder und monopolisierte Ausbildungsgänge, die aussagen welche Qualifikationen ein Inhaber des jeweiligen Berufes nachweisen muß, um diesen ausüben zu dürfen. Die Gesamtheit der Fähigkeiten eines Individuums kann nun kleiner, gleich und größer sein, als die Qualifikationsanforderungen. Im der Selbstständigkeit führt dies zum Verlust der Geschäftsgrundlage oder zur Verhinderung der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit und bei abhängiger Beschäftigung zur Aussperrung eines Teiles von potenziellen Arbeitnehmern, die über die geforderten Qualifikationen nicht verfügen. Die Vorstellung einen Beruf besitzen zu müssen ist uns in Fleisch und Blut übergegangen, die Vorstellung, daß es der Qualitätssicherung zuträglich ist über staatliche kontrollierte Berufe zu verfügen ist ebenso selbstverständlich. Beides hat seine Berechtigung. Aber beides zeigt, neben dem Drang des Menschen Wettbewerb auszuschalten, die Unmöglichkeit der wirklich freien Berufswahl, der freien Entfaltung von kreativem Potenzial, die Unmöglichkeit des Strebens nach Glück in seiner rein amerikanischen Bedeutung und letztendlich auch in diesem Bereich die Unmöglichkeit der Gleichheit der Menschen auf. Der Zugang zum „Glück“ ist gepflastert von Barrieren und Einschränkungen, die kaum liberal sind und an das mittelalterliche und früh-neuzeitliche Zunftsystem erinnern. Ehrlicher ist in dieser Implikation anzuerkennen, daß es keine klassenlosen, gleichen oder hierarchielosen Gesellschaften geben wird. Wir haben das versucht, lange, ausgiebig und in vielen Varianten. Alles hoffnungslos. Damit stellt sich für die Zukunft dringlicher die Frage, wer Zugangsbarrieren setzt, wer die Ausbildung von Berufen organisiert und welche Bildungsniveaus wir anstreben. Eine politische Aufgabe, die verschüttete soziale Probleme neu auflegt und Wunschdenken verbannen sollte. Lumen (mehr) 08. August 2011
Collapse of the West?Die „Weltgesellschaft“ - Ein Schein und wenig Sein Die Anschläge in Norwegen haben die Frage um die kulturellen Auseinandersetzungen in der Welt aktualisiert. Eine Frage, die nie verschwunden war, die von vielen als gelöst proklamiert wird und von manchem Soziologen auf die Formel von „Kulturelle Verständigung =Toleranz, Respekt und Kooperation“ reduziert wird (vgl. u.a. Dörre, 2010 / Lessenich, 1999). Löst man diese Formel, dann erhält man in bodenlosem Missverständnis die luhmannsche „Weltgesellschaft“ (Luhmann, 1998). So ist die Logik dahinter. Wobei jene Autoren wie DÖRRE und LESSENICH dem One-World-Traum immer noch anhängen und LUHMANN mit seiner „Weltgesellschaft“ auf die wachsende Vernetzung der Kommunikationsbeziehungen abhob und damit nicht die eine Weltkultur propagiert hat, sondern vielmehr deutlich macht, daß es sowohl zum Austausch zwischen Kulturen kommen kann, aber auch zu Konflikten und Kämpfen. Beides ist möglich und beides passiert. Dieser Aufsatz will aufzeigen, wieso die One-World nicht kommt, wieso ein kultureller Konflikt wahrscheinlich ist und worin eine Quelle für das Wiedererstarken von Kulturen liegt. Wir haben in der jüngeren Vergangenheit keine Reduktion, sondern eher ein Anschwellen kulturellen Zündstoffes erfahren, was HUNTINGTON zu seiner These des Kampfes der Kulturen verdichtete (Huntingtion, 1997). Die Anschläge in Oslo zwingen gerade dazu diese Frage neu aufzunehmen, neu zu denken und sich dabei auf Fakten zu beziehen. Die Versuche der letzten Wochen aus dem Täter einen verwirrten Repräsentanten der Konservativen und Rechten zu machen sind nur die Bemühungen diese Frage zu unterbinden und ein neues Tabu zu schaffen. In Wirklichkeit ist die Frage nicht erst seit Oslo drängender als jemals zuvor. Unser Kulturraum ist bedroht. Von Innen und von Außen, von uns selber und durch Fremde. Einige Beispiele (auch hier zu finden):
"In Britain, for
example, Muslims currently are campaigning to turn twelve British
cities -- including what they call "Londonistan" -- into
independent Islamic states. The so-called Islamic Emirates would
function as autonomous enclaves ruled by Islamic Sharia law and
operate entirely outside British jurisprudence. More than 80 Sharia
courts are already operating in the country. At the same time,
Mohammed is now the most common name for baby boys."
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Was ist „unser“ Kulturkreis? Es darf jedoch nicht der Fehler gemacht werden, daß wir uns nur auf den Islam fokussieren. Das würde am eigentlichen Kern vorübergehen. Nach zeitgenössischer Betrachtung gibt es 6-7 Kulturkreise (vgl. u.a. Spengler, 1918 / McNeill, 1991 / Rostovanyi, 1990 / Quigley, 1961). Der sinische, der japanische, der hinduistische, der islamische, der westliche, der lateinamerikanische und der afrikanische Kulturkreis werden unterschieden. Manchmal wird für den afrikanische Kulturkreis auf Grund der inneren Zerrissenheit Afrikas die Zuordnung zu anderen kulturellen Arenen vorgenommen. Alle Kulturkreise sind nach einer Religion, einem Volk oder eines geographischen Gebietes benannt. Es fällt dabei sofort auf, daß der „Westen“ nach einer Himmelsrichtung benannt worden ist. Der Westen war einmal das „christliche Abendland“, ein religiöser Ort, und hat sich mit seiner modernen Bezeichnung aus seinem geschichtlichen, geographischen und kulturellen Kontext gelöst. Den „Westen“ kann niemand auf einer Karte finden, man kann ihn nicht in der Identifikation der Menschen erleben, die dem „Westen“ zugeordnet werden. Hierin kann ein Ansatz dafür gesehen werden, wieso der „Westen“ an einer Identitätskrise leidet, wieso er seine Werte bis zur Unkenntlichkeit dehnt und immer neu definiert. Er weiß nicht mehr, was ihn zusammenhält. Womöglich hat ihn auch nur die Ausrichtung auf die Siegermacht USA und der Kampf gegen den Kommunismus zusammengehalten? Das alles führte dazu, daß man dem Westen Eigenschaften zuschrieb und ihn über sichtbare Phänomene definierte. Dies hat dem Irrtum Vorschub geleistet, daß der „Westen“ gleichzusetzen sei mit der „Modernisierung“. Die Modernisierung meint nichts anderes, als einen strukturellen Wandel in den Lebensbedingungen von Menschen in Kulturen, der einen Bruch mit alten Handlungsweisen und Vorstellungen ausmacht (Degele/Dries, 2005). Dabei werden diese aber nicht negiert, sondern durchaus auch erneuert, neuen Lebensumfeldern angepasst. Durch Modernisierung entsteht nicht zwingend eine soziale, ökonomische und kulturelle Moderne und schon gar keine Verwestlichung nicht-westlicher Kulturen. Auch aus einem anderen Grund ist die Gleichsetzung von „Westen“ und „Modernisierung“ nicht treffend. Der „Westen“ hinkte viele Jahrhunderte in seinem Modernisierungsgrad anderen Kulturkreisen hinterher. China und islamische Welt zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert waren dominierend. Dazu kommt im 8. - 11. noch Byzanz hinzu. Diese Gesellschaften waren modernisierter organisiert und übertrafen den „Westen“ an Wohlstand, Ausdehnung, militärischer Macht und den Leistungen in Kunst und Wissenschaft. Erst ab dem 12. Jahrhundert steigt der „Westen“ auf. Der „Westen“ definierte sich dabei aus Versatzstücken der volkstümlichen Traditionen, dem Christentum und der Antike. Damit ist zu sehen, daß weder das ursprüngliche Christentum und die Antike originär westliche Schöpfungen sind. Darin liegt auch die spätere Zersplitterung in eine nationalstaatliche Ordnung begründet. Dieses westliche Konglomerat mit prä-nationalstaatlichem Drang bewirkte eine unheimliche Expansion des „Westens“ ab dem 15. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert beherrschten westliche Nationen fast 90% der Erdoberfläche (Huntington, 1997). Dabei war es niemals die kulturelle Überlegenheit, die obsiegte, sondern stets die Macht, die dies tat. Es war immer die zügigere Modernisierung und die bessere Anpassung an die neue Herausforderungen der Umwelt. Der „Westen“ ist an sich kulturlos und nicht geschlossen, regional sehr kulturreich und heterogen und in der Modernisierung entschlossen und zügellos. Die Gewalt des „Westens“, die bei seiner Ausdehnung angewandt wurde, wird von Nicht-Westlern nie vergessen. Das bedingt von Haus aus Kommunikationsprobleme, die sich durch eine Verdichtung der Kommunikationsnetzwerke in der modernen Welt noch verstärkt werden können und heute zu anti-westlichen Bestrebungen führt. Der Einfluss des „Westens“ schwindet. Ende der Geschichte? Oswald SPENGLER hat 1918 darauf verwiesen, daß die Einteilung in Antike, Mittelalter und Neuzeit unserer westlichen Geschichtsschreibung es erschwert den Blick auf den Gang der Geschichte zu werfen, da sie suggeriert der Gang der Zeit würde sich nur um uns selber drehen (Spengler, 1918). Wenn das Abendland bzw. der „Westen“ nun unterginge, wäre das tatsächlich das Ende der Geschichte; zumindest aus seiner Sicht. Aus Sicht des „Westens“ ist damit auch die One-World-Ideologie nicht zu halten. Das dies so ist, läßt sich an Zahlen und Beispielen verdeutlichen. Das Produkt des „Westens“ sind Ideologien. Liberalismus, Sozialismus, Anarchismus. Kommunismus, Faschismus und Demokratie. Sämtliche Ideologien verlieren an Wert, Einfluß und Existenz in dem Maße, wie die nicht-westliche Welt ihre westliche Phase hinter sich läßt. Das Erstarken der Religion in der nicht-westlichen Welt zeigt dies. Sämtliche Religionen sind originär in nicht-westlichen Gebieten der Erde von Nicht-Westlern geschaffen worden, sämtliche Ideologien originär im „Westen“. Mit Zunehmender Wahrscheinlichkeit wird die Religion einen wieder erstarkten Einfluß auf internationale Angelegenheiten und Politik haben (Mortimer, 1991). Darauf kommen wir im weiteren Verlauf des Aufsatzes noch zurück. Darüber hinaus deutet die Demographie auf ein Anwachsen der Stärke anderer Kulturen. An der Entwicklung der Sprecher verschiedener Sprachen läßt sich die Entwicklung zeigen. Der Anteil an der Weltbevölkerung von Englisch sprechenden Menschen hat von 1958 auf 1992 von 9,8% auf 7,6% nachgegeben. Der Anteil der anderen europäischen Sprachen sank im gleichen Zeitraum von 24,1% auf 20,8% (1). Eine Weltsprache ist nicht in Sicht. Wir sehen Verschiebungen, aber keine Assimilationen. Der „Westen“ kontrollierte 1993 von den fast 90% der Erdfläche aus dem Jahr 1920 nur noch 25% und wird dazu voraussichtlich 2025 nur noch 10% der Weltbevölkerung stellen. Das reduziert die Macht und den Einfluß des „Westens“ erheblich. Eine Weltreligion ist noch weniger wahrscheinlich. Diese Verhältnisse der Religionen zueinander haben sie in den letzten 100 Jahren nur wenig zueinander verändert. So waren 1900 rund 32% der Weltbevölkerung Christen, im Jahr 2000 waren es 31%. Muslime gab es 1900 13% und 2000 19%, Hindus 1900 13% und 2000 14%. Allein die Zahl der Atheisten und Nicht-Religösen ist von < 1% auf 21% geradezu explodiert. Dies fällt jedoch bemerkenswerter Weise mit der Übernahme des Kommunismus in Rußland und China zusammen und der Entwicklung des orthodoxen Christentums und der chinesischen Volksreligionen, bzw. des Buddhismus. Bemerkenswert ist dabei auch, daß es signifikante Zugewinne des Christentums in Afrika gab und die mit einem Herabsinken des Christentums im „Westen“ einherging. So läßt sich ergänzend auch der Zugewinn der Atheisten und Nicht-Religiösen weitergehend erläutern. Ebenso gewann der Islam in Afrika (2). Eine universale Kultur ist ebenso wenig im Aufbruch begriffen. Es ist ein Irrtum zu glauben, daß nach Zusammenbruch des Ostblocks jede Kultur der Erde nichts Eiligeres zu tun habe, als sich dem „Westen“ anzuschließen. In der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Organisation gibt es mannigfaltige Möglichkeiten, die auch genutzt werden. Dabei ist die Religion ein sehr zentraler Motivationsfaktor. Gleichsam hat die Intensivierung des internationalen Handels nicht dazu beigetragen die Verständigung der Kulturen und die Friedenssicherheit zu erhöhen. 1913/14 war der Anteil des Außenhandels am Weltsozialprodukt 33%. Hinterher und vorher war er nie höher. Der 1. Weltkrieg fällt in diese Zeit. Handel – und er ist nur ein Beispiel der Interaktion - kann somit eine sehr spannungsgeladene Wirkung haben (Rowe, 1994). Durch Kontakt miteinander wird keine Kohäsion erzeugt. Der Mensch definiert sich darüber, was er nicht ist. Man kann somit sagen: „In einer zunehmend globalisierten Welt – gekennzeichnet durch ein historisch außergewöhnliches Maß an kultureller, gesamtgesellschaftlicher und anderweitiger Interdependenz und durch das verbreitete Bewußtsein hiervon – verschärft sich das kulturelle, gesamtgesellschaftliche und ethnische Bewußtsein“ (Robertson, 1987, S. 22). Mehr noch: Es kann festgestellt werden, daß das Aufzwingen und Übernehmen von westlichen Kulturbestandteilen genau das Gegenteil bewirkte. Der Grund wird in der Entfremdung und einer folgenden Identitätskrise der betroffenen Menschen gesehen, die ein kulturelles und religiöses Erwachen auslöst (Baum, 1977 / Spengler, 1918). Kulturkreise scheinen durch das Übernehmen fremder Einflüsse ihre eigene Stärke zu erneuern, sich aber im wesentlichen Kern nicht zu verändern. So, wie heute in den nordafrikanischen Staaten die „Demokratiebewegung“ als Modernisierung gefeiert wird, so wenig ist sie wirklich westlich. Sie richtet sich gegen Despoten, die Unsicherheit, Armut und Korruption fördern, aber sie ist nicht der Aufbruch nach Westen und noch ist überhaupt nicht ersichtlich, ob man die kommende Ordnung überhaupt als Demokratie im westlichen Sinne begreifen darf. Dies zeigt: Je nach Machtstruktur bedienen sich die sich-erneuernde Kulturen im Sprachschatz der mächtigeren Kulturen (hier der des „Westens“), ohne diese wirklich zu übernehmen. Zur Erneuerung bzw. zur Modernisierung von Kulturen bedarf es somit des „Westens“ nicht zwingend. Sie bleiben immer noch typisch eine eigene Kultur. In der Geschichte existierten Kulturen von ungeheurer Größe. Mesopotamische, ägyptische, kretische, klassische, byzantinische oder die Anden-Kultur. Wieso sollte da der Westen nicht untergehen können? Wieso sollte man ihn vermissen? Ist der „Westen“ überhaupt „unsere“ Kultur? Wann kommt die westliche oder eine sonstig geartete Erneuerung? Das sie möglich ist, sollte eindeutig sein. Es sieht düster aus am Horizont Der „Westen“ befindet sich auf dem Weg nach unten. Der „Westen“ ist zunehemden mit inneren Problemen beschäftigt, beklagt ein niedriges Wirtschaftswachstum, welches den Ansprüchen an das Volkseinkommen nicht mehr genügt, besitzt eine hohe und stagnierende Arbeitslosigkeit, riesige Staatsdefizite, sinkende Arbeitsmoral, leidet unter Identitätsverlust, unter Drogen und Kriminalität. Die wirtschaftliche Macht verschwindet nach Ostasien, die größte Wirtschaftsmacht der Westens – die USA – schrammt kurz an einem Bankrott vorbei. Die militärische Macht ist weitgehend deutlich limitiert, die islamische Welt zeigt offenen Feindseligkeit (s.o.). Das ändert jedoch nichts daran, daß der „Westen“ noch auf viele Jahrzehnte die führende und später eine der führenden Mächte der Welt sein wird. Jedoch werden nicht-westliche Kulturen mit dem Anwachsen ihres Einflusses, ihrer Macht, auch immer mehr auf die Vorzüge ihrer Kulturen pochen. Nicht-westliche Kulturen erklären ihr Erstarken nicht mehr mit der Übernahme westlicher Errungenschaften, sondern mit einem Festhalten an der eigenen Kultur und Tradition. Das wird dann besonders zum Problem, wenn bereits viele Angehörige eines Kulturkreises in einem fremden Kulturkreis befinden (McNeill, 1991). Dazu kommt, daß zunehmenden die kommende Generation eine – aus ihrer Sicht – Verwestlichung entschieden ablehnt. Somit ist keine Annäherung, sondern eine Diskrepanz und eine Kollision mit dem „Westen“ zu erwarten (McNeill, 1991). Doch welche Alternative eröffnet sich am Horizont, die einen Lichtstrahl in die Finsternis schickt? Die „Rache“ Gottes (3) Oben ist angeklungen, daß der „Westen“ an einer Identitätskrise leidet, die bereits auf seinen undefinierbaren Namen einer Himmelsrichtung zurückgeführt werden kann. Im 20. Jahrhundert wurde angenommen, daß die Modernisierung die Religion komplett verdrängen würde. Naturwissenschaft, Rationalismus und Pragmatismus würden mit dem Irrtum der Religion, der Mystik und des Aberglaubens aufräumen. Die entstehende Welt wäre eine bessere: tolerant, rational, vernünftig, humanistisch und liberal. Das Gegenteil ist heute zu sehen. Besonders deutlich ist dies im Islam zu sehen, wo die Losung nicht mehr heißt: Modernisierung des Islams, sondern Islamisierung der Moderne. 1989 gab es z.B. in Zentralasien 160 Moscheen, heute sind es über 10.000. In dem Maße, in dem die Religion wieder ein Aufblühen erlebt und in dem die modernisierten Gesellschaften dem Menschen keinen Halt und keine Identifikation bieten können, so entstehen auch fundamentalistische Bewegungen. Sie sind die Stoßtruppen der gemäßigten religiösen Bewegungen (Huntington, 1997). Die Begründung dieses Phänomens ist in den Kräften zu sehen, die eigentlich auszogen um die Religion zu besiegen. Es ist das Zusammenspiel aus sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Modernisierung. Diese haben mit Identitäten gebrochen, Herrschaftssysteme umgestürzt und unter dem sich nun legenden Staub verbleibt Gott als einzige Konstante im Chaos. Die Menschen leben eben nicht von Vernunft und Geist allein, sondern sie brauchen Identität. Diese entspringt jedoch aus subjektiven Theorien und der Auseinandersetzung mit der Frage, was der eigene Platz in der Welt, im Kosmos ist. Die Rache Gottes wider dem hochmütigen Menschen liegt darin, daß er den Menschen die Freiheit gab sich von ihm loszusagen, um damit genau das Gegenteil zu erlangen. Seine Waffen sind die Fundamentalisten. McNEILL schreibt, daß es kein Zufall sein kann, wie sehr gerade diese Bewegungen ihre Basis in Ländern haben, die unter einem starken sozialen Druck stehen. Dabei darf nie vergessen werden, daß diese religiöse Wiedergeburt nicht gegen die Modernisierung des Lebens ist. Sie befürworten Wissenschaft, Technik und Fortschritt. Sie wenden sich gegen die Moderne, gegen moralischen Relativismus, gegen Hemmungslosigkeit, gegen die Vernichtung der Natur, gegen geistige Willkür. Sie greifen in die Leerräume, die moderne Staaten und Gesellschaften geschaffen haben und füllen diese auf. Sie vermitteln Sicherheit und soziales Engagement. Diese Bewegung erreicht auch immer mehr den „Westen“. Dies sind Kräfte der Erneuerung, wobei die Frage bleibt von wem sie bei uns ausgeht. Von „uns Westlern“ oder von „den anderen Kulturen in unseren Nationen“? Aktuell scheint der Islam sich verstärkt auf die entstehenden Leerräume der Moderne zu spezialisieren und Lösungen anzubieten. Das Christentum zeigt hier kaum Ambitionen. Der Islam steht dabei für eine radikale Ablehnung des westlichen Einflusses auf die arabische Welt (McNeill, 1991). Ausblick Der „Untergang des Abendlandes“ ist ein geflügeltes Wort, welches nie an Aktualität eingebüßt hat. Prozesse in der Welt finden langsam statt. Nur weil fast 100 Jahre zwischen diesem Aufsatz und SPENGLERs Hauptwerk liegen wird letzteres dadurch nicht in Frage gestellt. Die westliche Kultur hat ein großes Beharrungsvermögen, das ändert aber nichts an ihrem Verfall. Auch Rom ist nicht in 5 oder 10 Jahren untergegangen, sondern innerhalb von fast 200 Jahren. Somit bleibt zu konstatieren, daß das Abendland nicht zwingend untergehen, aber deutlich an Einfluß verlieren wird. Ob das aber bereits als Startsignal für eine Erneuerungsbewegung ausreicht? Die viel größere Gefahr liegt darin, daß Europa aufgibt es selber zu sein, mit seinen Völkern, Traditionen und kulturellen Eigenheiten. Dazu bräuchte es wohl eine stärkere Kultur, an der sich Europa messen und wieder wachsen kann. Die Entwicklung zeigt jedoch, daß dies möglich ist. Die Katastrophe ist vielfach die Saat für ein Erstarken. Europa wird auf lange Sicht nur ohne die USA funktionieren, deren Weg sinnbildlich ist für ihr selbst geschaffenes Produkt: „Der Westen“. Die USA wird ihre Rolle in der Welt einbüßen und dann nicht mehr die Kraft haben als Leitfigur eines ganzen Kulturkreises aufzutreten. Langsam aber sicher führt der Weg abwärts. Die Abwärtstendenz ist eindeutig, aber noch bliebe zumindest politisch Zeit die kulturelle und religiöse Erneuerung, gleich welcher Art, vorzubereiten. Dazu bedarf es Grundlagen für europäische Identitäten im traditionellen Kontext und damit eines Erhaltes der Geschichte des „Westens“, der dann „Europa“ hieße. Das wäre zugleich die Chance für Europa wirklich erwachsen zu werden. Wer glaubt jedoch bei der aktuellen politischen Lage daran? Die Politik vertut die Chance die Anschläge von Oslo für eine inhaltliche Diskussion zu nutzen, sondern stößt mit den Medien in ein Horn, die fleißig die Nazikeulen, die Toleranzkeulen und sonstige soziale Druckmittel einsetzen. Die jüngsten Absichten unliebsame Blogger zu „entlarven“ wird nicht gerade dazu beitragen überhaupt anzuerkennen, vor welchen Herausforderungen wir eigentlich stehen. Solange man den Schwarzen Peter an alle möglichen „Verdächtigen“ von Sarrazin, über diverse Blogs bis zur NPD verteilt (vgl. hier und hier), solange wandelt man auf ausgetretenen Pfaden, die nur eines tun: Sie lassen einen von seinem gutmenschlichen Wesen erfüllten Menschen lächelnd in den Abgrund wandern und dann nach Gerechtigkeit rufen, wenn alles zu spät ist und Europa nicht erwachsen geworden sondern tatsächlich gestorben ist. Lumen
Anmerkungen (1) Daten aus dem „World Almanac and Book of Facts“ von Prof. Sidney S. Culbert der University of Washington in Seattle entnommen. (2) Daten aus der „World Christian Encyclopedia“ von David B. Barrett entnommen. (3) Nach Gilles Kepel.
Literatur BAUM, Rainer C.: Authority and Identity. IN: Zeitschrift für Soziologie, 6, 1977. DEGELE, Nina und DRIES, Christian: Modernisierungstheorie. München: Wilhelm Fink Verlag, 2005. DÖRRE, Klaus (2010): Wirtschaftsdemokratie - eine Bedingung individueller Emanzipation. In: spw 180, S. 18-23. HUNTINGTON, Samuel P.: Clash of civilizations or global culture? Hrsg.: Brigitte Seebacher-Brandt ; Norbert Walter: Alfred-Herrhausen-Gesellschaft für Internationalen Dialog mbH, 1997. LESSENICH, Stephan: Strukturwandel in Transformationsgesellschaften. Vom Süden zum Osten und zurück, in: Wolfgang Glatzer und Ilona Ostner (Hrsg.), Deutschland im Wandel. Sozialstrukturelle Analysen. Ein Sonderband der Zeitschrift GEGENWARTSKUNDE. Opladen: Leske + Budrich, 1999, 357-369. LUHMANN, Niklas: Die Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt a. M: Suhrkamp, 1998. MORTIMER, Edward: Christianity and Islam. IN: International Affairs, 67, 1991. SPENGLER, Oswald: Untergang des Abendlandes. Wien und München, 1918 und 1922. ROBERTSON, Roland: Globalization Theory and Civilizational Analysis. IN: Comparativ Civilizations Review, 17, 1987, S. 22. ROSTOVANYI, Zsolt: Clash of Civilizations. Unpublished Paper, 1990. ROWE, David M.: The Trade and Security Paradox in International Politics. Unpublished: Ohio University, 1994, S. 16. McNEILL, Wiliam H.: The Rise of the West. Chicago: University of Chicago Press, 1991. QUIGLEY, Carroll: Evolution of Civilisations. New York, 1961. (mehr) 08. August 2011
Nach dem Fall Breivik: Die Flucht vor der RealitätEs ist gängiger Usus in den diversen Medien möglichst viel über bestimmte Themen zu schreiben und möglichst ein Thema bis zum letzten Tropfen Neuigkeit auszuschlachten. Danach wendet man sich dem nächsten Ereignis zu und letztendlich passiert nichts, wenig oder es dauert sehr lange. Im Fall Breivik ist dies nur vordergründig anders. Zwar wird nun eine neue Islam-Debatte gesucht, eine neue Diskussion um Rechtsextremismus und Rechtspopulismus aufgeworfen, Thilo Sarrazin erneut zum Pranger geführt und ein norwegischer Blogger als Brandstifter verurteilt, um daraufhin vorzuschlagen, man müsse Bloggern die Anonymität rauben. Hier sind die Gutmenschen schnell bei der Sache, denn ihre Betätigungsfelder sind nicht neu und somit erprobt. Am eigentlichen Kern, an den Ursachen für die Anschläge in Norwegen, wird indes nicht gerührt. Man schließt die linke Auge und reißt dafür das rechte umso weiter auf. Alles beim alten. Es passiert in der Sache nichts und es wird das, was ohnehin schon läuft nur noch beschleunigt.
Bzgl. der Motive kursieren im Augenblick recht wilde Spekulationen.
Diese zielen jedoch alle darauf ab, die Tat an sich als Einzeltat eines
Wahnsinnigen zu kennzeichnen, der aber dennoch repräsentativ für eine
größere Gruppe von Multikulturkritikern steht. Somit ein Einzelner, ein
Einzelgänger, der dennoch für viele steht. Das ist eine Argumentation,
die man als wahnsinnig bezeichnen kann. Die BILD zitiert den Anwalt von
Breivik mit den Worten "verrückt"
und skizziert damit sehr treffend das Bild, welches dem einfachen
deutschen Zeitungskonsumenten von Breivik bleiben soll - sie macht es
sich einfach.
die absolutistisch die jeweiligen Parteiprogramme durchziehen, welche damit bis auf Detailfragen letztlich von identischer Couleur sind." All die genannten Schlagworte hängen miteinander in Verbindung und lassen sich nur schwer trennen. Vor allem dann nicht, wenn sie - was ja oft geschieht - als politische Kampfbegriffe in den Diskurs eingebracht werden. Die Moderne ist gestartet, um das neue, das bessere und das freiere Zeitalter von allen zu sein und bewegt sich doch genau in die entgegengesetzte Richtung. Freiheit macht Totalitarismus. Eine neue Erfahrung. Das Bild unserer Welt verändert sich: "To be sure, decades of multiculturalism and Muslim immigration have already transformed Europe in ways unimaginable only a few decades ago." (Quelle: Europe News) "Unsere westlichen Gesellschaften erfahren eine Polarisation, welche die essentiellsten Standsäulen jedes Sozialgefüges betrifft. Es ist die Entstehung eines Grabens dort, wo er am fatalsten wirkt, in den Gemütern der Menschen. Jede Seite vermeint, für seine Idee zu kämpfen, sei das Richtige, was in einem ideologischen Krieg resultiert. Doch sind es nicht die Ideen, die richtig oder falsch sind. Es ist die Unterdrückung von Ideen und die gewaltsame Zusammenpferchung von Unvereinbarem." - Leere Dem scheint auch die Welt stattzugeben. Da heißt es: "Er lebte in einem Land großer demokratischer Sicherheit, einem freiheitlichem Land und obendrein mit höchstem Wohlstand. Da er offenbar nicht manifest schizophren oder wahnhaft ist, muss man aus psychiatrischer Sicht von einer schweren Form einer schizoiden Persönlichkeitsstörung ausgehen, die vordergründig „normal“ daher kommt." (Quelle: Welt.de) Aus meiner Sicht eine negative Umschreibung dessen, was leere bereits feststellte. Die Gesellschaft schafft sich ihre Monster selber. Der Islam und die Überfremdung sind nur ein Grund unter vielen. Soziale Entkopplung, Zukunftsangst und viele andere. Sie können alle mit einem Empfinden der "Heimatlosigkeit" zusammengefasst werden. Einem Gefühl, welches mannigfaltig ist und sich daher sehr unterschiedlich ausdrückt und artikuliert. Wir finden weitere Aspekte auf der Spurensuche. Mehr noch: "In Britain, for example, Muslims currently are campaigning to turn twelve British cities -- including what they call "Londonistan" -- into independent Islamic states. The so-called Islamic Emirates would function as autonomous enclaves ruled by Islamic Sharia law and operate entirely outside British jurisprudence. More than 80 Sharia courts are already operating in the country. At the same time, Mohammed is now the most common name for baby boys." (Quelle: Europe News) "In France, large swaths of Muslim neighbourhoods are now considered "no-go" zones by French police. At last count, there are 751 Sensitive Urban Zones (Zones Urbaines Sensibles, ZUS), as they are euphemistically called. An estimated 5 million Muslims live in the ZUS, parts of France over which the French state has lost control." (Quelle: Europe News) "In Norway, large sections of Oslo are being turned into Muslim enclaves subject to Sharia law and to the dictates of local imams. The citizens of Oslo are also struggling to cope with an epidemic of rapes. According to recent statistics, 100% of aggravated sexual assaults which resulted in rapes over the past three years were carried out by Muslim immigrants. Norwegians are now trying to deal with the large-scale torching of automobiles, which, as in France, is being attributed to Muslim youth." (Quelle: Europe News) Am Ende verbleibt nach diesen Fakten und den deutlichen Hinweisen darauf, daß etwas nicht stimmt eine sehr entscheidende Frage: "In the aftermath of the attack, will the Norwegian left rethink its non-interventionist approach to Islam and Muslim immigration?" Aktuell ist die Reaktion eine andere. Es ist auch einfacher das zu schützen, was besteht, als es einzureißen oder im philosophischen Diskurs Begriffe wie "Liberalismus", "Toleranz" und "Humanismus" neu zu denken. Neu zu denken in einem kulturellerem, menschlicherem und die Vielfalt erhaltenden Rahmen und nicht in einem jegliche Unterschiede einebnenden. Lumen
(mehr) |
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Nichts lebt, das würdig Wär’ deiner Regungen, und keinen Seufzer verdient die Erde. Schmerz und Langeweile ist unser Sein und Kot die Welt – nichts anderes. Beruhige dich. (Giacomo Leopardi) |
Der Eskapismus- das ewige Hintertürchen
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Überschätze nicht die Stärke des Feindes, mein Volk! Zwischen deinen Lettern wirst du ihn tot pressen, deine Zeilen seien die Keulen, die auf sein Haupt niederprasseln, deine Buchstaben die Bleigewichte, die sich an seine Füße hängen, deine Deckel die Panzer, die dich vor ihm schützen! Tausend Listen hast du, ihn zu verlocken, tausend Netze, ihn zu verstricken, tausend Blitze, ihn zu zerschmettern, du, mein Volk, die Kraft, die Größe, die Weisheit der Jahrtausende. (Elias Canetti) |
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An den seltenen schönen Tagen, wenn ich meine eigene Fresse ertrage und
mich ein bisschen weniger verachte, an den Tagen zelebriere ich eine
eigenartige Form von Größenwahn. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn ich
mir dann einbilde, ich sei ein General oder anderes, der streng
musternd zwischen den Reihen der Rekrutierten, den in meinen Büchern und
meinem Kopf hausenden Gestalten, langsam umherstreift, - nein -
schreitet, die Hände hinter dem Rücken.
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| Destruktiver Eskapismus |
Hie und da, zum Beispiel beim Anblick des Kameraden Lorenz oder Kaptain Ahabs, des Offiziers Petschorin oder dem einfachen Wulfsbauern – sie sind mir alle gleich! – nicke ich dann anerkennend und sage so etwas wie „schön, dass du auch hier bist“ oder „eine Ehre an deiner Seite zu sein“. In jenen Momenten könnte ich nicht stolzer sein. Oh Pallieter! Bahnwärter Thiel! Professor Kien! Malte! Torpedoingenieur Hauberrisser und Charousek, Raskolnikow, Zarathustra und Heilner, oh Freunde, ich hätte um ein Haar euren Komplizen Quixote vergessen!!! Ja, das ist es: Eskapismus. Im Beisammensein mit imaginären Freunden ist die ganze Welt subaltern.
Ein Eskapismus dieser Art ist uns Träumern& Romantikern das Schiff, um hinfort zu segeln in unendliche ewige Landen und bestenfalls- nie mehr zurückkehren zu müssen in die Hölle der Realitäten, dem Zuhause des Madenhaufens und der Nichtswürdigkeiten, dem Ort des Niedrigen, des Unmöglichen, des einfachen Weges und der gestutzten Flügel; der Knechtschaft, der Fesseln, des Rollstuhls der normalen Welt. Kurz: Unser Sein.
| Wer war je so vermessen zu glauben, dass das Sein dem Schein und die Wahrheit der Lüge vorzuziehen sei? Zeigt nicht, wie dumm ihr seid! Desillusionierung ist Bücherverbrennung. Eine gute Geschichte ist mehr als ein Wunder Gottes und alle angeblichen Wunder der Menschheit zusammen. Eine solche allein kann uns retten, die wir verloren sind im Strudel der unendlichen Trivialität des Seins. Und alle die Mörder und Trinker und Herionabhängigen sind – Träumer. Alle meine Freunde, - die richtigen- die Bücher, die, dergestalt dargestellt und betrachtet, eine ungeheure Wirkung sich zu eigen machen, für den zuletzt, der von Ihnen gemocht wird. Zuwider und zuletzt ist mir alles, das da unbewusst in höchstem Maße, nicht unbewusst in edler Art, wie etwa ein Reh in frühren Morgenstunden unbewusst von einem herannahenden Lastwagen seine Knochen zerschmettert bekommt, sondern unbewusst bewusst, dass beste von sich annehmend, ohne Reflektion und Kritik. Man soll keine solchen Menschenschritte machen – schreiten und glauben im Recht zu sein zu schreiten- sondern Wolfsschritte -und sich für das in Anspruch genommene Recht entschuldigen. Oder Rehschritte und sich zermalmen lassen von der rohen Gewalt moderner unbewusster Existenzen. |
Konstruktiver Eskapismus |
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Die erste Regel des bewussten Menschen sei: verachte das Geld. Das allergrößte Kopfzerbrechen bereitet dem Dutzendmenschen, dem unbewussten, der es „zu etwas gebracht hat im Leben“, die Tatsache, dass er den durch harte Arbeit, Scheuklappen – Ehrgeiz und seelenzerfressenen Geiz verdienten Reichtum nicht mithinübernehmen kann. Sein einziger Trost und gleichwohl jener Umstand, der verhindert, dass er vollständig darüber „irre“ wird, ist das Prinzip der Vererbung. Deswegen arbeiten viele viele Wissenschaftler auf Hochtouren – um den Zeitpunkt der schmerzlichen Trennung noch hinauszuzögern.
Sei unnütz wie eine Rose
Glücklich, ein Vollidiot!
Ein reicher Bettler
Und frei, wie ein Totgeborener!
Es ist eine Ungerechtigkeit, wenn das Leid subtiler wird. Denn dann trifft es den Erkennenden mit besonderer Härte. Es sind nicht mehr Sklaventreiber, die man schreien und befehlen hören kann, es sind keine Peitschen mehr schnalzen zu hören und fliegen zu sehen: die unterdrückenden Hände haben sich unsichtbar gemacht und sind somit für den unbewussten unsensiblen und dummen Menschen von heute auch nicht mehr existent. Er fühlt sich – in seiner grenzenlosen Dummheit- frei, weil er die Sklaverei nicht im Stande ist zu erfassen oder je auch nur im Ansatz zu verstehen.
Was bleibt ist die Flucht, die ewige, und schnelle Beine. Hoffentlich.Ludvik
(mehr)Goethe: Genialisch treiben
Diogenes von Sinope war ein kynischer Philosoph, von dem in Anekdoten erzählt wird, er habe in einem Faß gelebt und öffentlich masturbiert.
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So wälz' ich ohne Unterlaß Wie Sankt Diogenes mein Faß. Bald ist es Ernst, bald ist es Spaß; Bald ist es Lieb, bald ist es Haß; Bald ist es dies, bald ist es das; Es ist ein Nichts und ist ein Was. So wälz' ich ohne Unterlaß Wie Sankt Diogenes mein Faß. |
leere
(mehr)Selbstkontrolle und das Empfinden des Sakralen
[...]The latest study focuses on self-control, which seems to be a major interest of the authors. "The need to delay gratification, control impulses, and modulate emotional expression," they note, "is the earliest and most ubiquitous demand that societies place on their children." That sort of self-control remains a major factor throughout adulthood, as we expect individuals to pay their debts, avoid substance abuse, and so forth. And, as the authors also note, there are some indications that self-control can change during an individual's lifetime, and may possibly be learned. [...]A health index that covered everything from periodontal disease to STDs showed that low self-control correlated with adult health problems; it also correlated with substance abuse issues. Kids with low self-control were more likely to end up raising kids as single parents, had lower savings, and less put away into retirement or home ownership. Finally, a scan of all the police records in Australia and New Zealand showed that criminal convictions also correlated with low childhood self-control. In some cases, IQ and socio-economic status had more profound effects, but the impact of self-control persisted after these were (ahem) controlled for. [...]
Quelle
Mangels klar umrissener Hierarchien, verhaltensrahmender Etiketten, gemeinsamen Werten und edukativer Traditionen züchtet ein Land Massen von Egomanen heran, denen seitens der Politik und der Wirtschaft vorgekaukelt wird, ihre Meinung und ihr Urteilsvermögen seien wichtig und dienten nicht etwa nur als Wahlstimme oder zur empirischen Datensammlung. Unter anderem aufgrund dieses pauschalen, vermeintlichen Vertrauensbeweises, der gekoppelt mit ausufernder Liberalität einen gesellschaftlichen Hochmut nährt, der kritische Selbstreflektion und Bescheidenheit aus dem Bewusstsein tilgt, wird diese Mentalität epigenetisch, memetisch und durch soziale Einflüsse in der Gesellschaft forciert.
Der Fokus verschiebt sich von einer ganzheitlichen, moralisch aufmerksamen Betrachtung seines Umfelds und der Rolle, die man in ihm spielt, auf den eigenen persönlichen Kern, den man durch Absenz eines gemeinsamen, untangiblen Ziels wie einem Ideal, Gott oder einer sakralen Idee einer sozialen Ordnung (Familie) unkontrolliert sprießen lassen kann, hemmungslos, rücksichtslos und verloren in sich selbst, in der eigenen Individualität, die mangels Kreativität eigentlich auch nur Konformität bedeutet. Es fehlt das höhere, über den Individuum stehende Prinzip, der organische, physische Verhältnisse und Prozesse (Sexualität, das Ehegelübde...) aus dem Profanen, dem rein materiellen Phänomen enthebt, sie in Verbindung mit einem abstrakten, romantischen Konzept von ehrwürdiger Heiligkeit setzt und stets als Orientierungspunkt des eigenen Verhaltens dient.
Die Menschen verlieren in ihrer taumelnden Entrissenheit die Unfähigkeit zur Selbstkontrolle, weil nichts da ist, für das Kontrolle und somit Verzicht sich lohnen würde. Diese Unfähigkeit wird an Kinder und Kindeskinder weitergereicht, ein tragischer gesellschaftlicher Teufelskreis. Man sollte sich einmal überlegen, warum Deutschland das zweitfetteste Land der Erde ist, warum die Scheidungsrate beinahe 50 % beträgt, warum wir in unserer Bedürfnisbefriedigung immer unbändiger werden, warum die gesellschaftliche Ordnung zerfällt und man den Menschen, denen man auf der Straße begegnet, nichtmals ansatzweise kennt, warum Depressionen und Gewalt grassieren ...
... Weil wir in einer desakralisierten Welt leben, in der uns nichts weiter verbindet, als der Wunsch von anderen in Frieden gelassen zu werden und Selbstkontrolle synonym mit Einschränkung und Bescheidenheit ist.
leere
(mehr)News: Grünes Vorbild Genghis Khan
Over the course of the century and a half run of the Mongol Empire, about 22 percent of the world's total land area had been conquered and an estimated 40 million people were slaughtered by the horse-driven, bow-wielding hordes. Depopulation over such a large swathe of land meant that countless numbers of cultivated fields eventually returned to forests.[...]
Genghis Khan's Mongol invasion in the 13th and 14th centuries was so vast that it may have been the first instance in history of a single culture causing man-made climate change, according to new research out of the Carnegie Institution's Department of Global Ecology, reports Mongabay.com.[...]So how did Genghis Khan, one of history's cruelest conquerors, earn such a glowing environmental report card? The reality may be a bit difficult for today's environmentalists to stomach, but Khan did it the same way he built his empire — with a high body count.
Der Planet Erde befindet sich in der Krise, so oder so. Die meisten Menschen, durchweg durch alle Rassen, Klassen, "Religionen", sind dysfunktional, nur auf sich selbst (oder allenfalls ihre Nächsten) fixiert und den Konsequenzen ihrer Handlungen für zeitgenössische/zukünftige Dritte oder gar für vermeintliche Entitäten ohne Bewusstsein (i.e. Natur) gegenüber unbedacht/gleichgültig/unwissend. Der Menschheit Bedürfnisse und ihr exponentielles Wachstum seit Beginn der industriellen Revolution richten den Planeten zugrunde und berauben ihn jeglichen Platzes zum Atmen, solange bis der Mensch wortwörtlich "dorthin scheißt, wo er isst".
| Etikette, Skrupel, Ritual sind die Finger, die den animalischen Teig des Instinkts zu einer Seele formen. - N.G. Dávila |
Der Kollaps der Natur wird diesem Prozess früher oder später ein Ende machen, die Menschenzahl wird durch soziale und natürliche Geschehnisse radikal beschnitten. Doch der Tod ist Demokrat und wählt, ganz im egalitären Sinne, seine Opfer ganz unvoreingenommen aus, mit der Folge, dass eine lediglich skalierte Menschheit übrig bleibt, in der abermals eine Masse hysterischer Idioten eine Minderheit von wenigen klar denkenden Menschen durch schiere Masse dominiert und somit Idiotie herrscht. Das Spiel beginnt von vorne.
Weiser und konstruktiver wäre es im Hier und Jetzt, die Menschen einer destruktiven, selbstbesessenen Fasson auf verschiedenste Weise vom menschlichen Genpool abzukoppeln und ihre Verbreitung einzudämmen, während gleichzeitig die Vermehrung derjenigen Fasson Mensch gefördert wird, die besonnen, selbstlos und schöpferisch im Leben zu wirken nicht nur in der Lage sind, sondern dies aus eigenem Impuls tun.
| "It's not for us that we struggle but for our grandchildren and their grandchildren. - Ian Smith" |
Das nationalistische Crux
Die Bewegungslosigkeit und Ohnmacht des nationalen Lagers ist ja nun ein
Problem, daß schon länger existiert. Ich habe in den letzten Jahren
eine Entwicklung gesehen, die ich als durchaus positiv erachte und die
in die Richtung abzielt abzuwarten, wie in Ernst Jüngers "Waldgang" oder
dem fernöstlichen Prinzip des "Den Tiger reiten", um wenn dann die Zeit
gekommen ist, dem maroden System den Todesstoß zu verpassen. Dieser
Gedanke hat ja definitiv seine Berechtigung, so scheint es doch
hochgradig sinnlos einen Kampf gegen Windmühlen zu führen, der nur das
Ergebnis hat, daß nichts erreicht wird, aber gute Menschen hinter
Gittern landen oder öffentlich diffamiert werden.
Andere geben sich immernoch der Illusion hin, daß sie Menschen durch
Demonstrationen inklusive (VS-bezahlte oder einfach nur dumme)
Querschläger das ganze Volk von ihren Ideen überzeugen können. Wiederrum
andere denken, daß wenn die Geschichte über den Holocaust gelüftet
wird, plötzlich das ganze deutsche Volk eine Illumination erfährt und zu
den guten alten Zeiten zurückkehrt.
Was ist nun die Konsequenz daraus?
Garkeine, und das ist das anzusprechende Problem. Ich kann hier
natürlich nur aus meinem Bekanntenpreis und den Foren, in denen ich mich
bewege ausgehen, werde somit nicht über einen Kamm scheren und will es
auch nicht. Ich sehe die Nationalisten sich immer nach außen kehrend,
soll heißen, die Anderen sind immer Schuld. Ob es nun die eigene Nation
ist, die Ausländer oder die Juden. Man lässt sich einwandfrei in dem
Sessel des Selbstmitleids versinken und beschäftigt sich tagtäglich nur
damit, einerseits mit dem Finger auf etwas zu zeigen, andererseits über
den Verfall der Werte zu jammern. Wenn ich die Empörung der NS über den
Zentralrat der Juden höre, muss ich immer an Carl Schmitt denken:
| Der Feind ist die eigene Frage als Gestalt. |
Ich habe neulich noch in einem anderen Forum die "Weisheit" gelesen:
| Es geht nicht darum sich selbst zu erkennen, es geht darum den Juden zu erkennen. |
| "Der große heilige Krieg ist der Kampf des Menschen gegen die Feinde, die er in sich trägt. Genauer gesagt, ist der Kampf des übernatürlichen Elements im Menschen gegen alles, was triebhaft, leidenschaftsbedingt, chaotisch, den Kräften der Natur hörig ist." |
Nun zusammenfassend, du bist das Problem, und damit keine Irrungen auftauchen, ich bin es auch. Hunderte Eigenschaften gibt es, die abgelegt werden müssen. Die alchemistische Symbolik vom Verwandeln des Menschen und der Metalle in Gold ist unsere erste Aufgabe. "Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein" passt in diesem Zusammenhang auch. Der zweite Schritt, nachdem dieses magnum opus bewältigt ist, ist das Handeln. Am Anfang steht die Idee, darauf folgt die Tat. Nach der Selbsterkenntnis sollte sich auch herausgebildet haben:
1. Das Wissen, was man gut kann
2. Das Wissen, an welchen Platz man gehört
|
Das Leben ist eine Werkstatt von Hierarchien. Allein der Tod ist Demokrat. N.G. Davila |
Also, die Tat. Hier müssen jene befreiten und klaren Köpfe durchdenken, was heute noch an den Mann gerät. Wenn man sich schon so oft auf den NS beruft, warum dann nicht an die wirklich positiven Sachen. Hitler konnte umdenken. Was passierte nach seinem Marsch auf die Feldherrnhalle? Hat er es danach immerwieder probiert, bis es funktionierte? Hat er sich in Selbstmitleid geflüchtet und Anderen die Schuld dafür gegeben? Nein, er hat gesehen, daß es so nicht geht und hat umgedacht, mit Erfolg. Es ging ihm nicht darum seine Schuldigkeit abzuleisten oder den Märtyrer zu spielen (man schaue sich nur an, wie sehr sich in nationalen Kreisen einer Hausdurchsuchung gerühmt wird. Uff...). Was hier klingt wie Hitler-Verehrung soll lediglich ein Beispiel sein. Ein Umdenken muss auch hier stattfinden. Schluss mit Politisierung, Schluss mit Historizismus, Schluss mit -ismen.
Wenn ihr mich fragt, stimmt die Behauptung, daß man erst wieder etwas Schönes bauen kann, wenn der bundesrepublikanische Turm von Babel eingestürzt ist. Aber anstatt nun zu Warten gilt es ihn niederzureissen, mit allen Mitteln.
| "If you don't stick to your values when they're being tested, they're not values: they're hobbies." |
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“Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden
auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das
Schwert. Meinet ihr, dass ich hergekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen gegen seinen Vater und die Tochter gegen ihre Mutter und die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Denn der Sohn verachtet den Vater, die Tochter setzt sich wider die Mutter, die Schwiegertochter ist wider die Schwiegermutter; und des Menschen Feinde sind sein eigenes Hausgesinde. Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. Wenn dich dein Bruder, deiner Mutter Sohn, oder dein Sohn oder deine Tochter oder das Weib in deinen Armen oder dein Freund, der dir ist wie dein Herz, heimlich überreden würde und sagen: Lass uns gehen und andern Göttern dienen! – die du nicht kennst noch deine Väter, Wer von seinem Vater und von seiner Mutter spricht: Ich sehe ihn nicht, und von seinem Bruder: Ich kenne ihn nicht, und von seinem Sohn: Ich weiß nicht, die halten deine Rede und bewahren deinen Bund; So jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden.” |
Wenn sogenannte Freunde, Beruf, Familie oder das Ansehen der Tat im Weg stehen, dann reden wir von einem Hobby. Gerühmt werden die deutschen Soldaten des WK2, die ihr Leben für die Idee gaben. Die Frage ist, haben wir überhaupt das Recht sie zu rühmen, wir, die wir nichtmal einer Lebensbedrohung gegenüberstehen sondern einem Jobverlust? Ausgelacht hätten uns diese Soldaten.
Sagen wir, wir haben ein paar willige Menschen bereitstehen und die wenigen Führungspersonen. Ja, es muss aristokratisch aufgebaut sein und ein suum cuique in der Rollenverteilung herrschen. Nun sei drüber nachgedacht, was heute noch die Aufmerksamkeit der Menschen erhascht. Demonstrationen nicht und Flugzettel schonmal auch nicht. Nichtmal dabei zuzusehen, wie Mitbürger auf offener Straße erstochen werden.
Es muss folglich etwas sein, was den Menschen aus ihrem schlaftrunkenen Trott befreit. Das Extrembeispiel dieses Denkens wäre, wie auch in der Dokumentation "Until the Light takes us" zu sehen ist, die Zerstörung von Dingen, die den Menschen wichtig geworden sind. Varg Vikernes sagt in einem Interview selbst, daß es erklärtes Ziel war die Menschen zu schockieren, damit sie ihre Augen öffnen. Ein weniger extremes Beispiel sehen wir in den Flugzetteln, die in Anlehnung an das Projekt:Chaos aus dem Buch und Film Fight Club gemacht wurden. Mal vier Beispiele:
Das Zwingen zum Nachdenken durch gezielte Provokation, die vielleicht
sogar bis zu einem Zwang werden kann, im Falle des Aufzugs etwa, das
erreicht die Menschen noch. In diesem Fall muss man sich erstmal von der
Menschenfängerei frei machen. Es gibt auch einfach Menschen, die nichts
ändern wollen und die wird man nie erreichen, fallen aber als
potenzielle Mitläufer nicht ins Gewicht. Zum Denken anregen ist der
Punkt. Und das kann man am besten, je weniger man angreifbar ist, das
ist simple Psychologie.
Historisch kann man sich da an dem Musterbeispiel der italienischen
Arditi orientieren. "Me ne frego" als Leitspruch, "O la vittoria, o
tutti accoppati" als Ziel. Dazu Fillipo Marinetti.
| Führen wir mutig das "Hässliche" in die Literatur ein und töten wir die Feierlichkeit, wo immer wir sie finden. |
| Wir wollen den Krieg verherrlichen – diese einzige Hygiene der Welt – den Militarismus, den Patriotismus, die Vernichtungstat der Anarchisten, die schönen Ideen, für die man stirbt, [...]. |
Animatronic
(mehr)News: Medizinische Wechselwirkungen
Spanische Wissenschaftler stellen eine Verbindung von Transfetten zu Depressionen her:
Ernährung und Gesundheit gehören zusammen. Inzwischen ist wohl jedem klar, dass unser Essen sich unmittelbar auf unseren Gesundheitszustand auswirkt. Nun haben spanische Wissenschaftler heraus gefunden, dass die Ernährung auch direkten Einfluß auf unser Gehirn nimmt. Ein Studie ergab, dass ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Fetten und Depressionen besteht. Industriell gehärtete Transfette und gesättigte Fettsäuren erhöhen demnach das Risiko, an einer Depression zu erkranken.
Eine Wechselwirkung von körperlicher und geistiger Gesundheit kommt für die materialistischen Wissenschaftler nicht in Frage. Wir leben in einer depressiven Gesellschaft und Antriebslosigkeit passt in dieses Bild, wozu wiederrum das Fast-Food passt, welches nur die allernötigste Nahrungsaufnahme garantiert, bevor man sich wieder der eigenen geistigen Ablenkung hingeben kann. Es ist auch gängige Praxis unserer Zeit, Symptome in Äußerlichkeiten zu suchen. Die führt zu einer Schulmedizin, die trotz gigantischer Geldzuschüsse es schafft, daß es insgesamt betrachtet mehr Kranke als jemals zuvor gibt und die Krankheiten immer endgültiger werden. Selbiges gilt für Menschen, die die "alte Medizin" mit der neuen Medizin verwuicken wollen, was dazu führt, daß alle geistigen Prozesse außer Acht gelassen werden und nurnoch das jeweile Mittel aus der Pflanzenwelt eingenommen wird, was auch nicht wirklich hilft. Geist und Körper müssen im Einklang stehen und die ständige Wechselwirkung erkannt werden. Ein Umdenken in allen Bereichen muss her.
(mehr)News: Der Dioxinskandal ...
...ist nur der Extremfall einer allgemeinen gesellschaftlichen Tendenz.
Vergiftung, Betrug, Steuerhinterziehung: Gegen Harles und Jentzsch häufen sich die Vorwürfe. Nach Informationen des SPIEGEL hat die Futtermittelfirma auch staatlichen Prüfern Testergebnisse vorenthalten und so verschleiert, dass der Dioxin-Grenzwert in Proben deutlich überschritten war.
Quelle
Für ein ökonomisches System mit Eigennutz als obersten Systemparameter und Gewinnmaximierung als oberstes Ziel sind Ethik, Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein nicht
vonnöten. Unsere vermeintliche Freiheit - lediglich die Autorisierung, sich keinen höchsten Werten, keiner Heiligkeit, keiner Sitte und keinem Geschmack hingeben zu müssen - züchtet
den Folgen ihres Tuns gegenüber indifferente Soziopathen heran, die sich um nichts anderes als sich selbst und evtl. juristische Konsequenzen scheren. Groß ist der gesellschaftliche Aufschrei, wenn sich der Gipfel dieses mentalen Eisberges
in Form eines Lebensmittelskandals einmal durch den Schleier des naiven Vertrauens in die menschliche Anständigkeit zeigt und man persönlich den bitteren Beigeschmack
einer moralisch ungebundenen Narrenfreiheit schmecken muss, die für sich selbst tagtäglich ein- und aufdringlich eingefordert wird. Möge der Krebs uns final heilen.
...
Nur wenn der wirtschaftliche Erfolg des Einzelnen notwendig seinen sozialen Aufstieg zur Folge hat, gefährdet er die gesellschaftliche Moral -- N.G. Dávila
...
Der menschliche Schwarm kehrt gehorsam in den kollektivistischen Bienenstock zurück, wenn die Nacht einer Kultur sich nähert. -- N.G. Dávila
News: Interne Konflikte durch Konsenslosigkeit
KUALA LUMPUR--Malaysia's largest Indian party has called for a textbook to be withdrawn from the curriculum over a reference to the caste system, a report said Monday, in a case highlighting the country's strained race relations. [...]The Malaysian Indian Congress (MIC) protested against a chapter linking the community to the caste system, which it said is outdated, and want the government to withdraw the book or remove the passages touching on the system.[...]Ethnic Indians make up less than 10 percent of Malaysia's 28 million population and have long complained that they are disadvantaged by policies helping majority Muslim Malays.
Quelle
Ethnisch und kulturell heterogene Gesellschaften zerbrechen an internen Konflikten zwischen ihren beteiligten Gruppen, deren Entstehungsgründe teils gerechtfertigt sind, teils aus Hypersensibilität resultieren und letztlich irrelevant sind. Die Schuldzuweisung erfährt stets der andere, Konsens und Vertrauen bestehen nicht, höchstens Distanzierung und Waffenruhe.
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News: Facebook wie Droge
Facebook generation suffer information withdrawal syndrome
Turning off mobile phones, avoiding the internet and tuning out of the television and radio can leave people suffering from symptoms similar to those seen in drug addicts trying to go cold turkey, researchers have found.
Quelle
Ein Armutszeugnis für alle Selbstdarsteller und Scheinweltwanderer, in der realen Welt zu einem zitternden Haufen zu verkümmern, wenn dass virtuelle Leben plötzlich nicht mehr gelebt werden kann und auf einmal nur das wahre Leben übrig bleibt. Welch glorreicher Spross wir doch sind...
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News: Der Papst und die Gentechnik
Bisher hat der Vatikan noch keine offizielle Stellungnahme zu gentechnisch manipulierten Organismen abgegeben, verschiedene, jetzt durchgesickerte Dokumente belegen aber, dass Papst Benedikt XVI. insgeheim gentechnisch manipulierte Organismen durchaus befürwortet und ihre weltweite Verbreitung unterstützt. Sowohl ein Dokument vom Juni 2009 als auch ein weiteres aus dem November des gleichen Jahres bestätigen diese unterstützende Einstellung des Papstes gegenüber der Biotechnologie und die Bemühungen des Vatikans zu Förderung ihres Einsatzes. (Dokument)
Quelle
Ganz gleich, ob der Papst der Einschätzung seiner "Scientific Academy"
folgt, so ist der Zerfall und die Aufweichung der katholischen Kirche,
der bewusste
Verzicht auf den klaren christlichen Standpunkt und ihre ehrlose
Prostitution an der Moderne immer deutlicher ersichtlich. Selbst der
damals als
„polarisierende Hardliner“ (FAZ) gescholtene Josef Ratzinger, der heute
Oberhaupt der Katholischen Kirche ist, brachte keine Kehrtwende im Kurs
der sich verirrten und selbst demontierenden Gottesgläubigen. Statt
einem harten Profil, einer klaren Kante, einem klaren, eindeutigen und
unmissverständlichen Anti-Standpunkt zu modernen, liberalen Strömungen
und Entwicklungen, die den Zersetzungsprozess von Leben, Natur, Mensch
und Gemeinschaft beschleunigen und das kosmische Gleichgewicht
durcheinanderbringen, und einem klaren, bekennenden Ja! zur christlichen
Lehre, wird sich angebiedert, prostituiert, verkauft und verraten, um
den minimalen Einfluß auf die, in ihrem Geiste materialistisch geprägten
Massenmenschen zu wahren. Die Kirchenvertreter erkennen nicht, dass
einzig die Wahrung des christlichen Standpunktes, der absoluten Doktrin
die Kehrtwende und das Heil für die Katholische Kirche und ihre
Gläubigen bringen kann.
Halbheit zieht nicht an, es ist die kompromisslose Härte und Stärke, die
entweder abstößt, oder anzieht und damit die nötige, klare Trennlinie
schafft zwischen 'Diesen' und 'Jenen'. Je weiter die Kirche aufweicht
und gar an antimenschlichen, dem gesunden Menschengefühl und -verstand
widersprechenden Forschungsprojekten teilnimmt, diese begünstigt, oder
gut heißt, desto mehr wird sie selber zum Spielball der Moderne und nur
mehr ein Werkzeug der Feinde.
News: Arbeit macht krank
Die BAuA hat eine Studie über Arbeitszeiten und Schichtarbeit durchgeführt, mit weitreichenden Ergebnissen:
Der Anteil von Beschäftigten, die über gesundheitliche Beschwerden klagen, nimmt mit der Dauer der geleisteten Arbeitszeit zu. Auch die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Freizeit wird durch steigendes Arbeitspensum eingeschränkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Bei der Auswertung von vier unabhängigen Befragungen ließ sich ein direkter Zusammenhang zwischen der Dauer der wöchentlich geleisteten Arbeitszeit und dem Auftreten gesundheitlicher Beschwerden wie Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Herzbeschwerden nachweisen. Faktoren wie Schichtarbeit, variable Arbeitszeiten und Arbeitsschwere wirken sich verstärkend aus.
Maximilian Moser, Chronomediziner und Professor für Physiologie an der Medizinischen Universität Graz, macht es nochmal deutlicher:
Es kann kurzfristig zu Befindlichkeitsstörungen kommen, langfristig zu funktionellen Störungen und später zu organischen Erkrankungen. Brustkrebs ist in der industrialisierten westlichen Gesellschaft, die in ihrer Lebensweise sehr rhythmusstörend lebt, stark zunehmend. Menschen mit Krebserkrankungen zeigen gestörte biologische Rhythmen und umgekehrt haben zahlreiche neue Studien ergeben, dass Störungen der Rhythmen, wenn sie chronisch erfolgen, zu Krebserkrankungen führen können.
So steigt etwa bei rotierenden Nachtschichten, die sich besonders störend auf die inneren Rhythmen auswirken, die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken, nach 20 Berufsjahren um 50 Prozent. 2007 hat die "International Agency for Research on Cancer", eine Teilorganisation der WHO, die rotierende Nacht- und Schichtarbeit als "wahrscheinlich kanzerogen" eingestuft. 2009 leistete die dänische Regierung erstmals Kompensationszahlungen an Frauen, die jahrelang in solchen Arbeitsmodellen gearbeitet haben und an Brustkrebs erkrankt sind.
Der homo oeconomicus ist ein bemitleidenswertes Wesen. Der fehlende Tagesrhytmus durch Schichtarbeit ist eine krankmachende Komponente. Wie steht es mit "entgeistigender Arbeit"? Wir haben es hier mit einer psychischen und physischen Last zu tun, die kaum zu tragen ist und auch jeden Funken göttlichen Strebens garantiert auf niedriger Flamme hält, insbesondere im Hinblick auf die moderne und bürgerliche Verehrung der Arbeit.
Nicht umsonst trennt der Traditionalismus die Arbeit von der Tat. Wie Julius Evola in seinem Werk "Menschen inmitten von Ruinen" umschreibt:
Taten, und nicht Arbeit, kennzeichnen das Oberhaupt, den Forscher, den Asketen, den reinen Wissenschaftler, den Krieger, den Künstler, den Diplomaten, den Theologen, denjenigen, der ein Gesetz gibt oder bricht, denjenigen, der von einer elementaren Leidenschaft getrieben oder von einem Prinzip geleitet ist, ebenso wie den großen Unternehmer und den großen Organisator.
Wir brauchen weder grüne Wirtschaft, noch rechte oder linke Wirtschaft, noch kapitalistische oder marxistische Wirtschaft. Wir brauchen ein komplettes Umdenken in diesem Sektor. Wenn das Werk für die Gemeinschaft die Verrichtenden geistig und körperlich schädigt, dann ist es ein schlechtes Werk. Wir müssen hin zur Tat, zum Beruf der auch tatsächlich von dem Wort "Berufung" abstammen kann.
(mehr)News: Die Misere unserer Welt ...
...ist nicht auf ein einzelnes Problem zurückzuführen, dessen Lösung Erlösung verheißt.
Behind this is a staggering fertility decline. In the 1970s only 24 countries had fertility rates of 2.1 or less, all of them rich. Now there are over 70 such countries, and in every continent, including Africa. Between 1950 and 2000 the average fertility rate in developing countries fell by half from six to three—three fewer children in each family in just 50 years. Over the same period, Europe went from the peak of the baby.[...]
SOMETIME in the next few years (if it hasn’t happened already) the world will reach a milestone: half of humanity will be having only enough children to replace itself. That is, the fertility rate of half the world will be 2.1 or below. This is the “replacement level of fertility”, the magic number that causes a country’s population to slow down and eventually to stabilise. According to the United Nations population division, 2.9 billion people out of a total of 6.5 billion were living in countries at or below this point in 2000-05. The number will rise to 3.4 billion out of 7 billion in the early 2010s and to over 50% in the middle of the next decade. The countries include not only Russia and Japan but Brazil, Indonesia, China and even south India.
Quelle
Gesetzt des unwahrscheinlichen Falles, dass die gesamte Bevölkerung in den Genuss eines westlichen Lebenstiles kommt und sich die Geburtenrate auf das Minimum zum Bevölkerungserhalt reduzierte: Auch die verbleibenden 2 - 3 Milliarden Menschen, mag diese Zahl auch konstant bleiben, alle diese Menschen wollen gemäß dem heutigen Westler konsumieren, verfetten und es so bequem wie möglich haben, mit all den Trends, schicken Autos, iPods, Plastikbelustigungen, Nahrung, Urlaub usw. usf.
Und dies ist ja auch nötig, denn nur die Zufriedenheit ermöglicht erst eine stabile Bevölkerungszahl, nicht wahr ?
Tatsache bleibt jedoch, dass 2-3 Milliarden Menschen nach wie vor eine untragbare hohe Zahl ist, insbesondere dann, wenn die westliche Konsummentalität nicht nur globales Begehren, sondern globale Realität geworden ist. Erfahren wir, was ein kluger Mensch dazu zu sagen hatte:
Note that I'm not saying I don't consider population growth a problem or a challenge -- it certainly makes solving the quandary of how to live sustainably on a planet with finite resources much more improbable (and that's an understatement). But lingering on the issue, I think, can obscure pragmatism: I think family planning and education efforts in the poorer parts of the world are a great thing, and efforts to reduce unwanted pregnancies should be lauded (and better-funded). But the biggest threats to our planet do seem to be our habits of consumption, and overpopulation is a dangerous threat multiplier. The truly scary prospect is those 2 billion new people added to the population by 2050 wanting to live and consume in the same manner Americans do now.
Quelle
Die Misere unserer Welt ist multifaktoriell begründet. Menschen sind von sich selbst besessen. Sie leben für das Hier und Jetzt, konsumieren für ihre eigene Bequemlichkeit, anstatt zur Prävention von langfristig einsetzenden, zerstörerischen Konsequenzen einige ihrer Belange zurückzustellen. Was die Welt nötig hat, ist eine geistige UND eine materielle Umwälzung.
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News: Medizinische Verschlimmbesserung
Die Wirkung des Medikaments Tamiflu von Roche, welches noch aus der Zeit der Vogelgrippe bekannt sein sollte, wird immer weiter in Frage gestellt.
Es gibt keinen Beweis, dass das Grippemittel von Roche schwere Komplikationen wie Lungenentzündungen verhindern kann. Zu diesem Befund gelangt ein Gutachterteam. Offenbar wurden Daten geschönt.
[...]
Allein in den offengelegten ersten Modulen aber finden sich zehn schwere Zwischenfälle bei neun Probanden, drei davon werden mit Tamiflu in Verbindung gebracht. Dazu passt, dass japanische Ärzte während des H1N1-Ausbruchs im vergangenen Winter speziell bei Kindern, die mit Tamiflu behandelt wurden, gehäuft psychotische Zustände feststellten.
Jüngere Berichte sprechen darüberhinaus auch von einer erhöhten Möglichkeit zur Schwächung der Mikroflora und hoher Resistenzbildung. Der Mediziner als Helfer der Menschheit ist heute nichts weiter als eine plumpe Idealisierung, denn, wie in allen Berufen, ist er in erster Linie ein Helfer der Wirtschaft. Das Volkswissen über Krankheiten und deren natürlicher Behandlung wird demontiert und schlechtgeredet auf der einen Seite und moderne Medizin und deren für den Durchschnittsmenschen schwer nachvollziehbare chemische Medikamention wird auf der anderen Seite in den Himmel gelobt. Wie in so vielen Bereichen wird man wohl erst nach diesem maroden System feststellen können, wie fatal die Auswirkungen unserer "modernen Medizin" eigentlich sind.
(mehr)News: Kaum Castor-Proteste in Lubmin
Größere Proteste gegen den Castor-Transport im Nordosten Deutschlands fallen aus.
Ist keiner da! "Wo bleibt der Widerstand gegen den Castortransport nach Lubmin?", fragen sich verstört die Hardcore-Umweltschützer in den einschlägigen Foren. Gerade einmal schlappe 3600 Protestler - und auch das ist schon hochgerechnet - kamen zur "Stopp Castor-Demo" am vergangenen Samstag nach Greifswald. Gut, auch da mischte sich die lokale Politprominenz mit Mutti unters Castorgegner-Volk. Aber das wars schon, wenn man mal von ein paar Lichterketten und "Kuchenbacken gegen Castor"- Aktionen absieht, die lokale Kirchgemeinden und ein paar Vor-Ort-Umweltaktivisten anboten. Das Protestcamp in Guest südlich von Greifswald wäre beinahe geschlossen worden, weil nicht genügend Anmeldungen da waren.
Wo ein wahrer Protest dazu verkommt entweder ein "Aufhalten" zu sein oder im schlimmsten Falle eine staatlich akzeptierte Aktion, die den Menschen lediglich dazu dienen soll, das eigene Gewissen zu beruhigen und den Schein einer demokratischen Entscheidungsfreiheit zu wahren, da muss irgendwann entweder Radikalisierung oder Resignation einsetzen, abgesehen von den Menschen, die nichtmals wirklich was verändern wollen, sondern denen solche Proteste nur gut zu Gesicht stehen. Wer die Welt verändern will, muss mit Unannehmlichkeiten rechnen, sonst bleibt es bei der plumpen Scharade, hier ist Dabeisein eben nicht alles.
N e u e s
- Die Wutbürger. Oder wie man wirklich wichtige Fragen verdeckt
- Wissenschaft – Zwischen Gesellschaft und Erkenntnis
- Gerechtigkeit und Rache - Macht und Affekt
- News: Meditation nährt das Gehirn
- Optimismus als Mittel der Realitätsleugnung
A u t o r e n
"Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug, zu wollen,
man muß auch tun."
- J.W. Goethe
"Das
Vieh stirbt und Freunde sterben, endlich stirbt man selbst:
Doch nimmer mag
ihm der Nachruhm sterben,
wer guten sich gewann."
- Havamal
"Wenn die Menschen über Gott sprechen, denkt ein Nihilist an Gestalt und Struktur eines Waldes."
- Vijay Prozak
"Die Weisheit besteht nur darin, weder das Nichts, das der Mensch ist,
noch die Schönheit,
die manchmal in seinen Händen entsteht, jemals zu vergessen."
- N.G. Dávila


Die
aktuelle Debatte um den Atomausstieg führt zu einem ähnlichen –
immer wiederkehrenden – Szenario. Der Belagerung des Weges des
Castortransportes nach Gorleben. Es wird gezeltet, demonstriert,
sitzblockiert und mit Steinen geworfen. Viele Demonstranten
demonstrieren, weil sie demonstrieren wollen. „Ich bin hier, weil
ich hier Gott nahe werden kann“ lautete nur die obskurste
Begründung. Das einzige Ziel scheint es zu sein: „Keine Atomkraft
mehr“. Aber Moment? Wieso ketten sich diese Leute dann nicht vor
den AKWs an und hindern die Belegschaft am Eintritt in das Werk? Mag
das womöglich daran liegen, daß das Ziel nicht ist „keine
Atomkraft mehr“, sondern doch dazu dient ein gemeinsames
mehrjähiges „Event“ des Gutmenschentums zu feiern? Auch hier
fehlen somit wirklich konkrete Ziele. Es bleibt bei Kritik, zeigt
aber keine neuen Wege auf.
Wir alle wollen unser Glück finden.
Doch alles Tun hat Konsequenzen, direkte oder indirekte, unmittelbar
erkennbar oder
von einer solchen Art, deren Entwicklungsprozess sich erst nach Jahren
abzeichnet. Im Falle der eigenen, freien
Handlung, die die Freiheit des anderen nicht beschneidet, handelt es
sich um eine Mär, die wir nur allzugerne
rezipieren. Wir hören sie so gerne, weil ihre wohlklingenden
Versprechungen der Unbeschränktheit primär auf unmittelbar
und direkte, gegenwärtige Verhältnisse bezogen sind, in der Meinung,
damit planerischer Abwägung, Rücksicht und sozialer
Verantwortung Genüge getan zu haben. Der Mensch ist ein bequemes Wesen,
der sich mit auf diese Weise in
selbstbetrügerischer Weise die Mühe erspart, auch noch den Felsen der
indirekten Folgen unseres Handelns allzugründlich
wälzen zu müssen.
[...] Die von vornherein
Verunglückten, Niedergeworfnen, Zerbrochenen – sie sind es, die
Schwächsten sind es, welche
am meisten das Leben unter Menschen unterminieren, welche unser
Vertrauen zum Leben, zum Menschen, zu uns am
gefährlichsten vergiften und in Frage stellen. Wo entginge man ihm,
jenem verhängten Blick, von dem man eine tiefe
Traurigkeit mit fortträgt, jenem zurückgewendeten Blick des Mißgebornen
von Anbeginn, der es verrät, wie ein solcher
Mensch zu sich selber spricht – jenem Blick, der ein Seufzer ist!
»Möchte ich irgend jemand anderes sein!« so seufzt
dieser Blick: »aber da ist keine Hoffnung. Ich bin, der ich bin: wie
käme ich von mir selber los? Und doch – habe ich
mich satt!«... Auf solchem Boden der Selbstverachtung, einem
eigentlichen Sumpfboden, wächst jedes Unkraut, jedes
Giftgewächs, und alles so klein, so versteckt, so unehrlich, so süßlich.
Hier wimmeln die Würmer der Rach- und
Nachgefühle; hier stinkt die Luft nach Heimlichkeiten und
Uneingeständlichkeiten; hier spinnt sich beständig das Netz
der bösartigsten Verschwörung – der Verschwörung der Leidenden gegen die
Wohlgeratenen und Siegreichen, hier wird der
Aspekt des Siegreichen gehaßt.Und welche Verlogenheit, um diesen Haß
nicht als Haß einzugestehn! Welcher Aufwand an
großen Worten und Attitüden, welche Kunst der »rechtschaffnen«
Verleumdung! Diese Mißratenen: welche edle Beredsamkeit
entströmt ihren Lippen! Wieviel zuckrige, schleimige, demütige Ergebung
schwimmt in ihren Augen! [...]o wie sie im
Grunde dazu selbst bereit sind, büßen zu machen, wie sie darnach
dürsten, Henker zu sein. Unter ihnen gibt es in Fülle
die zu Richtern verkleideten Rachsüchtigen, welche beständig das Wort
»Gerechtigkeit« wie einen giftigen Speichel im
Munde tragen[...] die Spezies der moralischen Onanisten und
»Selbstbefriediger«. Der Wille der Kranken, irgendeine Form
der Überlegenheit darzustellen, ihr Instinkt für Schleichwege, die zu
einer Tyrannei über die Gesunden führen – wo
fände er sich nicht, dieser Wille gerade der Schwächsten zur Macht! ...
Genealogie der Moral - Dritte Abhandlung §
14
Jeder Leidende nämlich sucht
instinktiv zu seinem Leid eine Ursache; genauer noch, einen Täter, noch
bestimmter,
einen für Leid empfänglichen schuldigen Täter – kurz irgend etwas
Lebendiges, an dem er seine Affekte tätlich oder in
effigie auf irgendeinen Vorwand hin entladen kann: denn die
Affekt-Entladung ist der größte Erleichterungs-, nämlich
Betäubungs-Versuch des Leidenden, sein unwillkürlich begehrtes
Narkotikum gegen Qual irgendwelcher Art. Hierin allein
ist, meiner Vermutung nach, die wirkliche physiologische Ursächlichkeit
des Ressentiment, der Rache und ihrer
Verwandten, zu finden, in einem Verlangen also nach Betäubung von
Schmerz durch Affekt – [...]
Die Leidenden sind allesamt von einer entsetzlichen Bereitwilligkeit
[869] und Erfindsamkeit in Vorwänden zu
schmerzhaften Affekten; sie genießen ihren Argwohn schon, das Grübeln
über Schlechtigkeiten und scheinbare
Beeinträchtigungen, sie durchwühlen die Eingeweide ihrer Vergangenheit
und Gegenwart nach dunklen fragwürdigen
Geschichten, wo es ihnen freisteht, in einem quälerischen Verdachte zu
schwelgen und am eignen Gifte der Bosheit sich zu
berauschen – sie reißen die ältesten Wunden auf, sie verbluten sich an
längst ausgeheilten Narben, sie machen Übeltäter
aus Freund, Weib, Kind und was sonst ihnen am nächsten steht. »Ich
leide: daran muß irgend jemand schuld sein« – also
denkt jedes krankhafte Schaf. ... Genealogie der Moral - Dritte
Abhandlung § 15
Man nehme diese innere Ruhe mit sich, aus der Meditation heraus, in die Welt. Distanziert und doch anteilnehmend
steht man gleich einem Felsen im lauten und hektischen Strome des Alltags, gefasst und ungerührt. Menschen wehen vorbei,
doch sie reißen den Ruhenden nicht mit, ihr Gerausche, einst schrill und hoch, klingt dumpf und weit entfernt. Nur die
Ruhe der Nacht und der Glanze der Sonne, die Gelassenheit des Windes und des Meeres sprechen noch eine Sprache, die der
Ruhende vernehmen und verstehen kann...

Das Verhältnis von Staat
zu Bürger ist neben seinem Niederschlag im öffentlichen Recht auch
Gegenstand der Soziologie. Das Verhältnis von Leitungs- zu
Ausführungsstellen ist primär Gegenstand der (ethischen)
Betriebswirtschaftslehre (Greenwood, 2002). Beide haben gemeinsam,
dass es in den vergangenen Dekaden immer wieder starke Kritik an
hierarchischen Systemen gegeben hat. Das ist nicht sonderlich
erstaunlich, wenn wir bedanken, daß beide organisationalen Systeme
von Machtverhältnissen, von Über- und Unterordnungen, von Regeln
und Freiräumen, von Konflikten, Starrheit oder Flexibilität geprägt
sind. In diesem komplexen Verhältnis kommt es – das sollte
einsichtig sein – im wissenschaftlichen Diskurs stets zu
kontroversen Diskussionen.
Das politisch-ideologische Paradigma des Liberalismus verkündet den Menschen tagtäglich, sie besäßen die Freiheit zu
konsumieren, was und wieviel sie wollen, selbst, wenn sie daran zugrunde gingen. Und sie tun es tatsächlich, verrecken
jämmerlich an Übergewicht oder an einem Herzinfarkt, weil sie zwar die große Freiheit besitzen, aber keinerlei Richtung
im Leben. So konsumieren sie weiter, ungehemmt, Verzicht nicht gewohnt und wissen nicht, was sie tun oder warum sie es
tun.

Der Wahnwitz besteht darin, dass potentielle Schwierigkeiten bereits im Vorfeld erkannt, ihre Komplexität und damit
ihre Lösbarkeit aber völlig bagatellisiert und vereinfacht dargestellt werden, glorreich exemplifiziert durch das
floskelbeladene Gestammel des Herrn Buschkowsky zum Lösungsansatz des Problems. Verständlich mag der Wunsch auf ein
besseres Leben sein, "das Normalste" mag es in der Tat sein. Normalität als alleinigen Bewertungsmaßstab für die
Legitimation einer Gegebenheit anzusetzen, ist jedoch höchstgradig blauäugig und verhindert effektiv den Blick auf
Charakter, sowie Folgen des Normalen, die durch dessen Akzeptanz initiiert werden.
Dieser mentale Zustand nennt sich kognitive Dissonanz: "Kognitive Dissonanz bezeichnet in der (Sozial-)Psychologie einen
als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch mehrere Kognitionen hat –
Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten – die nicht miteinander vereinbar sind, also
eine Art von "Störgefühl" ~ Wikipedia. Wir verneinen die Realität (i.e. die wahren Ursachen) zugunsten unserer
subjektiven Empfindungen, welche unserem Ego, unserem wohl inszeniertem Selbstbild (bspw. aufgeklärter, mündiger und
progressiv-moderner Mensch) und den uns schmeichelnden Emotionen durch Vermeidung jeglicher (konstruktiven) Kritik nicht
gefährlich werden kann. Wir tun dies, weil wir so gerne fühlen wollen, fühlen MÜSSEN, weil sich unsere konstruierte,
soziale Realität nur über Gefühle konstituiert und zusammenfiele, würden diese als zweitrangig vor der tatsächlichen
(physischen) Realität enttarnt.
Kann sich die Menschheit in Anbetracht ihrer Degeneration und des drohenden globalen Kollapses Gefühle überhaupt noch
leisten, Gefühle gegenüber Konsequenzen, die sie selbst herbeigeführt hat, ob nun intendiert oder nicht ? Nein, das kann
sie nicht und als solches ist auch die an sich schreckliche, menschliche Katastrophe von Oslo und Utoya zu betrachten.
Der Schrecken und die Emotionen, die von Geschehnissen wie in Norwegen oder sonstigen Einblicken in die Hölle ausgelöst
werden, rücken in den Hintergrund, wird man sich gewahr, dass man selbst! ihr Verursacher ist und als wahrhaft
glaubwürdiger Versuch der Wiedergutmachung gilt nur herauszufinden, was uns bis hierher gebracht hat.
Dies geschieht auf bewährte Art und Weise - indem man sich der Emotionen der Menschen bedient. Man garantiert jedem
Menschen die Möglicheit, unbeschränkt persönlichen Präferenzen und Tätigkeiten nachzugehen, erlaubt ihnen zu
konsumieren, zu shoppen, zu feiern, sie selbst zu sein, keinerlei Respekt oder Pflichten einhalten und sich vorallem
nicht um die Konsequenzen seines Handelns sorgen zu müssen. Denn hey, wir sind alle gleichberechtigt und zudem noch
frei, was kann daran schlecht sein ? Man rechtfertigt diese Rechte mit starker emotional greifenden Symbolfloskeln, wie
Freiheit und Toleranz, die das Individuum selbst als von Mitmensch und Umwelt isolierten Mikrokosmos ansprechen, währt
sich deshalb konform mit der Idee des Guten und vermeint deshalb im moralischen Recht zu sein, dieses Gute mit allen
Mitteln verteidigen zu dürfen. Aus diesem Gedanken formt sich die Essenz der liberalen Mentalität, nach der all jenes
der Ächtung verdient, was sich der liberalen Maxime entgegenstellt - und damit nach ihrer Logik das Individuum
persönlich angreift. So generiert sich ein reaktiver Automatismus, der dem Ego der Menschen entspringt, und sich aus dem
Kollektiv gegen jeden richtet, der ihre Rechte zu bedrohen scheint, indem er gesellschaftliche Standards und somit persönliche Einschränkung einfordert. Ein perfekter, subtiler Kontrollmechanismus. Was
untergraben wird, sind die Konsequenzen, die sich ergeben, wenn eine Masse von Menschen unkontrolliert das tun und
verlangen darf, was ihr beliebt.
Auf der einen Seite stehen jene, die sich eine organisch gewachsene Gesellschaft wünschen, weil sie sich instinktiv
unter ihresgleichen am wohlsten fühlen, in der für Solidarität kein Zwang benötigt wird, weil sich die Menschen in den
Grundfundamenten der menschlichen Konstitution gleich sind: geteilte Werte, Herkunft, Religion & Spiritualität, Kultur.
Auf der anderen Seite sind es jene Uniformisten, welche die Menschen zwar als freie Wesen bezeichnen, aber ihren
instinktiven Impuls nach Identität unterdrücken, indem über ideologische Indoktrination rabiat in eine unrealistische
und künstliche Gesellschaftsform zwängen wollen (liberale Sozialdemokratie), in der die Menschen durchaus politisch
geeint und gleichwertig sind, aber dies nicht aus Herzensgrund so empfinden, eine Gesellschaft, von der sie glauben, sie
stelle das Heil dar.
Als konservativer Christ wird Breivik die Situation Europas vermutlich ziemlich pessismistisch betrachtet haben und
da wird er sich nicht besonders von ähnlich Denkenden abheben. In schwierigen Zeiten reagieren die Menschen
unterschiedlich. Manche nehmen die Opfermentalität ein, in der sie nicht sich selbst für die desolate Lage verantwortlich machen, in der sie sich befinden, sondern Dritte. Aus diesem Grund schlagen Neo-Nazis Ausländer und kriminelle Ausländer
deutsche Gymnasiasten zusammen, weil sie für das Scheitern eines Systems (und damit ihr persönliches Scheitern) einen
Verantwortlichen ausgemacht zu haben glauben. Vielleicht ist Breivik einer von ihnen, der affektiert handelnde Zornige,
der in dem marxistischem Jugendcamp den Kader der nächsten Generation heranwachsen sah, von jener politischen Ideologie
geprägt, die sein Land in den Zustand manövrierte, in dem es sich heute befindet und der verzweifelt vermeinte, durch
ihre Liquidierung das Blatt wenden zu können. Vielleicht sind seine politischen Ansichten auch nur das rationale Alibi
für die Irrungen eines krankhaften, soziopathischen Einzelgängers, der sich von ihnen aufgrund ihrer scheinbaren Extremität angezogen
fühlte und nun endlich eine Aufgabe für sich gefunden zu haben glaubte. Vielleicht wählte er auch bewusst den Weg des
Märtyrers, der die Spaltung der Gesellschaft in zwei unversöhnliche Lager erkannt hatte und a) nur den gewaltsamen Weg
als Lösung des Problems ausmachte oder b) auf diese grausamen, aber wirkungsstarke Weise vor der schwelenden Gefahr eins Bürgerkriegs warnen wollte. Vielleicht war er aufgrund seiner Überzeugungen auch tatsächlich der Ansicht, es handele sich um seine Pflicht und er täte das Richtige...
Das Paradigma der Freiheit wird solange von tyrannischer Natur sein, wie der Ochse dem Löwen Vorschriften macht, was
er unter Freiheit zu verstehen hat, was Wahnsinn ist, denn der Ochse hat andere Ziele wie der Löwe. Die
Freiheitsdefinition des Löwen gestaltet sich relativ zu seinen Zielen, selbiges gilt für die des Ochsen. In einer
Gesellschaft, in der die Auslegung der Freiheit exklusiv der Sentimentalität einer einzigen Gruppe entspringt (dem
Ochsen) und damit absolute Prägung besitzt, wird unweigerlich der Freiheit anderer Gruppen Schaden zugefügt, indem die
die Auswirkungen der freiheitlichen Rechte der dominanten Gruppe den eigenen gesellschaftlichen Zielen entgegenstehen
oder diese von Beginn an verhindert werden.
Wie naiv zu glauben, die wütenden Menschenmassen seien von einer heiligen Selbstlosigkeit getrieben, die stets nur altruistisch das Wohl aller zum Ziel haben. Wie naiv, zu glauben, die verdorbenen Wesenzüge ihres Landes seien von heut auf morgen aus dem Charakter und der Mentalität der Menschen zu tilgen, die dieses Land eben zu dem machten, was es ist. Wie naiv zu glauben, die Rebellen seien nicht etwa ein vom Rausch (schein-)heiligen Zorns mitgerissener
Nach technischer Unpässlichkeit wieder zurück im Rennen.





Doch die Menschheit ist abhängig von diesem Planeten, von seinen Resscourcen, seiner Artenvielfalt, seinen Ökosystemen, ihr Überleben ist unmittelbar an das Schicksal des Planeten gebunden. Stirbt der Planet, stirbt die Menschheit, eine Konsequenz, die sogar den radikalsten Hedonisten zum Grübeln bringen sollte, wenn er nicht buchstäblich dorthin scheißen will, wo er essen muss, weil kein freier Raum mehr übrig ist. Die Frist, die uns noch bleibt, wird irgendwann aufgebraucht sein und man wird sich dann fragen, wieso Entscheidungen immer nur für den Augenblick getroffen wurden, warum man die Folgen seines Tuns nicht längerfristig kalkuliert hat, Zustände nicht ehrlicher und weniger blauäugig analysiert wurden und wie man nur so starrsinnig hat sein können, die zerstörerischen Impulse der Menschen nicht rechtzeitig zu unterdrücken.



